Startseite › Foren › Fave Raves: Die definitiven Listen › „Sterne an“ – das nüchterne Bewertungsforum › Track by Track: Alben unter der Lupe › Alanis Morissette – Jagged little pill › Antwort auf: Alanis Morissette – Jagged little pill
All I Really Want ****+
=> Dieses leicht kratzbürstige und fast grungige am Song finde ich gerade gut. Dazu passt auch diese angedeutete Schräghaftigkeit im Gesang. Das ist genau so gewollt und wirkt für mich sehr durchdacht. Dazu ein gelungener und tragender Gitarrenriff. Als Opener zwar schon mutig aber aus meiner Sicht schon gelungen.
You Oughta Know ****
=> Stellenweise etwas dünn instrumentiert, der intensive Refrain ist aber schon sehr gut. Fand ich früher aber noch stärker.
Perfect ****1/2
=> Einer meiner Favoriten vom Album, diese hauchzarte Sensitivität der Strophen, gleichzeitig aber auch intensiv.
Hand In My Pocket ****1/2
=> Kann es sein dass der Song inspiriert ist von John Lennons Nobody Told Me? Diese lyrischen Wortspiel Gegenüberstellungen meine ich hier im konkreten jeweils bei beiden Songs in den Strophen.
„I’m high but I’m grounded“, „Feel Drunk but I’m sober“ etc. Bei Lennons Titel wurde das sehr ähnlich gemacht.
Wie dem auch sei, die Nummer hier ist schon gut, fand ich früher aber auch noch einen Hauch besser.
Right Through You ****
=> Zählt nicht zur absoluten Spitze des Albums aber hält das hohe Niveau trotzdem aufrecht.
Forgiven *****
=> Ich behaupte eines der besten Stücke aus JLP und vielleicht sogar die beste Gesangsperformance von Alanis auf diesem Album.
You Learn ****1/2
=> Natürlich eines der Highlights aus JLP.
Head Over Feet ****
=> Hält den Schnitt vom Album aufrecht.
Mary Jane ****1/2
=> Schöne Abwechslung zwischen melancholischen und intensiven Abschnitten. War früher schon einer meiner Favoriten vom Album obwohl das wohl keine populäre Meinung ist.
Ironic *****
=> Die Nummer ist rundum bärenstark aus meiner Sicht. Mir auch egal ob es im Radio gespielt wird oder nicht. Im Grunde ist jeder einzelne Abschnitt im Song hervorragend. Auch das Arrangement gefällt mir gut, der akustische Beginn, hin zum intensiven Refrain, der fast verträumte B-Teil bei 1:52. Und auch besonders das faszinierende, gar fast melancholische Outro das quasi nochmal den B-Teil aufgreift.
Not The Doctor ***1/2+
=> Die Nummer ist noch immer gut genug um nicht als Filler zu gelten, zur 5 reichts aber auch bei mir nicht. Rhythmus ist leicht angeshuffelt.
Wake Up ***1/2
=> Gefällt mir in seiner Stimmung, vor allem auch die Gitarreneffekte, ansonsten aber was Melodie/Refrain angeht schwächer als anderes auf dem Album.
Your House ****
=> Natürlich schwierig zu bewerten aber als A cappella gelungen, dazu intensiv und gut gesungen.
Gesamt: ****1/2
Jagged Little Pill überzeugt als durchdachtes Gesamtwerk, das die Balance zwischen grungiger Kratzbürstigkeit und einer fast zerbrechlichen Sensitivität meisterhaft hält und dabei vor allem in den dynamischen Steigerungen von Ironic oder Forgiven seine volle Intensität entfaltet. Trotz kleinerer melodischer Schwächen im letzten Drittel bleibt das Album durch Alanis’ beeindruckende vokale Präsenz und die gelungene Abwechslung zwischen melancholischen Akustik-Parts und kraftvollen Refrains ein konstant hochklassiges Erlebnis. Letztlich ist es die gelungene Mischung aus mutigem Songwriting und dichter Atmosphäre, die das Werk auch abseits der großen Radio-Hits als eines der stärksten Alben seiner Ära legitimiert.
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