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Matthew Shipp Trio – Prism | Mit William Parker und Whit Dickey nahm Matthew Shipp schon 1990 ein Album auf („Circular Temple“, 1992 bei Quinton erschienen). Ende März 1993 wurde im Roulette in New York ein Set mitgeschnitten, das 1996 in den Niederlanden bei Ectoplasm/Brinkman und 2000 wieder bei Hat Hut in der Schweiz erschien. Es gibt zwei Tracks, 30 und 26 Minuten lang, der einzige einigermassen taugliche Vergleich, den wir hier im Faden schon hatten, dürfte das Feel Trio sein mit demselben Bassisten sowie Cecil Taylor und Tony Oxley. Dickey spielt ein ganz anderes Schlagzeug als Oxley, aber auch eins, das in viele Richtungen geht, sehr offen wirkt. Shipp sucht nicht ständig die Höhepunkte und Verdichtungen, kann das Energielevel auch hoch halten, ohne ständig laut zu spielen. Immer wieder setzt er neu an, im tiefen Register, mit einfachen repetitiven Figuren, aus denen der nächste Strang entsteht, der sich über mehrere Minuten erstrecken kann, während der Bass und die Drums sich einmischen oder den Ball aufgreifen und auch mal in den Vordergrund treten. Am Ende geht es mir hier aber nicht unähnlich wie bei Katz oder Onishi: es gibt Momente, in denen ich denke, etwas weniger Musik hätte auch gereicht – die Gedanken schweifen aber, nur um von einem musikalischen Ereignis, das aufhorchen lässt (einem Cluster von Shipp, einer beckenlastigen Passage von Dickey), wieder zurückzukehren.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba