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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"
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gypsy-tail-wind
Dick Katz – 3wayPlay | Ich bin jetzt in einer teils etwas langweiligen Zeit angelangt … hat vielleicht mit meiner Auswahl zu tun, aber: es gibt nicht mehr ständig neue Stimmen zu hören – die Neunziger sind halt auch eine Phase der klassizistischen Konsolidierung, eine Zeit, in der Jazz nochmal zum Lifestyle-Gut wurde, oft mit Eleganz oder gar Luxus assoziiert, und manchmal auch so klingt. Das will ich Dick Katz allerdings echt nicht zum Vorwurf machen, der im März und August 1992 an insgesamt drei Tagen im Studio von Van Gelder war, um dieses feine Album für Reservoir einzuspielen. Mit dabei Steve LaSpina und Ben Riley, im Gepäck ein Strauss interessanter Klassiker: auf „Three Little Words“ folgt „Solar“, dann „You’re My Thrill“ und „Steeplechase“ – da werden Bögen von Roy Eldridge (ein einstiger Boss des jungen Katz) zu Miles Davis aufgespannt, von Teddy Wilson zu Charlie Parker, von Balladen zu Bop, von klassischen Changes bis zum relativ linearen „Solar“. Wilson, den man bei Katz vielleicht noch stärker hört als bei Flanagan oder Jones, ist mit „The Little Things That Mean So Much“ auch als Komponist präsent (eine Art Stride-Ballade – das Tempo scheint eine gute Lösung, um nach dem Solo-Intro auch in einem Stride-Stück die Rhythmusgruppe einzubinden), direkt gefolgt von einer Art von Antipoden: „Monk’s Dream“ (wieder mit kurzem Solo-Intro) – und das ist erst die Hälfte der Stücke auf dem Album. „Limehouse Blues“ – eine ungewöhnliche, recht langsame Version mit funky Bass und einem tollen unregelmässigen Beat – und die Ballade „Star-Crossed Love“ gucken weit zurück in den alten Jazz und zu Strayhorn/Ellington, der langsame funky „Blues in My Heart“ stammt von Benny Carter (noch eine Grösse, mit der Katz schon früh gearbeitet hat), für „The Night Has a Thousand Eyes“ hat Katz eine Bass-Linie komponiert, „Samburan“ ist ein Stück der Pianistin/Sängerin Daryl Sherman (da sind wir in der Club-Szene) und als Closer gibt es „There Is No Greater Love“. LaSpina steuert einen soliden, tiefen Bass bei, der auch mal in die hoe Lage aufschwingt oder in der Tiefe schnarrt, während Riley seine üblichen hellen, leichten Beats spielt, knapp und auf den Punkt.
Deine Eindrücke decken sich sehr mit meiner Beschreibung des Albums, die vorort via Link bereits hinterlegt ist.
Ich habe diese CD plus ein paar handvoll Piano Trios mit in die geplante lange „Winterfrische“ genommen und welche ich daher seit Wochen wiederkehrend spiele …. keine der Scheiben hat dadurch „verloren“ – ganz im Gegenteil – aber neben Horace Parlan Trio „Pannonica“ (Enja) ist mir auch Dick Katz Trio „3way Play“ sehr nahegerückt .. kein „hipper“ Firlefanz, einfach exzellente Musik(er) ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
Dick Katz – 3wayPlay | Ich bin jetzt in einer teils etwas langweiligen Zeit angelangt … hat vielleicht mit meiner Auswahl zu tun, aber: es gibt nicht mehr ständig neue Stimmen zu hören – die Neunziger sind halt auch eine Phase der klassizistischen Konsolidierung, eine Zeit, in der Jazz nochmal zum Lifestyle-Gut wurde, oft mit Eleganz oder gar Luxus assoziiert, und manchmal auch so klingt. Das will ich Dick Katz allerdings echt nicht zum Vorwurf machen, der im März und August 1992 an insgesamt drei Tagen im Studio von Van Gelder war, um dieses feine Album für Reservoir einzuspielen. Mit dabei Steve LaSpina und Ben Riley, im Gepäck ein Strauss interessanter Klassiker: auf „Three Little Words“ folgt „Solar“, dann „You’re My Thrill“ und „Steeplechase“ – da werden Bögen von Roy Eldridge (ein einstiger Boss des jungen Katz) zu Miles Davis aufgespannt, von Teddy Wilson zu Charlie Parker, von Balladen zu Bop, von klassischen Changes bis zum relativ linearen „Solar“. Wilson, den man bei Katz vielleicht noch stärker hört als bei Flanagan oder Jones, ist mit „The Little Things That Mean So Much“ auch als Komponist präsent (eine Art Stride-Ballade – das Tempo scheint eine gute Lösung, um nach dem Solo-Intro auch in einem Stride-Stück die Rhythmusgruppe einzubinden), direkt gefolgt von einer Art von Antipoden: „Monk’s Dream“ (wieder mit kurzem Solo-Intro) – und das ist erst die Hälfte der Stücke auf dem Album. „Limehouse Blues“ – eine ungewöhnliche, recht langsame Version mit funky Bass und einem tollen unregelmässigen Beat – und die Ballade „Star-Crossed Love“ gucken weit zurück in den alten Jazz und zu Strayhorn/Ellington, der langsame funky „Blues in My Heart“ stammt von Benny Carter (noch eine Grösse, mit der Katz schon früh gearbeitet hat), für „The Night Has a Thousand Eyes“ hat Katz eine Bass-Linie komponiert, „Samburan“ ist ein Stück der Pianistin/Sängerin Daryl Sherman (da sind wir in der Club-Szene) und als Closer gibt es „There Is No Greater Love“. LaSpina steuert einen soliden, tiefen Bass bei, der auch mal in die hoe Lage aufschwingt oder in der Tiefe schnarrt, während Riley seine üblichen hellen, leichten Beats spielt, knapp und auf den Punkt.