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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"
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gypsy-tail-wind
Marilyn Crispell Trio – Live in Zurich | Rechtzeitige Erinnerung, dass es nicht nur Weisse Bassisten gibt, die super sind (Peacock, Haden, Holland) – auch Reggie Workman kann sowas, hier im freien Rahmen, zusammen mit der (weissen) Pianistin aus Woodstock und dem allseits beliebten Paul Motian. Interessant, welche Verschiebungen sich hier ergeben: Workman ist freier unterwegs und Motian im Schlepptau auch, Crispell natürlich sowieso. . „Areas/Solstice“ heisst der 22minütige erste Teil, in dem Crispell zu Beginn auch etwas mitsingt. Es folgen „Night Light Beach II“, „Duets/Point in Time“, zusammen nochmal etwas länger, und dann ein kurzes „Dear Lord“ (John Coltrane) als Rubato-Ballade zum Abschluss. Die Musik ist mal dicht, mal eher karg und ruppig. Die Kompositionen stammen bis auf den Closer alle von Crispell, die betont, ihr sei „clarity of structure“ wichtig und ihre Musik nicht mit „energy music“ der Sechziger verwechselt haben will: „All my pieces have motifs and structures, some written, others organised around types of things to be played (ie a section of fast 4 time, a slow free ballad section, a collective improvisation, whatever).“ Und auch damals schon meint sie: „I think that the most energy exists in silence“ (Zitate aus den Liner Notes von Graham Lock). Ein Abend, bei dem ich gerne dabei gewesen wäre!
Durchaus schwierige Music, welche konzertant möglicherweise gesammelter transportiert …. Strukturen sind schwerlich auszumachen und dass die meisten Energie aus der Ruhe (aka Stille) kommt würde Marilyn Crispell erst eine Dekade später in den Vordergrund stellen …. jedoch im Unterschied zu den Deinerseits genannten, „weissen Starbassisten“ gibt Reggie Workman seine Stärke – sehr „körperliches“, rhythmusbetontes, flüssiges Spiel – hier (und wiederkehrend später) auf, er ist hier kaum wiederzuerkennen und geht im mit Clustern behafteten Powerplay der Pianistin stellenweise richtiggehend unter …. dies Problem hat Paul Motian nicht ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
Marilyn Crispell Trio – Live in Zurich | Rechtzeitige Erinnerung, dass es nicht nur Weisse Bassisten gibt, die super sind (Peacock, Haden, Holland) – auch Reggie Workman kann sowas, hier im freien Rahmen, zusammen mit der (weissen) Pianistin aus Woodstock und dem allseits beliebten Paul Motian. Interessant, welche Verschiebungen sich hier ergeben: Workman ist freier unterwegs und Motian im Schlepptau auch, Crispell natürlich sowieso. . „Areas/Solstice“ heisst der 22minütige erste Teil, in dem Crispell zu Beginn auch etwas mitsingt. Es folgen „Night Light Beach II“, „Duets/Point in Time“, zusammen nochmal etwas länger, und dann ein kurzes „Dear Lord“ (John Coltrane) als Rubato-Ballade zum Abschluss. Die Musik ist mal dicht, mal eher karg und ruppig. Die Kompositionen stammen bis auf den Closer alle von Crispell, die betont, ihr sei „clarity of structure“ wichtig und ihre Musik nicht mit „energy music“ der Sechziger verwechselt haben will: „All my pieces have motifs and structures, some written, others organised around types of things to be played (ie a section of fast 4 time, a slow free ballad section, a collective improvisation, whatever).“ Und auch damals schon meint sie: „I think that the most energy exists in silence“ (Zitate aus den Liner Notes von Graham Lock). Ein Abend, bei dem ich gerne dabei gewesen wäre!