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Marilyn Crispell Trio – Live in Zurich | Rechtzeitige Erinnerung, dass es nicht nur Weisse Bassisten gibt, die super sind (Peacock, Haden, Holland) – auch Reggie Workman kann sowas, hier im freien Rahmen, zusammen mit der (weissen) Pianistin aus Woodstock und dem allseits beliebten Paul Motian. Interessant, welche Verschiebungen sich hier ergeben: Workman ist freier unterwegs und Motian im Schlepptau auch, Crispell natürlich sowieso. . Ich habe diese relativ frühen Crispell Trios erst kürzlich angeschafft und höre diese CD zum ersten Mal. Das Trio spielte laut der CD am 14. April 1989; die Taktlos-Chronologie, der ich da eher glaube, sagt 15. April, Ort wird nirgendwo angegeben, ich nehme an in der Roten Fabrik. Erschienen ist der Mitschnitt jedenfalls 1990 bei Leo Records. „Areas/Solstice“ heisst der 22minütige erste Teil, in dem Crispell zu Beginn auch etwas mitsingt. Es folgen „Night Light Beach II“, „Duets/Point in Time“, zusammen nochmal etwas länger, und dann ein kurzes „Dear Lord“ (John Coltrane) als Rubato-Ballade zum Abschluss. Die Musik ist mal dicht, mal eher karg und ruppig. Die Kompositionen stammen bis auf den Closer alle von Crispell, die betont, ihr sei „clarity of structure“ wichtig und ihre Musik nicht mit „energy music“ der Sechziger verwechselt haben will: „All my pieces have motifs and structures, some written, others organised around types of things to be played (ie a section of fast 4 time, a slow free ballad section, a collective improvisation, whatever).“ Und auch damals schon meint sie: „I think that the most energy exists in silence“ (Zitate aus den Liner Notes von Graham Lock). Ein Abend, bei dem ich gerne dabei gewesen wäre!
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba