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Jaki Byard Trio – Foolin‘ Myself | Zwischendurch mal wieder etwas ganz Neues: hab davon gerade das CD-Reissue aus Japan gekauft. Ein paar Tage später im August 1988 nimmt Jaki Byard in den Sound Ideas Studios in New York ein Trio-Album mit der Rhythmusgruppe seiner damaligen Big Band (auch bei Soul Note zu hören) auf, Ralph Hamperian und Richard Allen. Byard präsentiert sich als kompletter Pianist mit seiner üblichen Bandbreite von Rag und Blues, altem bis Avantgarde-Jazz und deutet an, dass er auch einiges an Klassik gehört haben dürfte. Schon in der öffnenden „Suite 27“ mit vier Teilen in fünf Minuten gibt es ungewöhnliche Klänge, wenn Byard den Flügel fast eine Harfe klingen lässt, mit gehauchten, eher gezupft als gehämmert klingenden aufgefächerten Tönen. In „Searchlight No. 2“ spielt Byard den Blues, als Closer gibt es eine Art Bossa mit freiem Intro und irre schönen Klavierpassagen, anderswo überschlagen sich Byards Linien, wie man es von frühen Aufnahmen, nicht zuletzt mit Mingus, kennt. Die Sidemen müssen auf der Hut sein, um keine Abzweigung zu verpassen, schlagen sich allerdings sehr gut (auch in den gelegentlichen Soli) – aber bleiben Sidemen, die Rollenverteilung ist klar, das erinnert diesbezüglich eher an die grossen Individualisten – Ellington, Monk, Nichols, Hasaan … und ja, auch Erroll Garner! – als an jene Pianisten, die den Dialog pflegten. Byard ist viele und die sind mit sich selbst schon genügend beschäftigt. Das Material stammt grossteils von ihm, es gibt zudem „Breath“ von Hamperian und natürlich das Titelstück, den einzigen Standard hier, die (langsame) Rag-Nummer als Klaviersolo, auch hier. Ein Ritt, der grossen Spass macht – und ein erstaunlich rundes Ganzes ergibt. Pianistik absolut auf der Höhe von Rowles – wenn gleich nicht so rund und voll in den Farben (mag teils aber auch am Studio und der Technik liegen, Byard klingt ein wenig flach und eine Spur fahl im direkten Vergleich).
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba