Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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Charlie Haden / Paul Motian feat. Geri Allen – Etudes | Zurück zu Allen zu den den Leuten – 14./15. September 1987, Sound Ideas Studios, New York (auch vom Sound her ein Fortschritt gegenüber dem Hicks-Album, wo man im Bass-Sound noch Reminiszenzen an die Siebziger kriegt). Ornette Coleman „Lonely Woman“ sorgt mit seinem Drone-Bass für einen enigmatischen Einstieg – und bietet ein erstes tolles Solo von Haden. Allens einziges Stück folgt, „Dolphy’s Dance“, dazu gibt es je drei Stücke von Haden (das traurig-schöne „Sandino“, „Blues in Motion“ und der Klassiker „Silence“) und von Motian (dessen „Etude II“ und „Etude I“ die erste bzw. zweite Plattenseite beenden, dazu kommt noch „Fiasco“) und an zweitletzter Stelle Herbie Nichols‘ „Shuffle Montgomery“. Und an Nichols erinnert mit auch Allens Stück hier sehr – viel mehr denn an Dolphy. Ich hab die inzwischen sechs Alben dieses Trios bis auf das aus Montréal alle erst verspätet kennengelernt – das hier als zweites, als 2010 die Box mit Hadens Soul Note-Alben herauskam. Brauchte etwas, bis ich damit richtig warm wurde, aber inzwischen mag ich diese Aufnahmen alle sehr gerne. Das wirkt alles sehr unforciert, es gibt viel Platz für alle, jeder Beitrag ist willkommen – sehr offene Musik. Im „Blues in Motion“ kriegt man auch nochmal den K.C.-Swing, den Allen kurz davor in Altmans Film spielte.

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