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Gestern drei Filme im Kino gesehen:
„Amrum“ (Fatih Akin, 2025). Sehr stark. Man spürt, dass Hark Bohm hier unbedingt noch etwas loswerden wollte. Gleichzeitig sind Akin und er Profis genug, um dabei die Unterhaltung nicht zu vernachlässigen. Toller Ensemble-Film auch, mit der Insel als weiterer Hauptdarstellerin.
„Weihnacht“ (Roland Klick, 1963)
Sehr früher Kurzfilm von Roland Klick, und ein wirklich toller dazu. An Avantgarde-Filmen der vergangenen Jahrzehnte geschultes Schnittfeuerwerk der Weihnachtsvorbereitungen in einer deutschen Stadt, konsumkritisch, aber dabei von einer gewissen Leichtigkeit. Damit verwoben ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der das Ganze mit staunendem Blick wahrnimmt und gleichzeitig vom Fliegen träumt. Wahrscheinlich der beste von seinen Kurzfilmen („Zwei“ fehlt mir allerdings noch).
„Alle Jahre wieder“ (Ulrich Schamoni, 1967)
Ulrich Schamoni nimmt die Nachkriegsgesellschaft in seiner zeitweiligen Wahlheimat Münster aufs Korn. Im Mittelpunkt steht Hans Dieter Schwarze als Werbefuzzi Hannes Lücke, der mit seiner jungen Freundin (Sabine Sinjen
) der Stadt einen Weihnachtsbesuch abstattet. Von seiner Familie lebt er getrennt, kann sich aber zu einer Scheidung nicht wirklich durchringen. Daneben wird viel Alkohol konsumiert, es gibt grässliche Momente zum Fremdschämen, gleichzeitig wirkt das alles beklemmend realistisch. Ein guter Film, aber trotz komischer Momente keine Komödie. Das Ende ist sehr toll.
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"Don't reach out for me," she said "Can't you see I'm drownin' too?"