Antwort auf: Umfrage 2025 – Die besten Alben des Jahres

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largo

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Mein Rückblick auf das Jahr 2025 sieht wie folgt aus: Insgesamt habe ich mir etwa 140 Alben und zusätzlich etwa 200 Tracks aus dem Erscheinungsjahr 2025 als Download gekauft. Die meisten Alben und Tracks habe ich eher oberflächlich und in fragmentierter Form rezipiert. Im Vergleich zu früher hat sich der Anteil meiner Lebenszeit, in der ich Musik höre, deutlich verringert, und das meiste davon findet mobil statt. Diese Informationen sind erforderlich, um beurteilen zu können, wie valide meine Einschätzung bzgl. der Güte des Jahrgangs ausfällt. Insgesamt, das ist mein Eindruck, gab es dabei wieder gute und weniger gute Alben, wobei mich dieses Jahr tendenziell weniger vom Hocker gehauen hat. Symptomatisch finde ich, dass die von mir favorisierten Sachen (siehe unten) hätten locker auch vor 10 oder 20 Jahren erscheinen können und selbst damals wären sie nicht als besonders originell aufgefallen.

Wenn man ein bisschen herauszoomt und auf das große ganze schaut, sieht man, dass wir an einem Endpunkt angekommen sind. In der Popmusik hat sich eine beispiellose formale Angleichung durchgesetzt, durch die jegliche Idee von Originalität, Überraschung oder Inspiration wegrationalisiert wird. Für Musikliebhaber gibt es darüber hinaus noch einen Markt abseits des Mainstreams, der eine Vielzahl von Spezialinteressen bedient, wobei auch hier (schon lange übrigens) kein Fortschritt oder – neutraler formuliert – eine Entwickung hin zu etwas Neuem erkennbar ist.

Stillstand auf allen Ebenen? Nicht ganz, denn mit den bahnbrechenden Fortschritten im Bereich künstlicher Intelligenz stehen wir vor einer großen Zäsur. Wo wir in einigen Jahren stehen werden lässt sich noch nicht absehen. Im günstigsten Fall wird KI dazu führen, dass wir Menschen herausgefordert werden, besser zu sein als die Maschine, sodass dieser redundante Kram verschwindet und sich wieder mehr originellere Produktionen durchsetzen. Eine realistische Prognose ist aus meiner Sicht, dass Musik weiter entwertet wird und an Bedeutung innerhalb unserer Kultur verliert. Die Anzahl der Alben, die wir miteinander in Zukunft besprechen werden, wird deutlich geringer ausfallen, als es heute noch der Fall ist. Ich freue mich, diese Entwicklung als Zeitzeuge begleiten zu können.

Entschuldigt die lange Vorrede, aber einfach nur ritualisiert eine lange Liste aufzuzählen, daran sollte sich ein Jahresrückblick nicht erschöpfen.

Wie immer gibt es bei mir keine Reihenfolge oder eine Punktebewertung. Davon halte ich nichts. Allerdings möchte ich die drei ersten drei Aufzählungen besonders herausstellen.
Robert Finley – Hallelujah! Don’t Let The Devil Fool Ya
Carwyn Ellis & Rio 18 – Fontana Rosa
Little Barrie & Malcolm Catto – Electric War

Andreas Schaerer – Anthem For No Man’s Land
Barker – Stochastic Drift
Chip Wickham – The Eternal Now
Deradoorian – Ready For Heaven
Emma-Jean Thackray – Weirdo
Hidden Spheres – Solina
Mae Powell – Making Room For The Light
Martin Stürtzer – Antares Station
Nadya Albertsson – Half Silk Half Blade

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