Antwort auf: Eure Top 500

#12532981  | PERMALINK

zoji

Registriert seit: 04.10.2017

Beiträge: 7,644

jimmydean

dengel

zojiTaj Mahal mit zwei der drei besten Bluesalben aller Zeiten überrascht mich etwas, obwohl ich die von denen die ich kenne auch für seine besten halte. In so einer Liste mal Hutto und Otis Taylor zu lesen freut mich. Auch sonst viele Alben die ich schätze. Keine Überraschung angesichts Deiner täglichen music adventures, aber für mich schwer nachvollziehbar in solchen Listen, ist der geringe Anteil weiblicher Stimmen. Wenn ich nichts übersehen habe deren drei, Janis Joplin, Chrissie Hynde und Lucinda Williams. Plus eventuell bei den Acts, die mir nicht bekannt sind. Nicht empirisch belegt, aber meiner Wahrnehmung nach bei männlichen Hörern gar nicht so selten. Bevorzugst Du männliche Stimmen tatsächlich so überproportional, oder liegt das einfach daran, dass Sängerinnen in Deinen favorisierten Gebieten unterrepräsentiert sind? Finde das interessant, weil mich selbst weibliche Stimmen sogar oft stärker ansprechen.

Neben den von dir genannten Sängerinnen tauchen noch wenige andere auf z.b. Grace Slick, Jefferson Airplane. Ausserdem gibt es noch wechselnde Sängerinnen in verschiedenen Progbands (vor allem in den skandinavischen). Aber im gr0ßen und ganzen hast du Recht mit deiner Festetllung, das Damen in denen von mir bevorzugten Genres nicht so oft in Erscheinung treten. Taj Mahal war einer der ersten Bluesmusiker mit denen ich in Berührung kam. Vor allem das Aufbrechen alter Bluesschemas gefiel mir damals wie auch heute (Otis Taylor sei genannt).

ich muss aber sagen, das das vermutlich ein generelles problem ist … ich bin ja auch eher der indie- und jazz-fan, aber vor alle im jazz-bereich schauts da auch düster aus… und im indie bereich fallen mir jetzt spontan nur kim deal, kim gordon und pj-harvey ein…

Es ging mir gar nicht so sehr um eine Problematisierung, warum Ladies historisch im R&R unterrepräsentiert sind, deshalb bezog ich mich auch nur auf den Gesang, nicht auf Instrumentalistinnen. Ich denke aber, dass unsere musikalischen Vorlieben meist stärker von Emotionen oder dem Unterbewusstsein gesteuert sind, als wir es uns eingestehen mögen. Z.B. könnte ich mir vorstellen, dass man dazu neigt, sich bezüglich des Gesangs stärker mit dem eigenen Geschlecht zu identifizieren, was ich auch wertneutral sehe, für legitim halte. Bei dengel fiel mir die Bevorzugung schon in der Vergangenheit auf, in dieser Liste hat sich der Eindruck dann für mich in einem einzigen Post manifestiert. Ich finde so etwas einfach interessant, weil es mir da ganz anders geht. Ich habe keine Listen, aber ich vermute, dass in einer 500er-Liste Sängerinnen bei mir mit etwa 10-20% female vocs vertreten wären. Bezogen auf die Bevölkerung natürlich immer noch unterrepräsentiert, aber doch schon deutlich mehr. Deutlich überrepräsentiert wären Frauen bei mir im ungefähren Bereich Singer/Songwriter/Folk. Speziell dort gibt es Alben, die ich eher so in einem Mittelklasse-Bereich höre und die erst durch den weiblichen Gesang für mich besitzwürdig werden. Anders ausgedrückt, das gleiche Album mit einem Sänger wäre für ich ungleich weniger interessant.

Beim Jazz wundert mich das etwas, da scheinen mir Ladies als Vokalistinnen sogar überrepräsentiert, sowohl hinsichtlich der Anzahl wie auch der Popularität. Ist bei mir aber auch Randgebiet und ich habe da sicherlich keinen umfassenden Über-, nur einen oberflächlichen Einblick.

 

zuletzt geändert von zoji

--

Und lieg´ich dereinst auf der Bahre, dann denkt an meine Guitahre, und gebt sie mir mit in mein Grab (Der rührselige Cowboy, D. Duck)