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Okay: Ich habe verstanden: der Sadismus in „American Psycho“ soll die Entmenschlichung einer übermäßig konsum- und oberflächenorientierten Gesellschaft verdeutlichen. Extreme Gewalt als Spiegelbild des inneren Nichts.
Inneres Nichts anders dargestellt ist eher so wie: Nichts. Im Gegensatz zu den spirituellen Lehren des Ostens, in denen ein Zustand innerer Leere als Raum für etwas Erleuchtung oder ähnliches verstanden werden kann, ist Batemans Leere pathologisch, ein Resultat eines Scheiterns, das ausschließlich auf Konsum, Status und Oberflächlichkeit ausgerichtet ist.
Ich finde es richtig, solche Zustände zu beleuchten, aber die Stilmittel erschließen sich mir nicht. Warum aber sollte ich etwas so Seelenlosem folgen wollen? Was soll mich das Nichts in der Seele eines Monsters interessieren? Die Vanitas? Die Feigheit vor der Wahrheit? Der Verlierer? Ich vertraue Ellis als Autor auch nicht. Er war selbst in „Unter Null“ von der Oberflächlichkeit fasziniert und hat sich aus meiner Sicht auch nicht durch einen Exzess wie diesen davon lösen können. Ein Trauma-erregender Gewaltritt wie „American Psycho“ liefert ihm da keine Abbitte und spricht ihn nicht frei. Für mich auch kein Wunder, dass so viele Pop-Literaten ihn so wichtig finden.
zuletzt geändert von kingberzerk--
Tout en haut d'une forteresse, offerte aux vents les plus clairs, totalement soumise au soleil, aveuglée par la lumière et jamais dans les coins d'ombre, j'écoute.