Antwort auf: Ich höre gerade … Jazz!

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friedrich

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Bin in der Zeitschrift Jazzthetik hier rüber gestolpert und dann ist es mir zugeströmt:



Lionel Loueke & Dave Holland – United
(2024)

Duo-Album des gut 50-jährigen Gitarristen und Sängers afrikanischer Herkunft (Benin), der aber in den USA lebt, und des fast 80-jährigen Bassisten. Das Album entstand, nachdem die beiden sich bei einem Soundcheck getroffen hatten und spürten, dass es zwischen ihnen „Klick!“ machte.

Dave Holland spielt einen warmen, lebhaften und melodischen akustischen Bass, manchmal auch funky, Loueke spielt dezente akustische und elektrische Gitarre, singt mit sanfter Stimme, manchmal wohl in seiner Muttersprache, manchmal Französisch, manchmal auch wortlos und fügt mit Schnalzlauten etwas percussion hinzu. Da sind wohl seine west-afrikanischen Wurzeln zu hören. Das klingt alles sehr filigran und transparent, gelassen und federnd, groovt meist sehr schön, kommt auch mal ins Fließen um sich dann wieder zu fangen. Vorder- oder Hintergrund sind nicht immer eindeutig auszumachen, so fein greift das ineinander. Erstaunlich, mit wie wenigen Mitteln hier einerseits Besinnlichkeit und andererseits Spannung und Groove erzeugt werden.

Ausschließlich Kompositionen von Lionel Loueke, mit Ausnahme des Titelstücks „United“, das von Wayne Shorter stammt. Aber Komposition ist hier nicht in erste Line ausschlaggebend, sondern eher, wie die beiden hier gemeinsam ein feines Gewebe schaffen. Gefällt mir sehr und dürfte eine Anschaffung wert sein.

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“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.”                                                                                                                                          (From the movie Sinners by Ryan Coogler)