Antwort auf: Ich höre gerade … Jazz!

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vorgarten

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redbeansandrice

vorgarten

peter evans, being & becoming (2020)
wenn ich joel ross mal etwas wilder haben will, greife ich zu diesem album, obwohl das natürlich auch kein free jazz ist. evans bleibt ja bei aller hypervirtuosität immer warm und emotional zugänglich, und ross und dem super aufwändig spielenden rhythmusgespann fallen viele tolle dinge dazu ein.

ja, das mac ich auch so… ich weiss es ist ein Klischee sowas im Zusammenhang mit Evans zu sagen… aber mir fehlt bei dem Album ein bisschen die Wärme… aber rasant ist es

wahrscheinlich liegt die wahrheit irgendwo dazwischen – die wärme, die bei evans ständig gegen den formalen kontrollwahnsinn triumphiert, oder umgekehrt. wäre sie nicht da, würde ich viel mehr distanz dazu aufbauen, glaube ich, aber ich bin regelmäßig in einzelnen momenten wirklich ergriffen.

tarbaby, oliver lake, dance of the evil toys (2022)

dieses jahr verspätet gekauft, nach hinweis von gypsy, schlagzeuger und bassist (waits/revis) gehören dabei zu meinen liebsten überhaupt. konzeptionell finde ich das alles sehr frisch und offen und gegenwärtig, auf oliver lake hätte ich trotzdem manchmal verzichten können, aber ein reines trio-album haben sie offenbar noch nicht machen wollen. josh lawrence ist auch noch dabei, ein sehr moderner trompeter, worin keine wertung liegt… unter den cleanfeed-alben jedenfalls ein schwergewicht.

am ende die so tief in den raum getupfte version von „sometimes it snows in april“ – da hätte ein*e richtige*r produzent*in wahrscheinlich angesetzt und gesagt: macht mal mehr von solchen sachen. ich würde es kaufen.

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