Antwort auf: Ich höre gerade … Jazz!

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friedrich

Registriert seit: 28.06.2008

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Mit Joseph Roth und Ernst Toller kenne ich mich leider nicht aus. Aber diese Geschichten klingen ebenso tragisch wie aufregend und lassen den Kontext, in dem diese Musik entstand, lebendig werden – bzw. lassen etwas von der bedrückenden Atmosphäre der Nazi-Zeit und der Besetzung von Paris und umgekehrt der großen Erleichterung nach der Befreiung spüren. Dann spielte die Musik wieder und diese Aufnahmen entstanden.

Ich war zunächst misstrauisch gegenüber dieser Jazz in Paris-Reihe. Alte Aufnahmen mit stylischem Cover auf den Markt geworfen und billig verramscht? Tatsächlich sind das aber wirklich sehr gut gemachte Re-Issues dieser alten 7″ oder 10″ Platten, 45 oder 78 tours, die sonst auf Nimmerwiederhören in der Rumpelkammer der Geschichte verschwunden wären. Und die Coverfotos zeigen Paris, so wie es zur Entstehungszeit dieser Musk ausgesehen hat. Kontext, Atmosphäre – da sind sie wieder. Wie muss es sich 1947 angefühlt haben, im Bistrot ein paar Centimes in die Juke Box zu werfen und bei einem Glas Rotwein oder einem Pastis und einer Gitane eine Single von Don Byas zu hören?

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“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.”                                                                                                                                          (From the movie Sinners by Ryan Coogler)