Antwort auf: Ich höre gerade … Jazz!

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gypsy-tail-wind
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Ich mache mal mit Carmen McRae weiter … kleines Projekt beim Vocal-Jazz-Hören, das mir sehr viel Freude bereitet (mit den drei bzw. – durchaus überraschend – v.a. den ersten zwei Kapp-Alben als bisher schönster Entdeckung). Von diesem Album mit Dave Brubeck, habe ich leider nur eine Piraten-Ausgabe, auf der immerhin neben den vier Albumtracks mit McRae (die anderen fünf sind im Quartett bzw. im Trio ohne Desmond) auch noch der fünfte von der betreffenden Session dabei ist. Die Vocal-Tracks stammen vom 9. Dezember 1960, die fünf instrumentalen vom 14. und 15. Dezember. Brubecks letzte Projekte davor waren das tolle Album mit Jimmy Rushing und dazwischen die Sessions für das Bernstein-Album. Das Quartett war da wohl längst an einem Punkt, als „Projekte“ zur Auflockerung gut taten. McRae singt vier Songs, die Brubeck mit seiner Frau, Iola Brubeck, komponiert hat (sie hat wohl getextet) sowie „Paradiddle Joe“ (Morris-Parries-Pugsley-Trotta). Die CD enthält neben dem fünften Stück („There’ll Be No Tomorrow“ von den Brubecks) auch noch drei weitere Bonustracks mit McRae, die ein Jahr später (September und Dezember 1961) aufgenommen wurden – ich glaub das ist dann das „The Real Ambassadors“-Projekt, für das die Brubecks auch Louis Armstrong (inkl. All Stars), Lambert, Hendricks & Ross und eben Carmen McRae gewinnen konnte. Davon habe ich wiederum eine alte CD, und die Sessions mit Armstrong (aber nicht die paar Stücke ohne ihn) inkl. vieler Outtakes in einer Mosaic-Box … dazu muss ich mal nachlesen. Jedenfalls gehört das Album mit McRae auch in diesen Dunstkreis, in den ich noch gar nicht richtig vorgedrungen bin. McRae gefällt mir hier sehr gut, die schon auf den Kapp-Alben zu hörende Reife ist auch hier da, aber die Brubeck-Combo finde ich für sie keine optimale Begleitung, sie braucht flexiblere Rhythmen, dehnbarere Time als Brubeck sie bietet.

PS: von den Instrumentals ist „Late Lament“ ein Highlight – ein Stück, das in meinem Real Book steht, das ich auch mal spielte … aber ich glaub ich höre heute zum ersten Mal bewusst diese Einspielung (scheint die einzige von Brubeck/Desmond zu sein) – bester Desmond hier :heart:

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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #165: 9.9., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba