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Es hat sicher niemand von Lydon „Schönklang“ erwartet oder dass er über Nacht zum Crooner geworden wäre, aber ein Mindestmaß an Stimmkontrolle ist bei dieser Art Song und im Kontext eines Wettbewerbs nun mal unabdingbar (und jedem anderen würde eine solche Performance hier an dieser Stelle mit Wonne um die Ohren gehauen …). Er ist wirklich nicht der Erste, der mit seinem sehr persönlichen und innerlich aufwühlenden Song vor ein Publikum tritt, und das darf man auch spüren.
Das ist auch beim ESC immer wieder vorgekommen, und auch wenn es unter Musikenthusiasten als ausgemacht gilt, dass das große Publikum grundsätzlich blöd ist (andererseits die Enthusiasten aber oft sehr leicht dabei sind, alles, was nicht exakt den eigenen individuellen Musikmaßstäben genügt, als belanglos zu verwerfen), so wissen die Zuhörer doch sehr wohl einzuschätzen, wenn da ein Mensch persönliche Erfahrungen teilt und dabei aber in der Lage ist, auch der Musik (und dem Publikum) gerecht zu werden.
Ich finde „Hawaii“ als Song an sich berührend und habe großen Respekt vor dem Familienmenschen Johnny Lydon und vor seinen musikalischen Meriten, aber er hat die Wettbewerbssituation freiwillig gesucht und die bedeutet eben, auch mit einem sehr persönlichen Song scheitern zu können.
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