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ethan iverson, tom harrell, common practice
ja, das ist sehr schön. die fragilität des tons von harrell vor dem hintergrunde der wachen, interessanten rhythm section lässt einen sehr genau auf das material hören. ich gehe dem ganzen trotzdem nicht vollständig auf den leim, jedenfalls nicht sofort (das wird sehr oft bei mir laufen). dieser unbedingte drang zur interessantheit bei iverson ist verständlich, weil er ja totgespieltem material neues leben einhauchen will (und die arbeit übernimmt er prominent), aber es bremst halt auch die gesamte band. das kann mit mcphersons zurückhaltung zu tun haben, die ich so nicht von ihm kenne – aber iverson schleppt halt, und damit ist auf dauer schwer umzugehen (ganz schlimm find ich das bei „sentimental journey“). das ist meckern auf allerhöchstem niveau, aber ich hab das gefühl, dass es hier nie richtig losgeht, weil alle permanent alles richtig machen wollen. wenn ich bobby durham vorhin bei shepp zuhöre, wie dem chorus um chorus immer was neues einfällt, ohne dass er jemals auf sich aufmerksam machen will, hat das eine andere qualität. für ecm ist das ein sehr überraschendes und sehr notwendiges album. und es sind sehr viele tolle neue standardinterpretationen zu hören. aber ich wünsche tom harrell die ganze zeit jason moran als begleitung.
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