Antwort auf: Jack DeJohnette

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vorgarten

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redbeansandrice
Jack DeJohnette New Directions ‎– In Europe
das zweite New Directions Album, live in Willisau, ein paar Monate nach der Aufnahme von Special Edition im Juni 1979… Es gibt was zu feiern: Nachdem er ein paar Jahre eigentlich ueberall dabei war, ist das hier ist das letzte deJohnette Album mit John Abercrombie, wenn man von der Gateway Reunion 1994 absieht. Ich mag ihn schon irgendwie, er macht tolle Klangflaechen und so… aber als linienspielende Solisten gefallen mir andere besser… und man muss auch als Leader immer ein bisschen aufpassen, dass er nicht den Rockstar auspackt, der in ihm schlummert… ich wuerde behaupten, dass er auf dem New Directions Studioalbum ganz gut unter Kontrolle war, waehrend das Live – so wie hier – nicht immer moeglich ist.

bayou-fieber in willisau, ich denke, das publikum hätte sich über den einen oder anderen bluesrock-moment ein bisschen gefreut, den reaktionen auf abstrahierte splitter davon nach zu urteilen, aber ich kann den rocker abercrombie auch hier nirgends hören… sein warmgetöntes single-note-spiel bleibt unverzerrt, eigentlich immer auf jazz bezogen, eher in eine sharrock-richtung hinüberblinzelnd als zu coryell oder mclaughlin… er könnte sich viel raum nehmen hier, neben einem trompeter, der nur impulse setzt, keine soli entwickeln mag, aber sie bleiben alle hier sehr lässig in ihrem laufenlassen. ich mag die „bayou-fever“-version hier sehr gerne, mit dem unbegleiteten piano-intro, zu dem dann ein bass-vamp hinzukommt, das dejohnette zeit lässt, ans schlagzeug zu wechseln (ist ja ein super-effekt später bei „india“ auf der ersten SPECIAL EDITION). funktionierte gerade nach einem ersten arbeitstag ziemlich gut, die lockeren grooves, das freundliche frage-und-antwort-spiel, der bassist, der in die minimal-vamps die größtmögliche virtuosität einfließen lässt, die jam-atmosphäre, das leicht bekiffte schweben. viel entwicklungspotenzial steckt nicht drin, aber schön, dass es die zwei alben gibt.

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