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Bin wieder „da“!
Ich hatte Freitag und Samstag kaum – eher keine – Zeit mich hier zu äußern. Das hatte ich auch kommuniziert.
Und gestern schmiert uns das Netzwerk ab. Das tut mir sehr leid, dass ich hier so schweigsam sein musste, bin aber einigermaßen erleichtert, dass ich vorher noch die Auflösung liefern konnte.
Zuerst möchte ich Ausdruck geben, wie sehr es mich freut, dass euch, laut der vielen Meldungen, meine Auswahl gefallen hat. Ich konnte das bei meinem ersten Versuch so gar nicht einschätzen, ob die ausgewählten Titel eines BFT würdig wären, dafür hatte ich anfangs viel zu viel mit organisatorischen und technischen Belangen zu tun. Liest sich für alte Hasen vielleicht übertrieben, doch hat mich meine recht spontane Entscheidung und auch die ziemlich schnell getroffene Auswahl ein wenig aus der Realität gehoben, so schien mir zeitweise.
Doch das „kalte Wasser“ wurde recht schnell warm dank eurer freundlichen Beteiligung. :)
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Ein paar Anmerkungen zu euren seit Freitag gemachten Beiträgen:
stefaneDanke für den schönen BFT, @dietmar_.
Teilweise sehr überraschende Auflösung: Sun Ra mit dem von mir als sehr konventionell wahrgenommenen Track 3; Marian McPartland, die ich sehr schätze, aber auf Track 5 niemals erkannt hätte; und Dizzy Reece mit Track 9, bei dem ich wenig Hard Bop-Einflüsse ausmachen konnte.
Le Sony’r Ra ist doch auch irgendwie immer eine Wundertüte, man weiß nie genau, was er einem präsentiert wird. Es gibt so einige Alben, auf denen er plötzlich Swing spielt, als hätte er nie etwas anderes gemacht – seit den späten 30er Jahren war er professioneller Musiker.
Marian McPartland Plays The Music Of Alec Wilder ist ein gutes Album – ich mag aber auch das fast zeitgleiche Album mit ihrem (Ex-)Mann, Jimmy McPartland, auf dem traditioneller Jazz gespielt wird.
Dizzy Reece hätte mit diesem Titel vielleicht auch ganz gut in den vorherigen BFT 28 von gypsy-tail-wind gepasst.
brandstand3000So. Hab heute den ganzen Thread gelesen.
Boah!
Und habe dabei einige der Stücke noch deutlich mehr würdigen gelernt.
Freut mich sehr.
Ich danke allen Beteiligten, echt toll, wie ihr über Musik schreibt.
Ja. Allen, die sich mit ihren Ideen und Beiträgen beteiligten einen herzlichen Dank!
Meinen virtuellen Urlaub in Frankfurt bei Jutta hab ich schon begonnen. Als Pianistin haut sie mich nicht so um, aber die Kompositionen finde ich gut.
Vielleicht versuchst du es noch mit den etwas späteren Aufnahmen, die sie für Blue Note gemacht hat? Kurz darauf hat sie sich komplett vom Musikgeschäft zurückgezogen, als Textilgestalterin – Näherin? – gearbeitet. Wahrscheinlich keine so ganz einfache Zeitgenossin? Das bedaure ich sehr, was hätte da noch kommen können?!
Den Film „Nowhere To Go“ hab ich mir auch gerade besorgt. Bin gespannt.
Auf den Film wollte ich auch hingewiesen haben, ich kenne ihn aber selber nicht.
https://en.wikipedia.org/wiki/Nowhere_to_Go_(1958_film)
Hier der Trailer, der zumindest in den Schlusssekunden Dizzy Reece‘ Musik hören lässt.
„Chlüppli Groove“ ist ein grauenvoller Titel für dieses, wie ich finde, ziemlich heilige Stück.
„Two Bass Shit“ hingegen passt perfekt.
Meinst du die Wäscheklammer? ;) Ich finde Chlüppli ganz charmant, ich mag aber auch Dialekte und deren Absonderlichkeiten.
„Two Bass Shit“ ist dafür ziemlich unheilig.
Und Fellini bei der #11 macht natürlich Sinn. Scheußlich
Tja, der Eine sacht so …
gypsy-tail-windDen Tango in #11 hatte vorgarten natürlich schon erkannt, ich auch, aber hingeschrieben hatte ich das erst vor ein paar Tagen mal… half aber beim Stochern auch nicht weiter.
Äh, verstehe ich das richtig – ist vielleicht wegen zeitlichen Distanz bei mir nicht hängengeblieben – ihr hattet den Titel erkannt und ich hatte es überlesen?
Und eben, die Collier-Aufnahmen habe ich auch bereits hervorgekramt, um sie mal wieder bzw. teils erstmals anzuhören (vier Doppel-CDs von BGO)
Graham Collier hat schon tolle Sachen gemacht, das lohnt auf jeden Fall da weiter reinzuhören.
Fernández spielt schon länger mit Barry Guy – ich hörte ihn 2004 bei einem fulminanten Auftritt des New Orchestra am Taktlos, hier in Zürich (danach spielte das Gratkowski Quartett, da hörte ich dann eben Manderscheid zum bisher einzigen Mal live – schwierig, weil die Guy-Guys wirklich Himmel und Hölle in Bewegung setzten und ich danach komplett geschafft und glücklich war).
Ich sah durch Zufall, die Intakt-Abo-CD schneite mir ins Haus, dem Päckchen war ein kleiner Barry-Guy-Katalog beigelegt, auf einem der Fotos Fernández mit Guy, 2017 in Zürich aufgenommen.
Ich hab davon vieles da, eindrückliche Musik, aber für mich wiederum auch Musik, die ich zuhause eher selten hören mag,
Das verstehe ich, geht mir mit Vielem auch so.
im Konzert aber sofort (so ab 2021 wieder, wenn alles gut geht?
*seufz* Wir hoffen und warten derweil ab.
soulpope
dietmar_
soulpopeDieses Stück hat mich vom ersten Hören an gefangen genommen – sehr scheen …. jedenfalls Dank für Deine Arbeit mit diesem BFT …. Edit : Dieser Track erwischt perfekt die (Athmo)sphäre, welche Lester Bowie`s Brass Fantasy erreichen wollte, dies allerdings – vor allem auf Platte – sehr selten schaffte ….
Das ist interessant, aber mir vollkommen neu. Deine Bemerkung liest sich so, als ob du das live erlebt hast? Bowie hätte ich ehrlich gesagt hiermit nicht in Verbindung gebracht.
Ja 2mal konzertant erlebt …. das 1ste mal knapp nach Veröffentlichung des „I Only Have Eyes For You“ Albums ….
Eben aus dem Regal gezogen, bei Erscheinen war ich immerhin schon 18. Aber noch auf einem komplett anderen Dampfer unterwegs, kannte „Kind Of Blue“und „The Köln Concert“, sonst nix.
„I Only Have Eyes For You“ werde ich zeitnah überprüfen, lange nicht gehört.
brandstand3000das video zur zeeland suite ist toll
Ja, ich kenne es als Zeeland-Fan fast auswendig. Sentimentalismus.
gypsy-tail-wind@dietmar_ hab gerade „Sudori“ von Pino Minafra hervorgeholt …
Das ist so ein Fall, wo ich aus Zeitspargründen nicht DAS beste Stück des Albums ausgewählt habe, ihr habt euch entsprechend schwer damit getan. Aber bei Pino Minafra denke ich nicht nur ans Castel Del Monte ;) >> Italian Instabile Orchestra! Nicht nur euch inspiriert die Auswahl, Noci/Rive-de-Gier und Pisa Teatro Verdi liegen hier.
demonIch bitte um Entschuldigung, dass ich die letzten Tage nicht die Stimmung und die Muße gefunden habe, den BFT #29 endgültig durchzuhören. Erst heute habe ich mir die letzten Titel vorgenommen. Wie üblich habe ich weder irgendwelche Künstler noch Titel erkannt.
Vollkommen in Ordnung, wenn man das (nur) zum Hören nutzt. Es freut mich, wenn es dir gefallen hat.
Hier die Notizen, die ich mir beim erstmaligen Anhören gemacht habe:
#1
Eine wunderbare Trompete(?) wird von anderen, wild durcheinanderspielenden Blasinstrumenten andauernd gestört.
#2
Urwald-Trommelnaus den 50ern, höchstens frühe 60er.
Hört man hier wirklich nur Bass, Drums, Percussion und Vibraphon?
Ja.
#3
Bisschen Boogie-Woogie, aber nie primitiv oder vulgär. Z.T. wird das Piano auch richtig gefühlvoll gespielt. Zwischendrin schleicht sich das Harmonieschema von „Rock around the clock“ ein und wieder raus. Prima Unterhaltung!
#4
Interessant, spannend, und zu kurz!
#5
Klassisches Piano-Trio, traditionelle Harmonik ohne Überraschungen, die Musik geht angenehm ins Ohr.
Ist nur ein Klavier-Bass-Duo.
#6
Auch das ziemlich „klassisch“. Wie so oft gefällt mir das Piano besser als das Saxofon.
Das Klavier spielt aber auch ein ganz Großer des Hard Bop: Sonny Clark.
#7
Fantastisch, wie das durchgehend swingt! Auch das wieder sehr traditionell und vom Klang der Aufnahme her her m.E. keinesfalls später als 50er.
Yep, 1954.
#8
Den prägnanten Bass finde ich klasse! Bei der Melodie finde ich auf Anhieb keinen roten Faden, aber die Atmosphäre, die von der Nummer ausgeht, ist ganz wunderbar,
#9
Am Anfang nervt der sture Rhythmus aber wenn die Soli einsetzen, damn bildet er für diese einen schön kontrastierenden Hintergrund. Auch das was Älteres, nehme ich an.
1958.
#10
Interessant, aber haut mich nicht vom Hocker.
#11
Die Nummer der Überraschungen. Kann ich weder zeitlich noch stilistisch einordnen, mal abgesehen davon, dass es stellenweise nach „Balkan“ klingt. Macht mächtig Spaß!
#12
Macht Spaß, auch wenn ich nicht beschreiben kann, warum.
#13
Interessant – aber ich muss es nicht unbedingt ein zweites Mal hören.
#14
das lässt mich ratlos zurück…
#15 + #16
… gehen an mir total vorbei – sorry
#17
Wunderschön! Und eine feiner ruhiger Abschluss – wenn ich mal unterstelle, dass sich Dietmar bei der Reihenfolge was gedacht hat.
Danke, @dietmar_ !
Da waren einige Gedankentrefffer dabei.
imernst
3. The Sun Ra Trio – „Magic City Blues“ 4: 48 (1979, God Is More Than Love Can Ever Be, SR – p, Hayes Burnett – b, Samarai Celestial – dr)
VOR WENIGEN WOCHEN MAL AUF BANDCAMP ANGEHÖRT, WAR ABER WOHL NICHT IN STIMMUNG DAFÜR (ansonsten bin ich wohl ein großer Sun Ra Fan – habe über 60 Aufnahmen von ihm, wenn auch seit mindestens vier Jahren ausser zwei oder drei neue Erwerbungen nichts mehr von ihm gehört)
Mich hat sofort interessiert eine Sun Ra Trio Aufnahme zu haben. Auch hier ist es nicht das beste, sondern das kürzeste Stück auf der Platte. ;)
4. Agustí Fernández, Barry Guy, Ramón López – „Morning Glory“ 1:56 (2010, Morning Glory)
ALS ICH DIE JETZT SAH ERRÖTETE ICH. HABE ZWAR VOR ALLEM DAS ERSTE ALBUM DER DREI HÄUFIG GEHÖRT (und laut Label am meisten davon weltweit abgesetzt), ABER DIE DREI SCHÄTZE ICH DOCH SEHR. HATTEN SOGAR EIN KONZERT DER DREI IM LADEN. SHAME ON ME!
Aber das ist so’n Typischer. Wir oft geht es mir so, dass ich denke, kennst du doch , ja, voll greifbar und mir fehlen Worte und Namen. Ich kann das sehr gut. ;)
6. The Lawrence Marable Quartet featuring James Clay – „Minor Meeting“ 4:33 (1956, Tenorman, LM – dr, JC – ts, Jimmy Bond – b, Sonny Clark – p)
ALS FRESH SOUND GEKAUFT, GLEICH VERLIEHEN (ohne es selbst auch nur einmal zu hören) UND NIE WIEDER BEKOMMEN. MÖCHTE ICH ABER NOCHMAL KAUFEN – NICHT ZULETZT WEGEN DES BFT. GEFÄLLT MIR WIRKLICH.
Hau‘ dem „Freund“ eine rein, unter Wahrung des – äh – Mindestabstandes.
7. Jutta Hipp Quintet(t) – „Mon Petit“ 3:37 (1954, Cool Dogs & Two Oranges, JH – p, Emil Mangelsdorff – as, Joki Freund – ts, Hans Kresse – b, Karl Sanner – dr)
HABE ICH SCHON MINDESTENS 20 JAHRE UND FAST SO LANGE NICHT MEHR GEHÖRT. IMMERHIN HATTE ICH WENIGSTENS EINE AHNUNG DAS ES AUS DEUTSCHLAND KOMMT UND AUS DER ECKE HIPP / KOLLER KOMMT.
Ja, das können Experten wie du sicher einschätzen.
11. Pino Minafra Sud Ensemble – „Tango (Dedicated to Federico Fellini)“ 5:01 (1995, Sudori, Lauro Rossi, Giorgio Occhipinti, Pino Minafra, Daniele Patumi, Carlos Actis Dato, Vincenzo Mazzone)
ERWORBEN 1996 – DAMALS OFT GEHÖRT – NICHT ERKANNT ….
12. Leo Cuypers – „Two Bass Shit“ aus der Zeeland Suite 4:28 (1977, Zeeland Suite & Johnny Rep Suite, LC – p, Willem Breuker – sax, Bob Driesen – sax, Willem van Manen – tb, Harry Miller – b, Arjen Gorter – b, Martin van Duynhoven – dr)
SIEHE 11 (gekauft so 2000/02)
Tasächlich war ich etwas erstaunt, dass man das Willem Breuker Kollektif nicht schnell erkannt hat. Schon mehrfach erwähnt, ging ich davon aus, dass das eines der am leichtesten erkennbaren Bands im BFT29 ist. Nicht das Stücke, das ist sicher schwer herauszufinden, gerade weil WBK so viel gemacht haben und dann noch die Tatsache das hier unter Cuypers Namen erschienen ist.
14. The Remedy – „7“ 2:10 [1993, The Remedy (20 Improvised Songs), Sebastian Gramss, Axel Dörner, Claus Wagner + Tom Cora, Peter Kowald, Matthias Schubert]
FÜR MICH IM BFT EINER DER PERSÖNLICHEN HIGHLIGHTS – ABER AUCH SCHON LANGE NICHT MEHR GEHÖRT (was aber über meine Fähigkeit zu erkennen nichts sagt)
Ich habe das Album erst kürzlich entdeckt, war ganz angetan.
15. Zhenya Strigalev’s Smiling Organizm – „Stake“ 4:23 (2015, Robin Goodie, ZS – as, Ambrose Akinmusire – tp, Taylor Eigsti – p, Tim Levebvre – b-g, Larry Grenadier – b, Eric Harland – dr)
LEADER UNBEKANNT – ABER VORGEMERKT ZUR WEITEREN NACHFORSCHUNG
So etwas freut mich natürlich.
16. Frank Tusa – „Cameo“ 5:29 (1975, Father Time, David Liebman – ss, Richie Beirach – p, FT – b (Jeff Williams – dr, Badal Roy – tabla)
NOCH NIE GEHÖRT – ABER TATSÄCHLICH VON EINEM FREUND ERST VOR DREI TAGEN (am Telephon) EMPFOHLEN BEKOMMEN
Guter Mann. ;)
Allgemein bin ich für BFT sicherlich absolut ungeeignet. Selbst die LP / CD die ich mittlerweile in der vierten Version (CD – die drei LP Editionen absolut heruntergehört – also mindestens 500 gehört – schwör!) habe und von allen Jazzaufnahmen mit Abstand am häufiigsten gehört habe konnte ich nicht erkennen als sie mir ein lieger Freund mal bei sich vorgespielt hatte. Zwar hat es in meinem Kopf recht gejuckt und ich konnte jeden Ton der Aufnahme eine Mikrosekunde zuvor „singen“ aber das half auch nichts.
So ähnlich geht es mir auch, das wird man jetzt bei #30 festestellen, auch da kommt mir einiges bekannt vor, aber eine Ahnung WER da spielen könnte, habe ich auch nicht. Ja, das juckt’s mal im Kopf.
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Fast nahtlos geht es mit Flurins BFT 30 weiter, das erste Reinhören war auch sehr vielversprechend, nur erkannt – siehe die Zeilen hier drüber – habe ich auch wieder nichts.
Viel Spaß damit.
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