Antwort auf: Top 100 Filme

#10493321  | PERMALINK

Anonym
Inaktiv

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Mit seiner kleinen Tochter „Irréversible“ zu schauen ist nicht pädagogisch wertvoll oder sonstwie „auf die reale Welt vorbereitend“, sondern einfach verantwortungslos. Macht hoffentlich auch niemand. Es gibt schon noch einen großen Graubereich zwischen hohlem, eskapistischem Schund, der kommerziell auf ein Alter zugeschnitten wurde und nur die niedersten Instinkte der Zielgruppe bedient und gesundem Menschenverstand, was für Kinderaugen gut ist.

Ich drücke da eher die Daumen für Team Eskapismus, ich würde nie irgendwas empfehlen, um jemanden „auf die reale Welt vorzubereiten“. Lieber ein paar Filme, die zu dem Gedanken anregen können, dass die vermeintliche Wirklichkeit nur ein rein persönliches Konstrukt ist. In diesem Sinne: „The Pursuit of Happyness“ ist sicher giftiger als „Irréversible“, schon weil er darauf getrimmt ist, die Ideologie dahinter leicht konsumierbar zu machen. Den gesunden Menschenverstand kann ich versiegelt in der Originalpackung lassen. Ich glaube nicht, dass irgendein Kind sich freiwillig für Gaspar Noé entscheidet. ;-)

Sagt mir erstmal gar nichts, Danke!

Ein jüdisches Dorf erfährt während des Zweiten Weltkrieges, dass die Nazis nun kurz vor den Toren stehen. Der Dorftrottel äußert die so geniale wie absurde Idee, die Juden sollten sich selbst deportieren. Nach der Einteilung der Dorfbewohner in „Nazis“ und „Deportierte“ bauen sie Züge, nähen Uniformen und lernen Deutsch (=Jiddisch ohne den Humor…) – und machen sich auf den Weg nach Palästina.
Trotz des ernsten Themas ist der Film voll gelungener Komik. Mehr will ich gar nicht spoilern. ;-)

Was ist für Dich an der Message denn „fragwürdig“?

Für mich fällt das in die gleiche Kategorie wie diese „Kopf-Hoch-Bruder“-Raptracks. Ich fühle mich dort persönlich beleidigt und verarscht, wenn ein Haufen Spießer die Nonkonformistenuniform (um schon wieder Reinhard Mey zu zitieren) anlegt. Und für diese Jungs geht es ja auch um nichts. Sie spielen ein bisschen Rebellion, mucken in der sicheren Umgebung der Schule auf und flüchten dann wieder in den Schoß ihrer Familien. Die Touristen, von denen wir im „Sound of German HipHop“-Thread mal sprachen, remember? ;-)

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