Antwort auf: blindfoldtest #24 – vorgarten

#10225515  | PERMALINK

vorgarten

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cloudy
11. Hektisches Schlagwerk am Anfang. Dann Blasinstrumente, die mir teils wie Sirenen, teils wie Fanfaren erscheinen. Ist mir insgesamt viel zu hektisch und unmelodisch. Free Jazz wohl? Es fällt mir schwer, bis zum Ende durchzuhören, weil das Tempo für mich einfach zu konstant hoch bleibt. Derzeit der für mich schwächste Titel im BFT.

ok, verstehe. wirklich „free“ ist das nicht, weil der rhythmus (3/4) durchgeht. aber die intensität ist natürlich immens und trompete und tenorsaxofon brechen ab und zu in atonale bereiche aus. was halt auch für die härte sorgt, ist, dass es kein begleitinstrument (klavier, gitarre etc.) gibt. und beide solisten spielen in ziemlich hoher frequenz. das kann natürlich nerven, wenn man eigentlich einen ruhigen abend verbringen will ;-)

cloudy 12. Ebenfalls reichlich hektisch. Und dann setzt irgendwann eine Gesangsstimme ein!? Diese gefällt mir sogar noch ziemlich gut, aber sie kommt nicht wirklich angemessen zur Geltung, weil das wilde Tempo und die Instrumente um die Dame herum letztere untergehen lassen. Ist das Fusion?

da fusionieren auf jeden fall zwei ebenen – ein frei improvisierendes quartett (das ist tatsächlich „free“) und eine sängerin, die zur klavierbegleitung eine art spiritual singt. dazwischen ist kampf, reibung, ignoranz, aber es gibt auch eine gemeinsame ebene der gleichen musiktradition und überhaupt ist das wohl als metapher für das vertrauen auf die eigene stimme gemeint, die sich immer wieder behaupten muss, aber das ist vielleicht zuweit hergeholt.

cloudy 13. Dieses Flötenspiel mag ich sehr. Die Melodie, die dort gespielt wird, erinnert mich schwer an eine Filmmusik, deren Titel mir jetzt aber nicht einfallen mag. Bass und Schlagzeug ebenfalls sehr ansprechend.

schön, endlich mal jemand, dem/der das gefällt. das ist keine filmmusik, sondern von einem anderen flötisten aus der gleichen szene. ich mag das stück auch sehr. der drummer ist recht bekannt, seine besenarbeit hier finde ich grandios (dadurch bleibt alles sehr leicht).

cloudy 14. Weckt bei mir Assoziationen an Elektro und sogar Dancehall. Ein solches Stück habe ich hier nicht erwartet, aber es passt zum Sommer in dieser relaxten Art. Sehr genial sind Xylophon (?) und Trompete.

zum derzeitigen sommer passt es wohl nicht, aber es hat sehr ausgefuchste psychedelische elemente. die instrumentierung ist ein großes kulturelles durcheinander, wir hören erst ein fernöstliches saiteninstrument, dann ein vibrafon, dann ein altsaxofon, dann ein subsaharisches daumenklavier mit resonanzkörper (kalimba), schließlich eine verzerrte e-gitarre und eine flöte, bevor die schattenhand wiederkommt und alles wegwischt.

cloudy 15. Die Gesangsparts mag ich nicht so gern. Auch, weil die Lyrics nicht so genau zu verstehen sind und eher banal erscheinen. Die Mundharmonika reißt es jedoch für mich raus und ist das Highlight des Titels.

ich finde die mundharmonika ja schrecklich, aber sie ist toll eingesetzt. die lyrics sind auf jeden fall banal, aber um die geht’s hier auch nicht. hier versagt immer wieder ein motor und deshalb kommt auch das stück nie recht ins laufen…

cloudy 16. Ein Stück, das mich von Anfang an packt! Instrumentierung, Melodie, Tempo – spannend und faszinierend! Das Piano indes wirkt auf mich ein wenig bieder.

schön! bieder finde ich das klavier nicht, aber es erdet das ganze durcheinander natürlich. und das solo bricht auch nicht wirklich aus den konventionen aus. aber es ist schon damals state of the art gewesen.

cloudy17. Kann ich mir gut anhören, wenngleich auch hier der Gedanke der „Hintergrundmusik“ aufkommt. Nichts Spektakuläres, weder von den Instrumenten noch von der Stimme.

das ist eigentlich ziemlich spektakulär, aber sehr glatt aufgenommen. und das poppige, das irgendwie auch wieder beabsichtigt ist, hört man sicherlich auf einer anderen ebene als z.b. das stück davor. die stimme allerdings halten viele in ihrem bereich für die tollste überhaupt seit den frühen 80ern. charismatisch ist sie auf jeden fall, vielleicht geht das aber im mix etwas unter.

cloudy So, das wäre dann mal mein Senf zum BFT. Nochmals ganz herzlichen Dank, dass ich hier mitmachen durfte. Da sind so einige Schätzchen dabei, mit denen ich mich gern in Zukunft weiter befassen möchte.

vielen dank für’s mitmachen und deine tollen kommentare! jeder hört die stücke anders, das macht so einen bft ja so spannend.

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