Antwort auf: King Crimson – Radical Action To Unseat The Hold Of Monkey Mind

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gruenschnabel

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sparchWelche anderen Live-Alben würdest Du empfehlen?

Also, das mit den Empfehlungen bei KC ist natürlich so eine Sache. Etwas ausufernd und nicht gleich so übersichtlich, das Ganze. Ich wurstel mich erst mit der Zeit so durch und kenne auch nicht jede VÖ. Insbesondere bei älteren Gigs würden mich Empfehlungen selbst noch interessieren. Ich habe zwar ein paar Live-Sachen bis `74 hier, aber noch nicht so den ganz großen Wurf. Gibt es den überhaupt? Viele stehen, glaube ich, auf diese „Great Deceiver“-Geschichten. Ich merke, dass ich mich dem Kram eher zögerlich nähere. Mit Wetton tue ich mich eh etwas schwer (vor allem bezüglich der Stimme). Dennoch ist „Starless and bible black“ natürlich ein großartiges Ding – aber nicht gerade das, was man als „normales“ Live-Album bezeichnen würde…
Dafür docke ich ganz gern beim 71’er-72’er Line-Up mit Boz Burrell als Sänger an, den ich für unterschätzt, wenn nicht sogar verkannt halte. Auf der Live-Kompilation „Ladies oft he road“ (2CD) macht das Quintett Burrell, Sinfield, Fripp, Wallace, Collins jedenfalls richtig Freude und bietet eben auch mal was von „Islands“ dar, die ich sehr liebe. Ob es da noch schöneres Live-Material aus dieser Phase gibt? Ich weiß es nicht. Die „Live at the Marquee“ klingt jedenfalls (z.T. deutlich) schlechter. Aber da können vielleicht andere mal mit weiteren Tipps, gerne auch was die Zeit ab 1969 betrifft, aushelfen.

Bei Live-VÖs ab 1981 gerate ich aber mittlerweile an Punkte, an denen ich denke: Nee, dies und das haste schon in besserer Qualität, und jene Phase auch schon auf drei Alben repräsentiert usw. und traue mich mal, selbst Empfehlungen abzugeben:
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„Cirkus – The young person`s guide to King Crimson Live“ mit einer Zusammenstellung von Live-Material aus den Jahren 1969-1998

Diese Live-Kompilation umfasst richtig tolle Tracks über die Jahrzehnte hinweg. Wer die Konzert-Jahre bis 1998 mal mit einer VÖ erkunden will, ist hier sicher richtig. Toller Querschnitt.

„Absent lovers“ mit dem Gig aus Montreal vom 11.7.1984 (2CD) in der Besetzung Belew, Fripp, Levin, Bruford

Der Sound ist schon mal großartig – eher rockig-rau und weniger „klinisch“ (was dem 80er-Line Up ja zuweilen vorgeworfen wird). Es ist der letzte Gig dieser Formation und repräsentiert vor allem natürlich die letzten drei Studioalben in quicklebendigen, beseelten Liveversionen. Ich glaube nicht, dass ich viel mehr aus 1984 brauche, das hier scheint mir kaum zu übertreffen.

„Vroom vroom“ (2 CD) mit Material aus 1995 (NYC) und 1996 (Mexico City)

Wer etwas für das Doppeltrio übrig hat, bekommt hier zwar wieder mal keine ganzen Sets, aber dennoch eine volle Ladung in toller Qualität. Besonders CD 1 (Mexico) hat auch eine enorm überschwängliche Live-Atmosphäre, da wackelt auch vom Publikum her für Crimson-Verhältnisse ordentlich die Bude. Kaum ein Track findet sich doppelt, die Zusammenstellung ist gelungen.

„The Collectable King Crimson Volume 3 – Live at the Shepherds Bush Empire, London, 1996“ (2CD)

Ganz besondere Empfehlung, obwohl die Soundqualität nicht höchsten Ansprüchen genügt („Very fine“ steht drauf): Aber hier hat man mal ein mitreißendes Liveset des Doppeltrios von A-Z (Fripps einleitendes Soundscape-Intro überspringe ich in der Regel). Die Jungs ledern hier enorm ab, die Setlist dürfte die Tour auf hervorragende Weise abbilden, und über mangelnde Publikumsatmosphäre dürfte kaum zu klagen sein. Eines meiner Lieblingskonzerte der Crimsons.

„Heavy construKction“ (3 CD) mit Material der 2000er-Tour in der Quartett-Besetzung Fripp, Belew, Gunn, Mastelotto

Die „The construKction of Light“-Phase ist auch nicht jedes Crimson-Mannes Ding. Aber wer mit ihr wie ich warm geworden ist oder sie sogar heiß findet, bekommt hier nicht nur die erwartbaren Titel (ergänzt vor allem durch Stücke vom „Thrak“-Album), sondern auch eine Fülle von improvisierten Tracks (im Wesentlichen CD 3). Ich vermute, dass man für diese Phase kaum Besseres finden wird.

„Eyes wide open“ (2DVD) mit Live in Tokyo (16.4.2003) und Live in London (3.7.2000) mit Belew, Fripp, Gunn und Mastelotto

Wer etwas Tolles aus der „The Power to believe“-Zeit sucht, dem empfehle ich den extrem aufgeladenen Tokyo-Gig auf DVD1. Sound sehr gut, Bild wohl nicht den ganz hohen Ansprüchen genügend – das Set ist wundervoller 21.Century-Schizoid-Crimson-Wahnsinn. Der Shepherds Bush Empire-Gig auf DVD2 hat Bootleg-Qualität (unscharfes Bild, aber guter Klang) – ein nettes und wirklich brauchbares Extra, denn ich kenne sonst noch nichts an bewegten Bildern aus der „The construKction of light“-Zeit.

zuletzt geändert von gruenschnabel

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