Olivia Rodrigo – Sour

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  • #11492163  | PERMALINK

    herr-rossi
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    Registriert seit: 15.05.2005

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    Olivia Rodrigo – SOUR (Geffen, 2021)

    1. Brutal
    2. Traitor
    3. Drivers License
    4. 1 Step Forward, 3 Steps Back
    5. Deja Vu
    6. Good 4 U
    7. Enough for You
    8. Happier
    9. Jealousy, Jealousy
    10. Favorite Crime
    11. Hope Ur Ok

    Und schon wieder eine 18-jährige, der eine windige Allianz aus Teenagern, Medien und berufsjugendlichen Trendsurfern Relevanz andichtet …;)

    Vorher nur dem Zielpublikum der Disney-Serie „Highschool Musical“ bekannt, hatte Rodrigo seit Anfang des Jahres mit drei Singles in Folge weltweite Charts-Spitzenpositionen. „Drivers License“ dürfte sogar die bislang erfolgreichste Single des Jahres sein. Das Debüt-Album „Sour“ liegt seit dem 21. Mai vor und wiederholt den Erfolg. Im Vergleich zu Billie wirkt ihr Pop eher konventionell, und ihre musikalischen Vorbilder Lorde und Taylor Swift sind nicht zu überhören, aber das von Dan Nigro, mit dem Olivia auch die Songs schrieb, produzierte Album ist eine durchaus gelungene Visitenkarte eines echten Talentes. Neben Balladen im Stil der genannten Vorbilder hat das Album auch einige Pop-Punk-Momente im Geiste der 2000er zu bieten, u. a. die aktuelle Single „Good 4 U“. Mal sehen, wie sich Olivia musikalisch weiterentwickelt.

    drivers license (Live From The BRIT Awards 2021)

    Deja Vu (Live Performance for MTV Push)

    good 4 u (Live) – SNL

    favorite crime (Live Performance for Vevo LIFT)

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    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #11492191  | PERMALINK

    krautathaus

    Registriert seit: 18.09.2004

    Beiträge: 23,252

    herr-rossi Und schon wieder eine 18-jährige, der eine windige Allianz aus Teenagern, Medien und berufsjugendlichen Trendsurfern Relevanz andichtet …;) Vorher nur dem Zielpublikum der Disney-Serie „Highschool Musical“ bekannt, hatte Rodrigo seit Anfang des Jahres mit drei Singles in Folge weltweite Charts-Spitzenpositionen. „Drivers License“ dürfte sogar die bislang erfolgreichste Single des Jahres sein. Das Debüt-Album „Sour“ liegt seit dem 21. Mai vor und wiederholt den Erfolg. Im Vergleich zu Billie wirkt ihr Pop eher konventionell, und ihre musikalischen Vorbilder Lorde und Taylor Swift sind nicht zu überhören, aber das von Dan Nigro, mit dem Olivia auch die Songs schrieb, produzierte Album ist eine durchaus gelungene Visitenkarte eines echten Talentes. Neben Balladen im Stil der genannten Vorbilder hat das Album auch einige Pop-Punk-Momente im Geiste der 2000er zu bieten, u. a. die aktuelle Single „Good 4 U“. Mal sehen, wie sich Olivia musikalisch weiterentwickelt.

    Rodrigos Musik, vor allem das Songwriting ist nicht so meins (übrigens auch nicht das von Taylor Swift), aber Hut Ab. Es ist auch von außen, ohne die Musik richtig zu mögen, beeindruckend mit welcher Professionalität ein Teenager hier seine Vorstellungen musikalisch und auch visuell umsetzt. Daß sie richtig gut singen kann muß man zumindest (im Gegensatz zu Billie Eilish) nicht erst erklären, wie deine Videos belegen. Und wie sie sich weiterentwickeln wird, ist wirklich spannend.

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    from Monday to Friday, from Friday to Sunday
    #11492285  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 5,454

    herr-rossiNeben Balladen im Stil der genannten Vorbilder hat das Album auch einige Pop-Punk-Momente im Geiste der 2000er zu bieten, u. a. die aktuelle Single „Good 4 U“.

    Wie schon oft festgestellt worden ist, bezieht sich diese Single so stark auf „Misery Business“ von Paramore, dass die beiden Tracks sich gut kombinieren lassen:


    Olivia Rodrigo – „Good 4 U“ (2021)
     


    Paramore – „Misery Business“ (2007)
     


    Adamusic: Olivia Rodrigo, Paramore – Good 4 U Misery Business Mashup (2021)

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    To Hell with Poverty
    #11492353  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
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    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 74,615

    Ja, die Vorbilder sind bei ihr schon sehr deutlich. Das macht ihre Musik auch so leicht zugänglich, dass ihr tatsächlich ein „Über-Nacht-Erfolg“ gelungen ist. Eine Mischung aus zweifellos vorhandenem Talent und glücklichen Umständen. Sie bringt alles mit, was einen klassischen Popstar ausmacht – kein Wunder, dass sich die Labels um sie gerissen haben. Man erkennt daran aber auch das, was Billie Eilish so anders macht: Sie hatte von Anfang an einen ganz eigenen Stil, den sie drei, vier Jahre lang entwickeln und sich zugleich eine Fanbasis schaffen konnte, ehe sie mit „Bad Guy“ und dem Debüt-Album als komplett ausformulierte Persönlichkeit für die ganz große Öffentlichkeit sichtbar wurde.

    Vielleicht gelingt Olivia ein „Carly Rae Jepsen-Effekt“ – eine künstlerische Neuerfindung mit dem zweiten Album auch um den Preis, auf das ganz große Publikum wieder verzichten zu müssen. Wobei Carly nach ihrem großen Hit erstmals als musikalisches Leichtgewicht abgestempelt war, während Olivia auch von Kritikern doch allenthalben sehr freundlich aufgenommen wird. Es ist kompliziert.:)

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    #11537131  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
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    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 74,615

    Ein Phänomen des Streaming-Zeitalters ist das „Album-Bombing“ – in der Woche nach der Veröffentlichung eines Blockbuster-Albums finden sich die meisten oder alle Tracks des Albums in den Singles-Charts. Meist verschwinden diese aber auch schnell wieder daraus. Nicht so bei „Sour“ – noch 2 Monate nach Veröffentlichung stehen acht von elf Tracks des Albums in den Top 75 der aktuellen Billboard Global Singles Charts:

    4) Good 4 U | Olivia Rodrigo (peak position #1, 9 weeks)
    19) Deja Vu | Olivia Rodrigo (#3, 15 w)
    22) Traitor | Olivia Rodrigo (#7, 8 w)
    28) Drivers License | Olivia Rodrigo (#1, 23 w)
    29) Happier | Olivia Rodrigo (#14, 8 w)
    31) Favorite Crime | Olivia Rodrigo (#14, 8 w)
    47) Jealousy, Jealousy | Olivia Rodrigo (#19, 8 w)
    60) Brutal | Olivia Rodrigo (#11, 8 w)

    Sehens- und vor allem auch hörenswert ist das knapp halbstündige Special „SOUR Prom“, eine Art Konzertfilm zum Album.

    EDIT: Auf ihrem offiziellen Kanal gibt es mehr Ausschnitte, man findet das gesamte Special natürlich auch, wenn man danach sucht.

    jealousy, jealousy

    traitor

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    #11567231  | PERMALINK

    themagneticfield

    Registriert seit: 25.04.2003

    Beiträge: 32,485

    Also ich habe die hier genannten Vorbilder tatsächlich (z.T. Gott sei Dank) nicht raus gehört, finde das Album auch deutlich besser als das, was ich von den Genannten kenne. Leider empfinde ich die Produktion (kann nur die LP beurteilen, vielleicht klingt das aufm Handy super) als etwas „muffig“. Da hätte man denke ich noch etwas mehr rausholen können, denke aber, siehe Klammer, dass ich auch nicht als Teil der vorherrschenden Zielgruppe anzusehen bin.

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    "Man kann nicht verhindern, dass man verletzt wird, aber man kann mitbestimmen von wem. Was berührt, das bleibt!
    #11567757  | PERMALINK

    herr-rossi
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    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 74,615

    @themagneticfield: Zum Soundvergleich kann ich nichts sagen, da ich mich zur LP immer noch nicht durchgerungen habe.

    Dann kann ich gleich noch den aktuellen Clip nachholen:

    brutal

    Inzwischen sind bei drei Tracks des Albums die Credits erweitert worden, und zwar bei „good 4 U“ um Hailey Williams und Josh Farro von Paramore, und bei „1 step forward, 3 steps back“ und „deja vu“ um Taylor Swift, Jack Antonoff und Annie Clark (St. Vincent).

    Adam Neely nimmt den Fall zum Anlass, um – nicht zum ersten Mal – einige grundsätzliche Probleme mit solchen Claims, dass x von y „gestohlen“ hätte, zu verdeutlichen. Denn auch Paramores „Misery Business“ hat (genre-bedingt) sehr ähnliche Vorgänger (und Nachfolger). Es besteht die Gefahr, dass solche Plagiatsauseinandersetzungen eine Grundlage populärer Musik unterwandern, nämlich das, was Arlo Guthrie so formuliert hat: „It ain’t stealing, it’s the folk process“.

    Did Olivia Rodrigo steal from Paramore? (analysis)

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    #11569281  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 5,454

    Sein Anliegen verstehe ich ja, aber Adam Neelys Vergleich kommt mir hier unvollständig vor. „Good 4 U“ und „Misery Business“ haben ja nicht nur Tempo, Akkordfolge und Form der Melodie gemeinsam, sondern auch das Thema. Der Mashup von Adamusic funktioniert auch deshalb so gut, weil die Songtexte perfekt zueinander passen – es macht den Eindruck, als habe Olivia Rodrigo dieselbe Geschichte aus einer anderen Perspektive erzählen wollen. Deshalb ähnelt „Good 4 U“ dem Paramore-Song doch noch mehr als den erwähnten Songs von Green Day usw., die musikalisch demselben Muster folgen.

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    To Hell with Poverty
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