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AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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Ausnahmsweise kommt die nächste Runde nicht nach ein paar Wochen oder Monaten, sondern schon nach ein paar Tagen. Mir war gerade danach.
THE SMITHS – „What Difference Does It Make?“ (Rough Trade, 1983)
„What Difference Does It Make?“ ist eine der besten Smiths-Singles und eine der frühesten und bis dahin erfolgreichsten Morrissey/Marr Kompositionen überhaupt.
Der Song gehörte bereits früh zum Live-Repertoire der Band, wurde allerdings bereits Ende 1984 wieder aus der Setlist verbannt, denn Morrissey wurde den Song schnell leid und hätte an seiner Stelle lieber „Pretty Girls Make Graves“ als dritte Single veröffentlicht. Morrissey war weder mit der Produktion noch den Lyrics zufrieden und war der Ansicht, dass der Song nicht gut gealtert sei. Er hielt den Track sogar für „absolutely awful, the day it was pressed“. Auch die Sessions zu „What Difference Does It Make?“ standen unter keinem guten Stern. Nachdem Troy Tate als Produzent gefeuert worden war und John Porter den Song deutlich umarrangiert, einen fast diskonahen R&B-Beat in den Vordergrund verfrachetet hatte und Marr zeigte, welche Möglichkeiten sich durch zahlreiche Gitarrenoverdubs ergaben (man vergleiche die Single-Version mit den der deutlich unaufregenderen Version aus den Troy Tate-Sessions oder der auf „Hatful Of Hollow“ enthaltenen Version aus einer Peel-Session), taten sich plötzlich bandinterne Querelen auf. Morrissey verließ die Sessions in Manchester plötzlich um den nächsten Zug nach London zu nehmen und um mit Rough Trade-Boss Troy Tate die finanziellen Geschicke der Band zu diskutieren. Später gab es noch einmal Ärger um das Sleeve der Single, das ein Bild von Terence Stamp in dem Film „The Collector“ zeigt. Nachdem bereits die ersten Exemplare ausgeliefert waren, weigerte sich Stamp die Verwendung des Fotos zu genehmigen. Ein alternatives Sleeve mit Morrissey als Coverstar in Stamps Rolle musste also her und kurz nachdem dieses veröffentlicht worden war, lenkte Stamp schließlich ein, so dass sein Bild doch verwendet werden durfte.
Die beste, ultimative Smiths-Single bleibt für mich weiterhin „This Charming Man“, aber „What Difference Does It Make“ rangiert aufgrund grandioser lyrics („Heavy words are so lightly thrown / But still i’d leap in front of a flying bullet for you“), einer betörenden Melodie und grandios-filigran arrangierten Gitarren-Layern nur knapp dahinter.
Nachdem ich mich aufgrund dieses Threads nochmals ausführlich mit allen Singles von The Smiths beschäftigt habe, ist es für mich sonnenklar: The best Band ever!
R.E.M. – „Superman“ (I.R.S., 1986)
Eine ebenso außergewöhnliche wie exzellente R.E.M.-Single, die wohl bereits seit 1980 als möglicher Kandidat für eine Coverversion angedacht war, als Peter Buck den Track erstmals während seiner Arbeit im Plattenladen „Wuxtry“ in Athens als B-Seite der „Sugar On Sunday“-Single von The Clique hörte und Mike Mills auf den Track aufmerksam machte.
The Clique waren eine Band aus L.A., die 1969 einen kleinen Hit mit dem Tommy James-Song „Sugar On Sunday“ hatten und ein einziges Album auf White Whale veröffentlichten. The Clique werden an vielen Stellen als Bubblegum-Pop bezeichnet, was mich ein wenig verwundert. Vieleicht habe ich auch eine falsche Vorstellung davon, wie Bubblegum-Pop sich anhören sollte.
Mills und Stipe singen diesen Song gemeinsam, angeblich weil Stipe den Text nicht kannte und somit um eine Sekunde versetzt das nachsingt was Mills ihm quasi vorsingt (ich glaube diese Story nicht), wobei Mills Gesangsspur deutlich in den Vordergrund gemischt wurde. Mills mag kein überragender Sänger sein, aber dennoch gefällt mir sein Gesangsstil und der Track Texarkana (auf „Out Of Time“) gehört noch immer zu meinen ewigen R.E.M.-Favoriten. „Superman“ mit seinen klassischen Boy/Girl-Lyrics und seiner simpel aber effektiv-treibenden struktur erinnert ein wenig an den Sound der band in frühen Jahren, ca. 1980/81. Definitiv näher am Powerpop als alles was die Band davor und danach (auf Platte) gemacht hat.
Das Intro der R.E.M.-Version von „Superman“, das auf dem The Clique-Track natürlich nicht vorhanden ist, stammt übrigens von einem japanischen Spielzeug Godzilla, der in etwa den folgenden Satz von sich gibt: „This is a special news report: Godzilla has been sighted in Tokyo Bay. The attack on him by the Self Defense Force has been useless. He is heading towards the city.“
Auf dem Album „Lifes Rich Pageant“ wirkt „Superman“ mit seiner dicht am Nonsense angesiedelten Unbeschwertheit fast wie ein Fremdkörper, der von der Band wahrscheinlich bewusst an das Ende des Albums verfrachtet wurde.
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WerbungSchöne Besprechungen, kramer. Bitte in der Frequenz weitermachen.
Smiths *****
REM ***1/2--
How does it feel to be one of the beautiful people?Ich schließe mich an: schöne Texte! Die Smiths-Single ist die erste, die mir gefällt, vielleicht wird’s ja doch noch etwas mit Morrissey und mir.
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If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.Kramer, weiter so.
Bei mir ist Difference vorn.--
FAVOURITESMensch, kramer, Du bringst uns langsam in Bedrängnis. Wie Du weißt, liegt bei mir schon länger ein Stapel bereit…
This Charming Man vor What Difference? Sehe ich auch so, denkbar knapp allerdings. Beide natürlich * * * * *.--
KramerR.E.M. – „Superman“ (I.R.S., 1986)
Tolle Single, wird zu selten gewürdigt.
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Zwei tolle Singles, kramer. The Smiths knapp vor R.E.M. Wobei das Original von „Superman“ auch nicht zu verachten ist.
Dass The Clique hin und wieder unter Bubble Gum Pop gelistet werden, mag daran liegen, dass sie halt Ende der 60er zu genau der Hoch-Zeit des Bubble Gum auftauchten und andererseits nicht recht kategorisierbar waren. Für Sunshine Pop nicht locker und leicht genug, für Garage Beat etwas zu seicht, und auch keine ernsthafte Westcoast Rock Band. Sie saßen zwischen allen Stühlen, wie man so schön sagt. Ihr Album auf White Whale enthält auch nicht durchgängig gutes Material. Ihre Version von „Sugar On Sunday“ ist nur ein müder Abklatsch des Originals. Aber dafür gibt es auf der LP eine schöne Version von „Splash 1“ (Original: 13th Floor Elevators). Ihr bester Track bleibt aber „Superman“, das mir in der R.E.M. Version auch nicht besser gefällt, obwohl sie etwas frischer und kerniger klingt.--
Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing! - Die nächste Guitars Galore Rundfunk Übertragung ist am Donnerstag, 19. September 2019 von 20-21 Uhr auf der Berliner UKW Frequenz 91,0 Mhz, im Berliner Kabel 92,6 Mhz oder als Livestream über www.alex-berlin.de mit neuen Schallplatten und Konzert Tipps! - Die nächste Guitars Galore Sendung auf radio stone.fm ist am Dienstag, 17. September 2019 von 20 - 21 Uhr mit US Garage & Psychedelic Sounds der Sixties!Prima, kramer. „Difference“ vor meiner Wenigkeit, sonst alles agreeable.
Mein Ranking:
1. SMITHS * * * * *
2. OASIS * * * * *
3. ADVERTS * * * * 1/2
4. P.BROS.&R. * * * *
5. R.E.M. * * * 1/2--
Edit
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Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.Es ist das großartige Rhythmus-Fundament, das ihn bei mir ganz, ganz vorn sein lässt. Unglaublich gut. Ich rede von der Single.
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FAVOURITES
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
Beiträge: 0
nail75Zu Difference: Ich bin ein wenig überrascht davon, dass so viele Forumianer diesen Song für eine solche über-Single halten. Ich habe mir die Versionen, die ich besitze, nochmal angehört und finde die Version auf „HoH“ ungleich stärker. Auch wenn das jetzt abgeschrieben aussieht, teile ich Morrisseys Kritik an der Produktion. Allerdings scheint die nervöse Atmosphäre vielfach als reizvoll empfunden zu werden. Aber selbst wenn ich die Produktion außen vor lassen, gibt es ein halbes Dutzend Smith-Singles, die ich als gelungener empfinde. Auf allerhöchstem Niveau natürlich.
Hast Du Dir die 7″ nochmal angehört oder eine Version von CD/LP?
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kramerHast Du Dir die 7″ nochmal angehört oder eine Version von CD?
Die Version von der „Singles“-CD, wobei ich hoffe, dass sie wenigstens mit der Version der 7“ identisch ist.
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Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
Beiträge: 0
nail75Die Version von der „Singles“-CD, wobei ich hoffe, dass sie wenigstens mit der Version der 7“ identisch ist.
Ich habe die „Singles“-CD nicht, allerdings halte ich es für vollkommen abwegig auf dieser Grundlage über die von mir vorgestellte 7″ zu diskutieren. Dazwischen liegen Welten, denn die Versionen können gar nicht identisch sein, bzw. identisch beurteilt werden. Darum ist das hier ja auch ganz explizit ein 7″-Thread.
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In Ordnung. Ich werde Dich in Zukunft nicht mehr mit meinen lächerlichen Versuchen, über Musik zu diskutieren, belästigen.
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Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
Beiträge: 0
Erstaunlich, was ein deutlicher Hinweis auf offensichtliche Unterschiede und Unvereinbarkeiten für Reaktionen hervorrufen kann.
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