ctte gibt Senf dazu – VÖ-Betrachtungen mit leichtem Prog-Überhang

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    Registriert seit: 27.11.2006

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    No.5 vom 29.7.2021  – Warnung vor Verstopfung –

     

    So kann es gehen. Da lasse ich mir seit Monaten fröhlich Zeit, und plötzlich habe ich von einem auf den anderen Tag Termindruck. Ich hatte nämlich seit Jahresbeginn mit meinem Auftraggeber über die Finanzierung meines Threads verhandelt, um nicht zu sagen gestritten. Und nun kommt gestern der Scheck und heute soll ich nun gleich No.5 abliefern.

    Klar wurde ich auch von anderer Seite gedrängt. Sogar namhafte Musiker unter meinen Lesern hatte die lange Dauer seit dem letzten Text beklagt. Nun gut, Material hatte ich gesammelt, das geht jetzt also gleich los. Um etwas mehr Alben unterzubringen, muss ich der Übersichtlichkeit wegen aber an der Ausführlichkeit sparen.

    Kurz noch der Grund, warum das plötzlich so hastig gehen muss. In 6 Std erscheint ein neues Album von Billie Eilish. Und ich muss unbedingt vorher fertig sein, da mit einer Verstopfung des Forums gerechnet wird. Möglicherweise muss sogar befristet die Abschaltung anderer Boards veranlasst werden, um die Traffic-Spitzen kanalisieren zu können. Es soll sogar Überlegungen geben, die Platte bereits zum 1.8. zum Album des Jahres zu erklären und zum 7.1.2022 nur noch die Plätze 2 bis x auszuwerten. Und deshalb muss ich bis heute, 23.59 Uhr Alternativen anbieten, damit die zwei, drei nicht Eilish-Besessenen über die Zeit kommen. Auf gehts:

     

    Frost – Day and Age (****1/2)

    Nach dem seltsam zerrissenen Vorgänger, für den man stellenweise viel Humor benötigte, hat Workoholic John Mitchell zwischen seinen vielen Projekten mal wieder Zeit für Jem Godfrey gefunden. Und dieses Schmuckstück ist toll geworden. Großartige Songs, eine sehr kraftvolle Herangehensweise (sie hatten gleich 3 Drummer  dabei, die sämtlichst nicht aus der zurückhaltenden Ecke kommen), eine glasklare Produktion, und vor allem ein Konzept. Das Ding ist stimmig und authentisch.

    Übrigens ist mit „Killing the Orchestra“ auch ein fast zehnminütiger Übersong gelungen, der an Mitchells Großtat „Losers Day Parade“ mit Kino erinnert. Als Anspieltipp taugt aber glatt jeder Song.

     

    Arc of Life – same (***1/2)

    Es ist ja in der Vergangenheit manches aus dem Yes-Umfeld veröffentlicht worden, was von fragwürdigem Sinn war. Hier erleben wir nun, wie Billy Sherwood, Jon Davison und Co versuchen, die Yes der frühen 80er aufleben zu lassen. Spielerisch machen sie das toll, die Platte ist frisch, klingt ausgefeilt und beeindruckt. Aber leider fehlt dann doch etwas. Gute Songs. Auch nach 7 Durchgängen bleibt einfach nichts hängen. Ich wollte das Teil wirklich klasse finden, habe mich richtig bemüht. Aber letztlich bleibt nur ein Workshop zum Bestaunen des Treibens toller Musiker. Und es bleibt mal wieder die Erkenntnis, was 90125, so ungewöhnlich sie damals war, ein Hammeralbum ist.

     

    Vola (****) und Helloween (****1/2) verweise ich an den Thread von Wolfgang. Die dürfen nicht unter den Tisch fallen, dort ist aber alles gesagt.

     

    Transatlantic – The absolute Universe (****)

    Auch diese „Supergroup“ ist inzwischen immerhin bei Album Nr.5 angelangt (wie meine Kolumne). Und überraschen können sie kaum noch. Dachte man, bis zu dieser seltsamen idee, dass Album doppelt zu veröffentlichen. Das längere Original für die Triple-Vinyl/DCD, und die kürzere Variante für Doppel-LP/CD. Was für ein Schwachsinn dachte ich im Vorfeld, um nun mit der zweiten Variante doch recht glücklich zu sein. Weniger wegen der Prägnanz schneller auf den Punkt zu kommen, sondern weil sie einfach so klingt, wie 27 andere Sachen von Neal in den letzten Jahren, die man kaum noch unterscheiden kann. Hier darf vor allem jeder Mal ans Mikro, was ganz andere Perspektiven schafft. Die Herren waren ja gezwungen, für Variante 2 nicht nur Demos für eine Bonus-Disc zu liefern, sondern glaubwürdig ihren schlafwandlerischen Stil aufzuweichen. Und das hat tatsächlich geklappt, womit ich zur Nachahmung aber nicht auffordere.

     

    So, jetzt ruft grad Susanne Vega an. Sie ist in Seesen bei einer Grillparty, ob ich auch kommen kann. Mir fehlt zwar noch Sylvan, Glasvegas, Squid, Smalltape, Dordeduh und Maurenbrecher. Aber das muss dann eben warten. Da liegen nämlich orange Paprika und Mohnkuchen auf dem Grill. Bis bald…

     

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    #11540151  | PERMALINK

    wolfgang

    Registriert seit: 19.07.2007

    Beiträge: 15,114

    Tja, mein schwattgelber Freund, was soll ich sagen, ich erwarte atemlos deine Besprechung des achten Weltwunders B.E. Ansonsten sehe ich die „Frost* ähnlich, sehr stark, benötigt aber auch einige Durchgänge. Die „Transatlantic“ sehe ich auf dem gleichen Niveau wie du, ich halte diese seltsame Veröffentlichungspolitik aber für fragwürdig. Ein Album mit den besten Tracks hätte mir auch genügt, so bekommen sie auch keine Höchstwertung für dieses Jahr.

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    Savage bed foot-warmer of purest feline ancestry
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