Startseite › Foren › Das Konzert-Forum: Wann, wer und wie › Und so war es dann › Duane Jarvis/Cindy Bullens – 15.4.03, Halle, Objekt 5
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Halle ist eine ziemlich häßliche Stadt; auch in frühlingshafter
Abenddämmerung und besonders, wenn man den Stadtring auf und ab
fährt, um endlich die richtige Abfahrt zu erwischen, die einen zum „Objekt
5“ bringen soll, wo heute abend Duane Jarvis und Cindy Bullens auftreten.
Als wir das kleine, gelb getünchte Fachwerkhaus gefunden haben, ist es
bereits dunkel. Ich zwänge mich in meine schnellen Cowboystiefel – vor
den Lohn hat der Herrgott schließlich den Schweiß gesetzt -, die zuletzt
beim Konzert von Mark Olson und Victoria Williams mißmutig den Estrich
im Berliner Knaack-Club bestrichen haben.Dass dieser Abend ein guter Abend werden wird, ist von dem Moment an
klar, als wir die Tür zum „Objekt 5“ öffen. Ein hoher Raum, nicht
besonders groß, in dem auf Barhockern an hohen Tischen etwa 30 Leute
sitzen. Rechts eine Theke, hinten die hell erleuchtete Bühne, darauf zwei
Menschen mit Gitarren und zwei Mikrofone. Die Atmosphäre: irgendwie
heimelig. Die Akustik: absolut göttlich. Töne flirren durch die Luft. Duane
Jarvis, klein und sehr aufrecht, singt „Still I Long For Your Kiss“ (das er
zusammen mit Lucinda Williams für ihr Album „Car Wheels“ geschrieben
hat), läßt seine E-Gitarre twangen und seufzen, Cindy Bullens begleitet
ihn auf ihrer halbakustischen Gitarre. Meine Stiefel sind im Takt.
Die beiden spielen noch drei, vier Stücke von Jarvis‘ neuem (fünften)
Album „Delicious“- „Swamp Pop“, wie Jarvis es nennt – dann ist leider
schon Pause: Während wir durch Halle irrten, haben wir nämlich die Hälte
des ersten Sets verpasst…Die Stiefel zieht’s zur Bühne. Ich hinterher. Erst mal angelegentlich in den
CDs kramen, dann berichten, dass wir extra aus Berlin gekommen sind.
Cindy Bullens brüllt quer über die kleine Bühne: „Hey, DJ, these people
came from Berlin to see you!“ Duane Jarvis kommt rüber, mittlerweile
hat Rolf schon sein As aus der Tasche gekramt: Als er ihr erzählt, dass er
1978 ihr erstes Album „Desire Wire“ besessen hat, strahlt sie übers ganze Gesicht.Nach der Pause übernimmt Cindy Bullens, hauptsächlich mit Stücken von
ihrem letzten beiden Alben, „Somewhere Between Heaven & Earth“ (das
nach dem Tod ihrer Tochter entstand) und „Neverland“. Jarvis gibt seinen
scharfen Gitarrensenf dazu. Nach dem Swamp bekommen wir jetzt eine
Lehrstunde in Sachen „Loooove Songs“ und Rock’n’Roll. Die beiden
bräuchten gar nicht zu betonen, wie wichtig ihnen Live-Musik und ihr Live-
Publikum sind – man sieht es daran, wie sie sich um ihre Gitarren
biegen, die kleinen Widerstände vom Verstärker weglachen und einfach
mit viel Ironie und Herz gegen das Leben ansingen.Nach dem Set gibt es drei Zugaben, dann werden die Gitarren endgültig
beiseite gelegt. Wir machen uns auf den Weg zurück nach Berlin. Die
Stiefel kommen – wenn auch widerwillig – mit.Duane Jarvis/Cindy Bullens
17.04.03 26180 Neusüdende, Festival 20:00
18.04.03 26789 Leer, Taraxacum 20:00Duane Jarvis tritt auch am 3.5. bei der Rhythm and Blues Night im Groninger Oosterpoort auf. Eine Wahnsinnsnacht,
die sich Nordlichter nicht entgehen lassen sollten:
Hier mal guckenDen Club „Objekt 5“ in Halle kann ich auch allen nur ans Herz legen: Akustik und Atmo sind wirklich toll. :)
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Schön geschrieben und beschrieben. Vor allem die Stellen mit den Stiefeln.
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Das fiel mir ein als ich ausstieg.Dankeschön. Ich hab übrigens lieber nicht erwähnt, dass Cindy Bullens mit Elton John „Don’t Go Breaking My Heart“ gesungen hat – genauso wenig erwähnt habe ich ihre drei Gesangseinlagen auf dem Grease-Soundtrack – das hätte vielleicht einen falschen Eindruck erweckt. :lol:
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Dankeschön. Ich hab übrigens lieber nicht erwähnt, dass Cindy Bullens mit Elton John „Don’t Go Breaking My Heart“ gesungen hat – genauso wenig erwähnt habe ich ihre drei Gesangseinlagen auf dem Grease-Soundtrack – das hätte vielleicht einen falschen Eindruck erweckt. :lol:
Bei mir nicht.
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Das fiel mir ein als ich ausstieg. -
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