Das stimmt. Wobei Kunst als Abwechslung von Zahn-OP's nun nicht unbedingt das vorzüglichste Argument ist.
Allerdings. Ein selten unorigineller Track ("Bükstabü", Himmel hilf!) auf einem ansonsten über weite Strecken eigentlich ziemlich ernsten Werk. "Pussy" hatte mich seinerzeit eher abgeschreckt, mittlerweile finde ich die Rammstein'sche Verarbeitung von Sex-Tourismus (die Ballermann-Jingles am Ende sind wahrlich verstörend böse!), Monetarismus, Gewalt und Liebe in Wechselwirkung, bis hin zu den dunklen Kellern des Josef Fritzl in "Wiener Blut" eigentlich recht eindrucksvoll. Und schöner geraunt wie in "Roter Sand" und "Frühling in Paris" hat der gute Till auch selten.
P.S. Das miese "B*****" hätte man ohne weiteres um die kolossalen "Donaukinder" ersetzen können. Ein Glanzlicht.
"I play my enemies like a game of chess"
Ein wenig relativierender zwar, aber ja.
"I play my enemies like a game of chess"
Allerdings. Und dann auch noch klamheimlich eingestehen, dass man bei den Schmachtfetzen von "Rosenrot" schwer gegen Salz ankämpft (ist aber auch schön tragisch). Um niemanden zu verärgern: Ich bin gerade mal wieder dabei den Katalog nach Jahr und Tag durchzuhören, hast Du bei den Jungs denn ein paar Sterne in der Schublade?
"I play my enemies like a game of chess"
Bei Rammstein sind es immer wieder einzelne Momente, die mich kicken. Irgendwelche absurden, ironischen oder überstilisierten Kurzmomente. Das kann textlich aber auch musikalisch passieren, nur auf Albenlänge mag es mich nicht fortwährend fesseln. Sterne will ich daher keine vergeben.
Das beste Studioalbum dürfte in dieser Hinsicht aber wohl nach wie vor "Mutter" sein. Das war ja auch der Wendepunkt, wenn man so will, von der unverbindlichen Kinderschreck-Kombo (OT Dath) zur mannigfaltigen Gitarrenpop-Band.
"I play my enemies like a game of chess"
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