Ein reines Musikmagazin will ich übrigens auf gar keinen Fall haben. (Auch wenn einen u.a. die Abteilung Film des öfteren zum Verzweifeln bringt. Stürzt das Hüttmann-Monopol!)
Ein reines Musikmagazin will ich übrigens auf gar keinen Fall haben. (Auch wenn einen u.a. die Abteilung Film des öfteren zum Verzweifeln bringt. Stürzt das Hüttmann-Monopol!)
"Don't reach out for me," she said
"Can't you see I'm drownin' too?"
Stimmt, und insofern hat die alte Tante IVW ganz Recht, die den RS darunter einreiht: Der Rolling Stone ist eine Lifestyle-Zeitschrift. Dummerweise verkörpert er den Lifestyle einer immer grauer und lichter werdenden Generation, die sich im hiesigen Refugium, wie ich selbst, wahlweise mit Sternchenvergabe, dem Austausch von Kochrezepten oder Fussballfehden die Zeit vertreibt. Wie heisst es so schön: Am Ende wird man zu dem, was man am meisten verachtet. Da sitzen wir also nun. Allein der Name: "Rolling Stone"! Wie alt ist das denn, höre ich meinen 16 jährigen Sohn sagen. Klar kann man versuchen, mit etwas weniger gut abgehangenen Themen ein neues Publikum anzuziehen, ob´s gelingt, wage ich zu bezweifeln. Diesem Rock´n´Roll Ding gehts wie HiFi und den Motorrädern. It´s not cool, man.
Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
Ich mich auch. Und auch die Buchveröffentlichungen Hofackers schreien ja (zumindest vom Thema her, gelesen habe ich sie nicht) nicht gerade "Ich bin die Frischzellenkur des Musikjournalismus". Die "Guitar Dreams" habe ich gleichfalls noch nie gelesen, daher weiß ich nicht, inwieweit Ernsts hehre Wünsche dort in die Wirklichkeit umgesetzt werden können. Jedenfalls würde mich interessieren, wie die (sicherlich unterstützenswerten) Vorschläge, die Ernst hier macht, mit seinem eigenen Schaffen zusammengehen.
Die gerade geäußerten Einwände sind womöglich nicht ganz unberechtigt. Nun kann ich natürlich nicht beurteilen, ob Ernst nicht schon während seiner eigenen Zeit bei Springer den Mut hatte, bestimmte Dinge anzusprechen. Wenn nicht, hätten seine Beiträge in diesem Thread freilich einen gewissen Beigeschmack.
An Innovatives kann ich mich nicht erinnern. Er ist immer Heftlinie gefahren. Egal, wo er war. Andererseits kann er trotzdem auf Schwachstellen bei anderen Magazinen hinweisen, das Recht hat er wie jeder andere auch.
Aber klar, mit dem Finger auf eine Wunde zeigen und gleichzeitig nicht die eigen sehen ist ´durchaus merkwürdig. Denn: Gute Ratschläge geben kann ja nun jeder.
Der Reihe nach:
- Diskussionsbeiträge hier sind in der Tat blasse Theorie. Da ich seit mehr als zwei Jahren nicht mehr im entsprechenden Verlag tätig bin, bitte ich meine Beiträge hier ausschließlich als private Meinungsäußerungen zu betrachten.
- Gerne lasse ich mich an Taten messen. Die Themenauswahl meines Heftes GuitarDreams ist auf die speziellen Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten, die zu 100% aus praktizierenden Gitarristen besteht. Auch ein Laie dürfte nachvollziehen können, das es da um völlig andere Kriterien geht als z.B. bei der Themenauswahl des RS oder eines sonstigen Musikmagazins.
- Was meine Bücher angeht: Sie sind ein privates Steckenpferd, das rein gar nichts mit meinen Einsichten, Ansichten und Vorstellungen bezgl. irgendwelcher Musikmagazine zu tun hat. Speziell zum "Edison": Die Bemerkung mit der "Frischzellenkur des Musikjournalismus" stammt von jemandem, der schon gleich selbst sagt, dass er das Buch nicht gelesen hat – folglich sortiere ich den Beitrag unter Polemik.
- Sounds: Das Magazin hatte ein klares thematisches und inhaltliches Konzept, das nach bestem Wissen und Gewissen umgesetzt wurde. Fehler wurden allerdings natürlich auch dort gemacht.
- Noch was Persönliches: Weder habe ich Interesse daran noch sieht meine weitere Lebensplanung ein neuerliches Engagement für ein Musikmagazin vor. Ich hoffe, ich darf trotzdem hier mit diskutieren und meine Meinung formulieren. Im übrigen bin ich der Meinung, dass die zuständigen Leute beim Rolling Stone sehr gut wissen, was sie tun, und ganz sicher steht es mir nicht an, da irgendwelche Ratschläge zu erteilen. Dennoch ist es mein gutes Recht, in einem Forum wie diesem zu erklären, was mir als Leser nicht gefällt und was ich mir anders wünschen würde. Und das pflege ich offen zu tun – nicht unter irgendwelchen Decknamen.
"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." Groucho Marx
@ castles in the air & werner:
Ich bin erstaunt, dass Ihr mich so gut kennt und wisst, wie ich mich in meinen Jahren als Redakteur innerhalb der Redaktionen verhalten habe!
Wer je bei einem solchen Magazin gearbeitet hat, weiß, dass jede Ausgabe das Ergebnis komplexer und gelegentlich heißblütiger Diskussionen ist. Als Redakteur setzt man sich in einem solchen Prozess mal mehr, mal weniger durch. Deshalb zu behaupten, irgendwer würde "Linie fahren" oder nicht, ist abenteuerlicher Unsinn.
Mehr möchte ich dazu nicht sagen.
Ich finde es sehr respektabel, hier mit offenem Visier und ohne Anonymisierung zu schreiben. Ich würde es insofern sehr begrüßen, wenn man sich hier weiterhin sachlich mit den Argumenten auseinandersetzt und nicht spekulativ mit den biographischen Errungenschaften einzelner Diskussionsteilnehmer. Wenn ein "no name" von einem "real name" Rechtfertigungen für (hier nicht direkt in die Diskussion eingebrachte) berufliche Entscheidungen einfordert, hat das auch einen Beigeschmack. Jedenfalls ist es off topic.
"Celine ist da, Elton ist da, Rod Stewart ist da. Vegas ist heute total hip!" (Barry Manilow)
Wenn du mit "no name" mich gemeint hast: Nicht nur die meisten Redakteure des Rolling Stone, sondern auch etwa 100 Leute im Forum kennen meinen richtigen Namen. Ganz so anonym bin ich hier eben auch nicht unterwegs. Es gibt also keinen Grund, "dem Hofacker" im direkten Vergleich die Tapferkeitsmedaille umzuhängen.
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