Jimi Blue Ochsenknecht.
Ich weiß nicht. Mit dem Cover wendet man sich ja an Gelegenheitskäufer und wenn die Steve Wynn sehe oder lesen, denken die (in großer Mehrheit): "Wer?" Sollten Künstler auf dem Cover eines Magazins nicht eine gewisse Bekanntheit haben, damit sie möglichst viele Leute ansprechen? Und das ist natürlich ein Problem, denn die Anzahl solcher Künstler ist nicht sonderlich groß.
Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
Man kann natürlich der Auffassung sein, dass die Person auf dem Titelbild sehr bekannt sein muss, aber man muss es glücklicherweise nicht. Andernfalls hätten wir auf eines der besten RS-Titelbilder überhaupt verzichten müssen:
Die Ausgabe ist vom Dezember 2002, erschien quasi gleichzeitig mit dem Debutalbum, beinahe niemand kannte The Libertines zu diesem Zeitpunkt in Deutschland. Aber wenn Du lieber Dylan, die Stones, Neil Young und Springsteen haben willst...
Es kommt drauf an, was man will. Neue Klientel erschließt man sich damit nicht.
How does it feel to be one of the beautiful people?
Weil er gerade aus meinen Boxen tönt: war eigentlich schon mal Jimi Hendrix auf dem Cover?
"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." Groucho Marx
der ist noch nicht lange genug tot...
Problem bei mir ist, dass ich wohl aus dem RS "herausgewachsen" bin, zu Beginn war alles neu für mich, inzwischen gibt es für mich im Heft nicht mehr so viel zu entdecken. Ich hätte nichts gegen Artikel über Springsteen/Dylan/etc, wenn da ein neuer Aspekt beleuchtet werden würde, eine gut geschriebene Übersicht über das Werk veröffentlicht werden würde. Ich habe aber das Gefühl, dass die Specials inzwischen vor allem aus braven Hausbesuchen und einer Kurzübersicht über das Ouevre bestehen. Nicht dass die letzte Mojo-Cover-Story zu Weller nicht auch so gewesen wäre, aber Mojo hat neben bekannten Gesichtern auf dem Cover ja einiges mehr an Inhalt, dabei eben auch zu Künstlern, die ich nicht kenne.
Neuigkeiten, neue Künstler entdeckt das Netz inzwischen schneller, Aufgabe eines Print-Magazins sollte Zusammenfassung, Qualität der Artikel und ausgewählte Übersicht sein. Die Boulevardisierung (Vanity Fair II) war da die falsche Antwort und dürfte unnötig Leser vergrault haben.
I know I'm not funny. I mean, let's face it, I'm no Groucho Marx. But if you're a guy, and you're watching late night television, are you gonna start jacking off to Groucho? I don't think so!
Das wäre etwas, was meiner Meinung nach auf jeden Fall in die Kategorie "kann man mal machen" fallen würde, wenn nicht gar in die Kategorie "überfällig". Gerne mit einem Special, gerade auch über das posthum von der Hendrix-Familiy veröffentlichte Material, da gibt es ja mittlerweile viel.
Es ist ja nicht so, dass ich längere Berichte über Dylan nicht lesen würde. Ich lese sogar auch die längeren Abhandlungen zu Springsteen (obwohl ich kaum bis gar kein Interesse habe, seine Musik zu hören). Aber die gefühlte Hälfte von Titelstorys pro Jahr sind über Dylan, Springsteen, Young, Stones/Jagger/Richards und Oasis/Noel/Liam.
Ich habe gerade nicht auf den Schirm, in welcher Form die Abgänge von Hentschel und Groß kompensiert werden sollen, meine Hoffnung ist jedenfalls, dass mit neuen Gesichtern auch neue Ideen und Inhalte, gerade auch bei den Titelgeschichten und mehrseitigen Specials im RS Einzug halten werden.
How does it feel to be one of the beautiful people?
Ich bin wirklich niemand, der auf Cover allzugroßen Wert legt, aber es stimmt schon, dass sich die üblichen Verdächtigen immer wiederholen. Aber viel wichtiger ist mir persönlich
@Clau: The Libertines waren ein toller Titel, so etwas sollte es mehr geben. Aber Waterhouse ist das falsche Beispiel, fürchte ich. Es ist schon nicht so leicht, einen aktuellen Künstler oder eine Band auszuwählen, die man wirklich aufs Titelbild heben will, ohne sehr mutig zu sein. Auf der anderen Seite ist Mut das, was der RS im Augenblick dringend braucht.
Wichtiger als Cover wären mir entsprechende Berichte. Mir ist im Heft einfach zu viel Vergangenheit.
Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
Aber Mojo hat auch viel Ausschuss dabei. Ist eine Band nur neu, wird sie vorgestellt (sehr Insel-bezogen auch noch), danach verschwindet sie wieder. Das kann jeder. Und nicht zu vergessen: Die Reviews sind inzwischen derart schlecht geworden und aussageleer - und vor allem kurz. Im Grunde sagen 80 Prozent der Reviews über die Musik gar nichts mehr aus, weil sie bloss noch aus ein paar dürren Sätzen bestehen.
Und klar kennst du die Gesichter nicht - die kennt ein paar Tage nach dem Mojo-Auftritt auch dort keiner mehr. Ich verfolge Mojo seit den Neunzigern, und bedaure den Verfall des Magazins sehr.
Die Plattenbesprechungen einschließlich der undifferenzierten Besternungen (80% der Platten bekommen *** oder ****) sind der Schwachpunkt von MOJO, da hast Du vollkommen Recht, werner. Ich habe aufgrund dortiger Lobeshymnen mehr Schrott gekauft als in den all den Jahren RS. Die Kritiken sind zu kurz und inhaltlich meistens wenig aussagekräftig. Wirklich gut macht MOJO aber die längeren Berichte, in denen das Magazin auch ein sehr breites Themenspektrum abdeckt. Aber es stimmt, dass MOJO insgesamt auf jeden Fall nachgelassen hat. Man kann durchaus von einer internationalen Strukturkrise der Musikzeitschriften (print) sprechen, jedenfalls derjenigen, die eine generelle Ausrichtung haben. In den USA gibt es gar keine mehr, außer dem RS, und das ist nur eine halbe, in England halten sie sich noch (die verkaufen natürlich auch viel in den USA), aber das war es. Online-Medien dominieren.
Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
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