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Thema: Arjen Lucassen - Lost In The New Real

  1. #1
    In Prog We Trust Avatar von wolfgang
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    Arjen Lucassen - Lost In The New Real

    VÖ: 20.04.2012

    Arjen Lucassen mit seinem ersten "Soloalbum". Ein wilder Stilmix und deutlich weg vom "Ayreon" Bombast. Hört sich vielversprechend an.

    Trailer
    Savage bed foot-warmer of purest feline ancestry

  2. #2
    Georg-Ringsgwandl-Apologet
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    Das Versprechen kann auch eingelöst werden. Ein ziemlich vielseitiges Album. Für Fans ein Muss. Etwas dumm für alle Proggies, die es nicht so dicke haben: es konkurriert zeitlich mit der neuen Anathema, gegen die es natürlich deutlich abstinkt...

  3. #3
    In Prog We Trust Avatar von wolfgang
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    Den großgewachsenen Niederländer muss man wohl kaum noch vorstellen. Arjen Anthony Lucassen meldet sich mit einem Solo-Album zu Wort und Ton. In der schon länger andauernden Karriere hat „Mr. Ayreon“ zwar schon zwei Solo-Alben veröffentlicht, aber das war vor Ayreon und die beiden Alben hatten zumindest keinen großen kommerziellen Erfolg. Von daher sind diese Alben nicht nur mir, sondern wahrscheinlich der überwiegenden Anzahl der Leser, unbekannt. Nach Ayreon, Star One und Guilt Machine, welches den Rahmen für eine Lucassen-Veröffentlichung schon enger gesteckt, quasi einen Bandkontext beschworen hat, kommt nun „Lost In The New Real“.

    Auf 2 CDs spielt Lucassen die meisten Instrumente selbst, ein paar Gäste steuern zusätzliche Instrumente bei. Und vor allem singt Lucassen auch selbst. Diesmal entfällt ein großer Sänger-Aufmarsch also. Immerhin gibt es eine Lucassen-typisch Rahmengeschichte. Es geht um Mr. L (!!), der sich einfrieren hat lassen und nun in einer fernen Zukunft wieder zum Leben erweckt wird. Ihm zur Seite steht eine Art Psychologe, der L helfen soll, sich in der neuen Wirklichkeit zurecht zu finden. Soweit, so wie gehabt. Die Zukunft, die wir hier erleben, lohnt der Mühen und Risiken des Einfrierens allerdings nur bedingt, zumal schon alle Musik erfunden wurde und nichts neues mehr hinzukommt… Lucassen selbst gibt natürlich den Mr. L und Spezialgast Rutger Hauer, ein Schauspieler, den Lucassen sehr verehrt, spricht die Texte des Psychologen.

    Spricht die Texte des Psychologen… ja, genau, das heißt, auf der ersten CD – welche die eigentliche Geschichte erzählt – gibt es immer wieder, bevorzugt am Anfang von Songs, gesprochene Einlagen. Ich gebe zu, sowas ist für normalerweise ein No Go. Allerdings muss man sagen, Hauer macht seine Sache sehr gut und spricht so intensiv, dass man auch mehrfach durchaus gebannt zuhört. Also nur ein kleines Manko und darüberhinaus wäre es vermutlich ohne die klärenden Worte schwierig der Geschichte zu folgen (so man es denn möchte).

    Lucassens Gesang ist sicherlich nicht spektakulär, aber er kann singen und reicht allemal aus, um einen Song zu tragen. So bildet in diesem Fall Lucassens Gesang sogar eine wünschenswerte Klammer, die dem Album einen gewissen roten Faden verleiht. Musikalisch zieht Lucassen nämlich alle Register und lässt sich stilistisch kaum festnageln. Nahezu jeder Song glänzt mit einem anderen musikalischen Grundansatz und es geht munter durch melancholisch-verträumten New Artrock, selige beatleske Melodien, rauen 70er-Jahre beeinflussten Hardrock, symphonische Passagen mit orchestralen Flächen, Folkeinlagen, gern auch mit Flöte, und an die Grenze zu Metal wie auch Pop-Musik.

    Besonders hörenswert wird es, wenn Lucassen aus verschiedenen Einflüssen neue Songs bastelt, die letztlich die stilprägenden Elemente der Vorbilder geschickt verschmelzen. Paradebeispiel mag hier „Pink Beatles In A Purple Zeppelin“ sein, wo die Lucy im Himmel auf durchaus erdigen Rock trifft. Lucassen legt lauter kleine Perlen verspielten Rocks mit grandiosen Melodien, einprägsamen, aber nicht überraschungsarmen Hooks und moderat vertrackten Rhythmen vor. Die Gastmusiker fügen noch interessante Klangfarben hinzu und fertig sind die gänsehäutigen Musikerlebnisse.

    Lucassen hat den Bombast hinter sich gelassen und schafft zwar immer noch symphonische Arrangements, die aber filigran, verspielt, mit Spaß daherkommen.

    Die zweite CD, quasi der Bonus gleich mit im Paket, enthält Songs, die während der Aufnahme-Sessions entstanden sind, aber nicht mehr auf das Album passten (also "passen" sicherlich nicht im laufzeitlichen Sinn, eher inhaltlich-stilistisch wohl; vielleicht war die Geschichte auch einfach erzählt), und Cover-Songs, die Lucassen am Herzen lagen und die thematisch zum Gesamtkonzept passen. Gut, dass sich Lucassen entschlossen hat, dies auch zu veröffentlichen, denn die Songs stehen den eigentlichen Album-Songs in nichts nach, und die Covers sind teils hervorragend. Interpretiert mit eigener Note, aber natürlich noch erkennbar. Gerade das floyd’sche „Welcome To The Machine“ und Zappas „I’m the slime“ sind außerordentlich gut gelungen.

    „Lost In The New Real“ ist ein Höhepunkt in der umfangreichen Diskografie des Niederländers und sei vor allem denjenigen empfohlen, denen der Ayreon- / Star One-Bombast einfach ‚too much‘ war. Lucassens-Fans dürften angesichts dieser Demonstration in Verbindung von eigenem Stil und der Verarbeitung allerlei Vorbilder und Anreizen, von Tradition und Moderne, ohnehin im siebten Himmel schweben. Eine Überraschung!

    Das comichafte Artwork schlägt dann vielleicht noch den Bogen zu humorvollen B-Movie-Science Fiction. Auf den CDs befinden sich auch noch CD-ROM-Teile, die einen Einblick „behind the scences“ und in die Entstehung des Artworks gewähren.

    Quelle: BBS / Wertung: 11/15 Punkten
    Savage bed foot-warmer of purest feline ancestry

  4. #4
    Bringt dem Hund von Baskerville das Miauen bei
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    Lächeln

    Klingt nicht uninteressant.

  5. #5
    Georg-Ringsgwandl-Apologet
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    Das Album ist recht spaßig. Aber ich finde, dieser Konzeptzwang steht ihm irgendwie im Weg. Es wäre vermutlich noch ein paar Spuren besser, wenn Lucassen einfach mal frei von der Leber weg musiziert hätte. Dann wären vielleicht auch mehr Songs der Marke "Pink beatles in a purple zeppelin" herausgekommen.

  6. #6
    In Prog We Trust Avatar von wolfgang
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    Im Verhältnis zu den "Ayreon" Platten musiziert er aber größtenteils von der Leber weg. Außer "Pink Beatles In A Purple Zeppelin" gefallen mir außerordentlich "The New Real" mit seiner bedrohlichen Athmospäre, "Dr.Slumber's Eternity Home" mit seiner fröhlichen Stimmung, "Where Pigs Fly" mit seinem irren Text und "Lost In The New Real" als 10 minütiger Prog Kracher.
    Savage bed foot-warmer of purest feline ancestry

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