Es war irgendwie ein besonderer Abend. Nachdem ich den ganzen trüben langen Tag nur ruhige Musik (meistens von Azure Ray) gehört hatte, war ich wohl perfekt eingestimmt auf dieses Konzert. Also fuhr ich mit einen ganz besonders guten Freund auf in die Hauptstadt, um uns von den beiden Damen Orenda Fink und Maria Taylor überraschen zu lassen.
Um ca. 21.45 Uhr kam dann auch schließlich Eric Bachmann (Produzent von Azure Ray und selbst Musiker (Crooked Fingers)) mit den beiden schüchternen Damen auf die Bühne und stellte sich höflich vor und erklärte, dass er nur ein paar Songs spielen werde, wobei ihm Azure Ray etwas helfen würden und er nach einer kurzen Umbaupause (es wurde überhaupt nichts umgebaut, sie verschwanden nur kurz von der Bühne um noch mehr Wein zu holen) den beiden dann am Klavier etwas aushelfen werde. Gesagt, getan. Bachmann redete, sang, spielte Klavier, Gitarre und wurde von Orenda und Maria an Trompete, Percussion und Gitarre unterstützt. Er spielte ein sehr schönes Set, das einen schon auf die Klänge von Azure Ray einstimmte. Größtenteils ruhig, nachdenklich und schön einlullend warm (metaphorisch gesprochen). Im vorletzten Song rief er sogar dazu auf, ihn, wenn man denn ein Instrument beherrsche, zu unterstützen und mitten im Song wagte sich auch ein Mutiger nach Vorne und griff zur E-Gitarre. Nach 25 Minuten verließ er schließlich für besagte "Umbaupause" die Bühne und tauchte dann erneut mit Orenda und Maria auf.
Von der Azure Ray's Setlist kann ich nun nicht allzu viel wiedergeben, da ich einige Songs noch nicht kannte, von anderen die Namen nicht mehr weiß (sicher weiß ich nur, dass sie am Ende des regulären Sets den Song November spielten). Auf jeden Fall wurde ich in den 45 Minuten die sie spielten irgendwie kurze Zeit an einen anderen Ort entführt. Der wunderschöne, harmonische Gesang der beiden, das extrem ruhige Gitarrenspiel (begleitet teilweise durch Klavier oder ein paar Loops) und die Songs an sich, all das bezauberte einen sofort und driftete zum Glück nie ins elegische ab.
Die Beigsterung der Publikums brachte die beiden dann nochmal auf die Bühne. Nach dem ersten Song fingen sie an zu diskutieren, was sie nun spielen sollten und es wurde uns kurz erklärt, dass sie nun das reguläre Set geübt hatten und eigentlich keine weiteren Songs mehr spielen könnten, brachten dann aber doch noch einen weiteren Song zu Stande.
Als wir uns nach dem Konzert ein wenig am Merchandise-Tisch bedient hatten kam mir, noch völlig bezaubert vom Konzert, die Idee, mich noch bei den beiden zu bedanken und mir die gekaufte 7" signieren zu lassen. Nach einigen hin und her gingen wir tatsächlich hinter die Bühne und nach dem mir Ms. Fink lächelnd beteuerte, dass es nicht lächerlich sei, unterschrieben beide die Single, bedankten sich und wünschten uns beiden noch einen schönen Abend.
Auf dem Heimweg fühlte ich mich wie schon seit einiger Zeit nicht mehr: für einen kurzen Moment reingewaschen von allen Zynismus, ein wenig verzaubert und nur glücklich. Auch wenn das alles ein wenig kitschig klingen mag, fühlte es sich wirklich so an. Ein besonderer Abend ebend.
Danke Azure Ray.


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