Ein Tipp, der mir seit gut zwei Jahren so sehr am Herzen liegt, wie kein anderer. Ich streue einfach mal ein paar Namen, auf das die interessierten Leser diesem Thread hoffentlich treu bleiben: C.W. Stoneking, Jack Rose, John Fahey, "Mississippi" John Smith Hurt, Bonnie 'Prince' Billy. Ein Mann, ein Banjo/Gitarre/Ukulele, mehr brauch es auch hier nicht. Wenn ich lese, dass konsequent agierende Leute wie eben C.W. Stoneking hier seine Abnehmer findet, dann habe ich die Hoffnung, dass Smaldone eben und wenigstens hier solche Beliebtheit errringen kann.
Denn seine Popularität ist, man kann es nicht anders sagen, gleich Null. Seine Versuche, sich diese irgendwie zu sichern, sind nach dem Start einer obskuren myspace-Seite und deren langsamen Daniedergehen ebenso gesunken. Ich weiß nicht woran es liegt, hat der Mann doch eine faszinierende Stimme, eine großes Repertoire an faszinierenden Kompositionen. Vielleicht ist der Grund für sein bisherige Unbekanntheit darin zu finden, dass seine Musik so wenig zeitgebunden ist, eher ihr Zuhause in den späten Zwanzigern und frühen Dreißigern hat. Ich sage nur Delta Blues, Ragtime, Folk - Stilrichtungen, denen er vor allem auf seiner ersten Veröffentlichung "Some Sweet Day" (2004) in absoluter Konsequenz nacheiferte. Etwas mehr Folk, inspiriert von ein wenig jüngeren Songwritern, bestimmt sein wesentlich besseres, zweites Album, das ich auch in aller Kürze vorstellen will.
Some Sweet Day (2004)
Ein Album, das sich für keine Sekunde darum bemüht, aktuellen Strömungen gerecht zu werden und weit abgelegen ist von 70ern, 60ern, 50ern. Dabei passt alles überein, die Wurzeln reichen tief, sitzen fest und nichts wirkt zu keiner Zeit wie eine bemühte Kopie uralter Errungenschaften. Eine naive, doch sehr leidenschaftliche wie versierte Spielweise, bodenständige Lyrics, die ihre Tragweite erst nach einiger Zeit offenbaren. Es ist das Unscheinbare, was mir so sehr imponiert. Die kleinen Zupfer an der Folk-Gitarre, die "familiär" und "bodenständig" als Adjetive passend erscheinen und zuallererst Harmloses vermuten lassen. Dabei ist "Some Sweet Day" so tiefschürfend, wie es manch aufgedunsene Band im Breitwand-Sound niemals nicht hinbekommen wird.
Hither And Thither (2005)
Er hat sich mit "Hither And Thither" weiterentwickelt. Die gerade als naiv beschriebene Spielweise ist einer deutlich minimalistischeren wie atmosphärischen Herangehensweise gewichen, wenn auch alles rein akustisch bleibt, ohne jegliche Mitmusiker-Untersützung. Die Songs sind weitaus melancholischer. Smaldone offenbart sich, seine Gesten werden größer, sein Lyrics verzichten ein Stück weit auf die Bodenständigkeit und spielen mit einem naturverbundenen Symbolismus. Man hört sie aber immer noch deutlich heraus, die Einflüsse von Delta Blues und Ragtime. Smaldone aber versucht sich für dieses Mal mehr an längeren Soli und mehreren Instrumentals, ohne seine vornehme, nölende wie einnehmende Stimme zum Einsatz kommen zu lassen. John Faheys minimale und wortlose Epen sind nicht nur ein kurzer aufblühender Gedanke, der beim Genuss von "Hither And Thither" aufkommt, sondern dienen gleich als obere und zweite Referenz. Mehr vielleicht noch Jack Rose, dem geheimen Schüler Faheys, der er doch nie war.
Des weiteren ist im letzten Jahr noch eine 4-Track-EP mit Namen "Live In Belgium" erschienen, auf der er seinen Weg in Richtung Fahey fortsetzt.
Seine myspace-Seite bietet zur Zeit zwei unbekannte, untypische aber auch großartige Songs, die weitaus neuzeitlicher sind, als die Tracks auf den
beiden vorgestellten Alben.
Sowohl "Some Sweet Day" als auch "Hither And Thither" sind als CD zu haben. Vinyl, 180 Gramm, gibt es im Moment nur von "Hither And Thither" (auf 500 Stück limitiert)
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