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  1. #241
    Juontaja (Moderator) Avatar von Mikko
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    Champs – My Spirit Is Broken / Down Like Gold / Pretty Much (Since Last November) (7”, Play It Again Sam)

    Dreampop, C86 Gitarrenpop, so in der Art hört sich das hier an. Die A-Seite sehr catchy, eingängig und mit deutlichem Ohrwurmcharakter, der Rest eher atmosphärisch verhalten und etwas neben der Spur, aber schön. Vom Trio zum Duo geschrumpft wie es scheint. Von der Isle Of Wight kommt die Band. Der Bandname ist vermutlich vom Familiennamen der beiden Protagonisten Champion abgeleitet. Besonders glücklich gewählt ist er aber nicht. Sei’s drum. ***1/2



    The Higher State – Potentially (Everyone Is Your Enemy) / All Ties That Bind (7”, Sandgate Sound Studios)

    Von The Higher State kann man jede Single eigentlich ungehört kaufen. Die Band spielt wunderbaren Folk Rock und Garage Pop, der ganz ähnlich vor rund 45 Jahren in Kalifornien gespielt wurde. Tolle Melodien, Jangle Gitarren, famoser Gesang. Beide Tracks dieser Single kurz und prägnant und immer wieder gerne gehört. Die Band stammt übrigens aus Kent in England und existiert seit 2005. ****



    Mäkkelä – Single Of The Year (7“EP, 9pm)

    Was hier großspurig als Single des Jahres betitelt ist, ist eigentlich eine EP, die aus technischen Gründen mit 33UpM gespielt werden muss. Überspielstudios sind heute leider nicht mehr in der Lage, EPs für 45UpM herzustellen. Das Know How und vor allem das Equipment dafür ist den vergangenen 40 Jahren einfach verschwunden. Es existiert noch vereinzelt, aber eine Nutzung ist so teuer, dass die meisten Vinyl affinen Labels von den Kosten abgeschreckt werden. Doch das nur am Rande. Ansonsten ist das hier eine durchaus feine hörenswerte Angelegenheit. Mäkkelä ist das Pseudonym von Martti Trillitzsch aus Fürth. Der Halbfinne betreibt seit Jahren ein Label und einen Vertrieb für Musik aus Finnland. Selbst macht er auch seit Jahren Musik. Nun also unter dem Namen und mit der Band Mäkkelä. Das klingt ein bisschen wie eine Mischung aus The Pogues und Tom Waits mit einem kräftigen Schuss finnischer Absurdität. Martti spielt dabei Gitarre, irische Bouzouki, Mandoline und er singt sehr markant. Die Songs schreibt er auch alle. Am Bass hören wir hier Marko Haavisto, der an sich ein gefragter finnischer Gitarrist ist und auch eigene Platten macht. Auch die anderen Musiker kommen bis auf einen aus Finnland. Die Aufnahmen entstanden in Porraskoski, Rovaniemi und Fürth. Live würde ich das gerne mal sehen und hören. ***1/2
    Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing!
    Die nächste Guitars Galore Rundfunk Übertragung ist am Mittwoch, 23. April 2014 von 15-16 Uhr auf der Berliner UKW Frequenz 88,4 Mhz, im Berliner Kabel 92,6 Mhz oder als Livestream über www.alex-berlin.de mit neuen Platten aus meinem Fundus!

    Die nächste Guitars Galore Sendung auf radio stone.fm ist am Dienstag, 15. April 2014 mit den Singles des Jahres 1966, Teil 3!

  2. #242
    Juontaja (Moderator) Avatar von Mikko
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    Palm Springs – Could You Be Wrong / The Wake Of Us
    (7“, Random Acts Of Vinyl)

    Endlich wieder eine neue Single von Palm Springs aus Brighton. Und das Warten hat sich gelohnt. Man darf wohl sagen, ihre beste 7“ bisher ist diese hier. Kraftvoller Jangle Pop, falls es so etwas gibt, tolle Melodie, aufsteigend, vorwärts drängend, hymnisch fast. Auf der Rückseite eher verhalten, gefühlvoll, ein bisschen so wie frühere Tracks der Band. Allein schon die A-Seite verdient ****1/2



    Stereo Total – Heroes / Mary, Mary, So Contrary
    (7“, Disko B)

    Was soll man nun davon halten? Mir gefällt diese flotte, unprätentiöse Herangehensweise an den Bowie Klassiker. Bei Francoise Cactus und Bretzel Göring klingt „Heroes“ wie ein Stück früh Achtziger Minimalpop. Und aus dem Can Stück machen sie eine ebenfalls eher minimalistische Postrock Achterbahnfahrt. Weißes Vinyl ***



    Two Sunsets – Katy Komatsu / Searchlights
    (7“, The Great Pop Supplement)

    Dreampop Duo aus Liverpool mit süßlich charmantem Elektropop. Drum Machine, Computer oder Keyboard, sehr halliger Gesang, aber auch mal ein verstecktes Gitarrenlick. Erinnert manchmal an eine leichtere, lockere Version von The Jesus And Mary Chain oder an Spacemen 3. Besonders „Searchlights“ erweckt diesen Eindruck. Und da sind auch tatsächlich verzerrte, verfremdete Gitarrensounds zu erkennen. Hübsch. Das Vinyl ist halb blau halb weiß durchscheinend. ***1/2
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  3. #243
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    Coconut Kings – Lost & Thirsty In Palookaville / In My Time Of Dying (7”, Off Label Records)

    Dies ist eine Debütsingle aus der Schweiz. Die fünfköpfige Band spielt hier eine Mischung aus Rockabilly, Swing und Blues. Auf der A-Seite eine recht flotte eigene Komposition, die entfernt an Bluegrass denken lässt. Hier die Aufnahme von „In My Time Of Dying“ ist wesentlich näher am Delta Blues Feeling als die Version der berühmten britischen Kollegen mit den engen Hosen. Feine Sache. ***1/2



    Mojo Juju – Must Be Desire / Psycho (7“, Off Label Records)

    Vom selben Label kommt diese Single einer jungen R&B Sängerin von Down Under. Auch hier Anklänge von Blues, frühem Rock’n’Roll und Rockabilly Swing. Diese Stimme ist rau aber sie kommt aus tiefster Seele. Und ich hab’ schon lange nicht mehr eine so tolle Version von Leon Paynes „Psycho“ gehört. ****
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  4. #244
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    Steve Train And His Bad Habits – Down Among The Dead Men / My Love Give Love (7”, Off Label Records)

    Steve Train And His Bad Habits –Similau / True Lovin’ Woman
    (7”, Off Label Records)

    Und noch zwei Singles des Labels, das im letzten Jahr u.a. die formidable Single von The Mokkers rausbrachte. Hier ist es nun eine Rockabilly Combo aus Süddeutschland, die sich hier nach einer Debüt LP im vergangenen Jahr mit neuen Aufnahmen präsentiert. Während die erste Single eigene Rockabilly Songs stilsicher darbietet, ist „Similau“ eine Rock’n’Roll Version eines Titels aus dem Jahr 1949, der zuerst von Gene Krupa und seinem Orchester aufgenommen wurde. Und „True Lovin’ Woman“ erschien im Original 1966 in der Version eines gewissen Melvin Nash, der wohl nicht mal Rockabilly Afficionados unbedingt ein Begriff ist, genausowenig wie der Autor des Songs Harlow Wilcox, ein Sessionmusiker aus Oklahoma. Und es ist wohl auch nicht zu erwarten, dass diese neuen Singles der Augsburger Rock’ n’Roller daran viel ändern werden. Gelungen und hörenswert sind sie dennoch allemal. ***1/2



    The Thanes – She’s Coming Back To Me / Love Is Fading Away (7“, State Records)

    Alte Bekannte sind The Thanes aus Edinburgh, die in wechselnder Besetzung seit mittlerweile rund 30 Jahren aktiv sind. „She’s Coming Back To Me“ is eine typische Garage Psych Fuzz Nummer, wie sie auf jedem Pebbles Sampler hätte erscheinen können, geschrieben vom Frontmann der Band Angus McPake. Auf der Flipside ein Tribut an die legendäre schottische Sixties Band The Poets, bei deren Re-Union Lenny Helsing von The Thanes an der Gitarre aushalf. Der Sänger der Poets George Gallagher starb leider im vorigen Jahr an Krebs, so dass mit weiteren Auftritten der Poets nicht mehr zu rechnen sein dürfte. „Love Is Fading Away“ nahmen The Poets bereits 1965 auf; der Titel blieb jedoch unveröffentlicht. Die Version der Thanes erinnert an Gene Clark und The Byrds mit ihrem vollen Rickenbacker Sound und dem gelungenen Harmoniegesang. ****
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