Sátántangó (Béla Tarr, H 1994)
Ein unglaublicher Film! Meine Begeisterung ist gross, jegliche Erwartungen (sie waren sehr hoch und haben sich über zehn Jahre angestaut) wurden erfüllt und übertroffen. Zugleich bildgewaltig und karg, Bauernschwank und comédie humaine, böse Posse und grosses Drama... Worte genügen eigentlich nicht, den Film zu fassen. Dass der Film ein Meisterwerk ist, muss wohl nicht nochmal gesagt werden.
Dass Jonathan Rosenbaum an Breughel erinnert wird, leuchtet mir ein, denn Breughel hat sich mir in der ersten Hälfe wiederholt aufgedrängt... auch an Bosch habe ich manchmal gedacht - diese Mischung aus enormer Detailversessenheit bei gleichzeitiger Kargheit, ja Leere des Hintergrundes, der Umgebung... auch an Miklós Jancsó habe ich einige Male gedacht (an Tarkowsky hingegen nie, auch wenn man natürlich gewisse Parallelen ohne Mühe herbeireden kann, aber sie schienen mir eher gesucht, denn Tarr und Tarkovsky scheinen mir abgesehen von langsamem Rhythmus, Plansequenzen und einigen oberflächlichen Ähnlichkeiten wenig gemeinsam zu haben, weder von der Filmsprache noch vom Charakter des Werkes her gesehen). Jedenfalls steht Tarr mit diesem Film endgültig in meiner ganz persönlichen Bestenliste, ganz für sich allein und ohne irgendwelche Vergleiche zu benötigen.



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