Wie ich ja bereits andernorts angekündigt hatte, war ich am gestrigen Abend mit meinem Bruder und ein paar Freunden zu Gast im "Studio 449" in Köln-Mülheim bei der Aufzeichnung der Harald-Schmidt-Show.
Bis es so weit war, war allerdings einiger Streß zu überstehen: der Kampf gegen eine dauerbesetzte Telefon-Hotline, das Karten-abholen-müssen drei Stunden vor Beginn der Sendung, das Warten auf Freunde und -innen, die wegen dichten Berufsverkehrs erst auf den allerletzten Drücker eintrudelten ...
Gegen 17:30 Uhr war es dann aber schließlich so weit. Alle waren im Studio, wir hatten gute Plätze (6. Reihe, ziemlich in der Mitte) und fieberten dem Beginn entgegen. Zur Einstimmung gab es zunächst Musikvideos von vorherigen Gästen der Harald-Schmidt-Show, von gut (Aimee Mann, Ani DiFranco, Pet Shop Boys etc.) über naja (Bloodhound Gang) bis igitt (Sarah Connor :kotz: ). Eine Viertelstunde vor Beginn gab es dann ein kleines, glücklicherweise nicht übertriebenes Aufwärmprogramm, und pünktlich um 18:00 Uhr ging es dann richtig los. Schmidt war in guter Form, lieferte Gags zu Napoleon, Gerhard Schröder, Loddamaddäus (der neue Liebling des Monats), Coppenrath & Wiese (er aß vor laufender Kamera ein gigantisches Stück Schwarzwälder Kirsch zur Unterstützung der deutschen Tortenindustrie) und spielte sich mit Manuel Andrack die Bälle zu (den wir vor lauter Kameras leider kaum sehen konnten). Zusammen ergab das eine sehr gelungene erste halbe Stunde. Mit dem Auftritt des Gastes ging es dann leider etwas bergab. Eingeladen war der leider ziemlich unwitzige Comedian Johann Köhnich - gut für zwei oder drei Lacher, aber auf die Dauer ziemlich nervig. (Für die, die ihn nicht kennen, hier eine Kurzcharakterisierung: sieht aus wie ein braver Abiturient oder Student und gibt sich auch so (samt WG und allem) und versucht sich immer wieder als Helge-Schneider-Imitator, ohne jedoch dessen Talent zu besitzen.)
Insgesamt auf jeden Fall kein schlechter Start ins Neue Jahr, und ich bin froh, mal im Studio dabei gewesen zu sein. Zu ergänzen bleibt noch, daß Harald Schmidt im wahren Leben wirklich sehr lang (und viel zu dünn) ist, daß das Studio überraschend klein wirkte (vor allem der Platz für das Publikum ist begrenzt) und überhaupt alles irgendwie etwas anders als im Fernsehen aussah. Wären die Kameras nicht gewesen, man hätte eher auf Theater als auf Fernsehen getippt. Einen Besuch kann ich auf jeden Fall empfehlen, solange man keinen allzu langen Anfahrtsweg hat (wir wohnen alle um Umkreis von maximal 50 km um Köln) - schließlich dauert die Show ohne Werbung nur ca. 45 Minuten.
(Karten gibt es über die Hotline (0180-5211880), kosten 8 Euro das Stück plus 6,50 Euro Bearbeitungsgebühr pro Bestellung und sind immer ruckzuck ausverkauft.)


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