Die WELT
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Thema: Wann und warum habt ihr angefangen Musik zu hören?

  1. #91
    Trocknet im Foldout-Cover Blätter vom letzten Herbst
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    Zitat Zitat von tina toledo
    . Man muss unterscheiden zwischen dem Begriff "Pop" im kommerziellen und im musikalischen Sinne
    Pop ist, wenn es die Musiker möglichst vielen Leuten möglichst recht machen wollen. Es gibt keine Popmusik ohne Anspruch auf Bedienung des Massengeschmacks. Es gibt allerdings Popmusik, die einfach nur die Mitklatscher bedienen will und Popmusik, die zur musikalischen Erziehung beiträgt. Es gibt einen Unterschied zwischen Moonlight Shadow und Dancing Queen, und das ist ein Unterschied ums Ganze. ("Try to hum it", Brian Wilson ausm Zusammenhang.)
    Wenn wir schon alles falsch machen, dann wenigstens richtig.

  2. #92
    Showroom Dummy Avatar von Bender Rodriguez
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    Zitat Zitat von Sonic Juice
    Würde zu gerne mal sehen, wie Du abstrakt tanzt, meinetwegen auch zu schierem Krach (oder noch besser: zu Architektur?)! Konkret (mit Handlung und so...) wäre aber vielleicht noch spannender! Oder einfach konkrrrret abstrakt, Alter!
    Ich tanze auch lieber zu Architektur als zu den PUSSYCAT DOLLS! Sogar lieber zu gefrorenem ewigen Eis! Oder zu Katakomben! Oh, by the way, würden SPK vor 1981 oder Russolo dir genügen...???

  3. #93
    Showroom Dummy Avatar von Bender Rodriguez
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    Zitat Zitat von Sonic Juice
    Und die ultrakommerziellen teuren Produktionen sind mitunter großartig
    Ja! Sowas wie die SEX PISTOLS! Da glüht mein Arsch auf Grundeis aus vor'm nächsten (Tanz-)Einsatz...

  4. #94
    Moderator Avatar von Herr Rossi
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    Zitat Zitat von Jörg König
    Es gibt einen Unterschied zwischen Moonlight Shadow und Dancing Queen, und das ist ein Unterschied ums Ganze.
    Genau. Auch wenn ich das mit der musikalischen Erziehung nicht ganz verstanden hab.

  5. #95
    Moderator Avatar von Sonic Juice
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    Zitat Zitat von Bender Rodriguez
    Ich tanze auch lieber zu Architektur als zu den PUSSYCAT DOLLS! Sogar lieber zu gefrorenem ewigen Eis! Oder zu Katakomben! Oh, by the way, würden SPK vor 1981 oder Russolo dir genügen...???
    Wer sind denn um Himmels Willen die Pussycat Dolls??? Das ist mir wohl mal wieder was Weltbewegendes entgangen. Wie auch SPK und Russolo. Da gefällt mir die Idee mit dem Nordpol-Rave dann doch am besten. Oder wir wärs mit Napalm Death (natürlich die Phase, bevor sie ultrakommerziell teuer produziert wurden). Da würde man sich bei den 4 Sekunden von "You Suffer" jedenfalls nicht allzusehr überanstrengen müssen mit der Choreografie.

    Kleine sprachpolizeiliche Aufwärmübung noch unter uns Wortfetischisten: "Ultrakommerziell" müsste ja eigentlich bedeuten, dass man schon wieder jenseits des Kommerzes arbeitet, weil man das Geldverdienen schon gar nicht mehr nötig hat. Z.B. könnte Robbie Williams jetzt auch ein, äh, "SPK vor 1981"-Tribut aufnehmen und damit vermutlich ca. drei Käufer finden. Das wäre dann wirlich ultrakommerziell.
    "Celine ist da, Elton ist da, Rod Stewart ist da. Vegas ist heute total hip!" (Barry Manilow)

  6. #96
    Trocknet im Foldout-Cover Blätter vom letzten Herbst
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    Zitat Zitat von Herr Rossi
    Genau. Auch wenn ich das mit der musikalischen Erziehung nicht ganz verstanden hab.
    Ich bin kein Musiker, aber Leute, die es sind, haben mir versichert, dass man regelrecht Demut lernt im Angesicht der Schwierigkeiten, die einem dieser Song beim Versuch der Bewältigung bereitet.

    Kurz: Try to hum it. :)
    Wenn wir schon alles falsch machen, dann wenigstens richtig.

  7. #97
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    Zitat Zitat von Herr Rossi
    Genau. Auch wenn ich das mit der musikalischen Erziehung nicht ganz verstanden hab.
    Ich bin kein Musiker, aber Leute, die es sind, haben mir versichert, dass man regelrecht Demut lernt im Angesicht der Schwierigkeiten, die einem dieser Song beim Versuch der Bewältigung bereitet.

    Kurz: Try to hum it.
    Wenn wir schon alles falsch machen, dann wenigstens richtig.

  8. #98
    Alive Again Avatar von Sokrates
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    Zitat Zitat von Jörg König
    Ich bin kein Musiker, aber Leute, die es sind, haben mir versichert, dass man regelrecht Demut lernt im Angesicht der Schwierigkeiten, die einem dieser Song beim Versuch der Bewältigung bereitet.

    Kurz: Try to hum it.
    Dancing Queen ist nicht einfach zu pfeifen - schon klar. Abba sind kompositorisch komplexer als vielfach angenommen.

    Aber die Sache mit der "musikalischen Erziehung" ist noch immer nicht erklärt. Klang im Kontekt so, als müsste irgendjemand musikalisch erzogen werden. Wie wär's mit "Suum cuique"?

    Auch der Satz vorher mit dem "Anspruch auf Befriedigung des Massengeschmacks" bleibt nebulös.
    „Weniger, aber besser.“ D. Rams

  9. #99
    good intention sidekick Avatar von nikodemus
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    Meine früheste Errinnerung an Musik geht zurück, wo ich ca. 7-8 alt war, Mickey Mouse verschlungen hab und dazu im Hintergrund eine Beatles MC mit diversen Titeln lief, haften blieb Michelle und vieles der frühen Sachen. Zwischen 9-11 bin ich total auf David Hasselhoff geflogen und auch an Chesney Hawks kam ich nicht vorbei. Bald erforschte ich den elterlichen Plattenschrank besser und verliebte mich in Simon & Garfunkel- The Concert in Central Park. Das sollte auch ne ganze Zeit so bleiben, da ich mich bis ca. 16 nicht viel mit Musik beschäftigt habe. Irgendwann wünschte ich mir eine Billy Joel Platte, weil ich Leningrad im Radio gehört habe. Darauf folgte irgendwann meine erste eigene gekaufte Platte „Bee Gees“ – One Night Only...Es trug mich dann etwas in die RnB Richtung, aber in eine sehr üble, muffige Richtung, übler Mainstream-R&B Ende der 90er. Allerdings kaufte ich mir auch bald die ersten Scheiben von Curtis Mayfield (Live) sowie Donny Hathaway (Live), es folgen Marvin Gaye und Stevie Wonder. Irgendwann war ich dann so weit zu glauben, dass nur schwarze Sänger überhaupt gute Musik machen können. Dennoch kaufte ich mir irgendwann die Ultimate Dylan CD, welche mir aber nicht gefielt, bis auf einige Aufnahmen. Dann hatte ich eine Clapton-phase und erkor Unplugged für das größte Album aller Zeiten (ich kannte immerhin 40 Platten).
    Alles auf den Kopf gestellt hat dann der Tag, wo ich im Karstadt die „Time Out Of Mind“ gekauft hab, war wohl der Moment wo es klick gemacht hat. Daraufhin kaufte ich die ersten Dylanplatten, nach TOOM folgten „Blood On The Tracks“ und „Blonde On Blonde“. Ab hier war ich zwar geheilt, aber vollends überzeugt war ich erst, als ich Neil Young kennen lernte. Ich kaufte mir im Dreierpack die Unplugged, After The Gold Rush und Are You Passionate, wobei mich After The Goldrush am meisten begeistern konnte. So ging es dann weiter und weiter, und nachdem ich alle Youngalben hatte (was für eine tolle Entdeckungsreise!), hab ich in die Richtung weitergemacht und alle Platten, die ich vor der TOOM gekauft hab, verbannt (mit ein paar Ausnahmen- Curtis Mayfield und Donny Hathaway lieb ich immer noch).
    Der größte Moment war wohl, als ich an einem Tag, die Zuma, Tonights The Night und zu meiner Überraschung die bis dahin schwer zu bekommende On The Beach gefunden hab....
    Young war es auch dann, der mich dazu gebracht hatte, mir Gitarre beizubringen...
    and now we rise and we are everywhere...

  10. #100
    Moderator Avatar von Herr Rossi
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    Zitat Zitat von Jörg König
    Ich bin kein Musiker, aber Leute, die es sind, haben mir versichert, dass man regelrecht Demut lernt im Angesicht der Schwierigkeiten, die einem dieser Song beim Versuch der Bewältigung bereitet.

    Kurz: Try to hum it. :)
    Jetzt verstehe ich. Das habe ich auch schon häufig gehört und gelesen, dass ABBA-Songs ziemliche Herausforderungen für Musiker sind, obwohl sie beim Hören ganz einfach erscheinen.

  11. #101
    Moderatorina Avatar von tina toledo
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    Zitat Zitat von Bender Rodriguez
    Diesen Satz (sofern er von dir stammt...) darfst du dir einrahmen und stolz drauf sein! Sehr schön ge... postet!
    Ich kann dir nur 100%-ig zustimmen!.
    :-P Danke, die Worte an sich hab ich zwar nicht erfunden, und ich bin auch sicher, dass den gesamten Satz vor mir schon einmal jemand benutzt hat, jedoch entsprang er in diesem Fall durchaus meinem kranken Hirn....;)
    Geändert von tina toledo (08.10.2005 um 22:12 Uhr)

  12. #102
    Moderatorina Avatar von tina toledo
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    Zitat Zitat von Bender Rodriguez
    Kurz, "Pop" sollte auf alle Fälle die Eigenschaft haben, mich nicht zu langweilen! Mir gerne ein Image vorgaukeln dürfen, während ich "ihn" höre..
    Was auch eine Sache ist, von der sich Indie-Bands nicht völlig frei machen können, auch wenn viele es gerne täten. Selbst die Opposition zu Konzept und Image ist doch im Endeffekt wieder ein Konzept.
    Ein Punkt, der mich bei den White Stripes ab und zu doch aufregt (obwohl ich ihre Musik liebe), ist das ständige Murren Jack White`s über Interviews und Presse-Aufmerksamkeit, er wolle doch "bloß kein Star sein", wenn hinter seiner Band und deren Musik doch so offensichtich ein Konzept steht, was für Medien und Massen schlicht interessant ist (dabei die Musik ja nicht in den Hintergrund drängt, sondern lediglich einen passenden Rahmen darstellt), und dies auch bewusst sein will...das ist ein Widerspruch.
    Geändert von tina toledo (08.10.2005 um 23:48 Uhr)

  13. #103
    Moderator Avatar von Herr Rossi
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    Zitat Zitat von tina toledo
    Selbst die Opposition zu Konzept und Image ist doch im Endeffekt wieder ein Konzept.
    Volle Zustimmung. Daher sind mir Bands und Künstler viel lieber, die sich offensichtlich Gedanken über ihr optisches Erscheinungsbild machen, als jene, die meinen, sie hatten kein Image nötig.

  14. #104
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    Zitat Zitat von Kai Bargmann
    Aber die Sache mit der "musikalischen Erziehung" ist noch immer nicht erklärt. Klang im Kontekt so, als müsste irgendjemand musikalisch erzogen werden.

    Auch der Satz vorher mit dem "Anspruch auf Befriedigung des Massengeschmacks" bleibt nebulös.
    Es ist beides so gemeint, wie es dasteht.

    Musikalische Erziehung findet ja eher selten durch mit Notenblättern bewaffnete Lehrer statt. Sondern meistens durchs Einschalten des Radios oder Fernsehers oder durchs Mithören bei älteren Geschwistern. Und da kriegt der eine einen Stadl mit, der andere MTV und ein dritter Mississippi John Hurt. Und vielleicht sogar mal jemand Sibelius oder Schubert. Sowas prägt.

    Pop hat immer den Anspruch, die Masse zu erreichen, sonst wäre er keiner. Niemand singt Schlager zur künstlerischen Erfüllung, so wie auch kein Bäcker mit seinem Herzblut im Brot steckt. Das schließt gute Musik so wenig aus wie leckeres Brot.
    Wenn wir schon alles falsch machen, dann wenigstens richtig.

  15. #105
    Moderator Avatar von Flatted Fifth
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    Zitat Zitat von Jörg König
    Es ist beides so gemeint, wie es dasteht.

    Musikalische Erziehung findet ja eher selten durch mit Notenblättern bewaffnete Lehrer statt. Sondern meistens durchs Einschalten des Radios oder Fernsehers oder durchs Mithören bei älteren Geschwistern. Und da kriegt der eine einen Stadl mit, der andere MTV und ein dritter Mississippi John Hurt. Und vielleicht sogar mal jemand Sibelius oder Schubert. Sowas prägt.
    Im Grunde stimme ich Dir Deiner Grundaussage (von noch weiter oben) zu, wobei vielleicht Sozialisation statt Erziehung das passendere Wort wäre.

    Zitat Zitat von Jörg König
    Pop hat immer den Anspruch, die Masse zu erreichen, sonst wäre er keiner. Niemand singt Schlager zur künstlerischen Erfüllung, so wie auch kein Bäcker mit seinem Herzblut im Brot steckt. Das schließt gute Musik so wenig aus wie leckeres Brot.
    Hier allerdings möchte ich gerne Einspruch erheben. Dass Popmusik die Masse erreichen will ist hinreichend bekannt, schließlich kommt Pop von populär. Der Popmusik aber eine fehlende künstlerische Erfüllung zu unterstellen, halte ich für falsch. Man sollte da glaube ich unterscheiden zwischen Popmusik und "kalkulierter Musik". Kalkulierte Musik kann durchaus Popmusik beinhalten, aber genauso andere Musikrichtungen, gerade der R'n'B-Bereich wäre da noch ein gutes Beispiel. Popmusik hat durchaus einen künstlerischen Anspruch, auch wenn er der Masse genügen soll. Muss Kunst zwangsläufig elitär sein? Ich meine nein.
    You can't fool the flat man!

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