Die WELT
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Thema: Haircut 100 / Nick Heyward

  1. #1
    Stopfte einen Apfel in eine sowieso schon gestopfte Trompete Avatar von Windmill
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    Seit ungefähr 20 Jahren ist mir ein dringendes Bedürfnis über diese Band und vor allem den jungen Herrn mit der Gitarre zu reden. Habe mich bisher nicht getraut, doch da mir meine beiden Therapeuten Mut zusprachen, versuche ich es mal.
    Es ist übrigens ein klassisches Beispiel von Beeinflussung durch Musikzeitschriften, denn weder Freunde, noch Radiosender kannten Haircut 100 im Sommer 1982, als ich mir deren Debut-Album "Pelican West" kaufte. Der Grund war wohl, daß sie damals ein ziemlich großer Hype in GB waren, man schrieb damals gar, sie würden "Turbulenzen wie damals die Beatles" auslösen. (Klar, sowas gibt es jedes Jahr) Nun wollte ich aber mal wissen, was dahintersteckt und war äusserst positiv überrascht. Gleich am Anfang wird man vom freundlich eingängigen Gitarrengeschrummel Heywards empfangen, das einen bis zum Ende des Albums auch nicht wieder verlässt und zu einem netten Begleiter wird. Zum excellenten Schlagzeuger (Blair Cunningham) gesellt sich ein extra Percussionist und dann setzt mit den Bläsern sowas wie ein herbstliches Tropenklima ein. Unaufdringlich aber sehr eingängig. Wie schwer die Musik einzuordnen ist, beweist ein Kritiker der damaligen Zeit (nein, nicht "der Zeit"), der sie mit den Hollies verglich. Ich besorgte mir daraufhin eine Best-Of-Doppel-LP der Hollies und konnte überhaupt keine Parallelen feststellen. (Immerhin kannte ich dann auch die Hollies (Heyyy, Carrie Anne ...).) Wichtig scheint auch zu sein, daß sich in den Texten Heywards absolut kein Sinn verbirgt, so daß man den Gesang als ziemlich gut in die restliche Musik integriert verstehen kann. Die erste LP war leider auch die letzte gemeinsame mit Nick Heyward, der jedoch glücklicherweise Solo weitermachte und mit "North of a Miracle" den zweiten Glanzpunkt in meine bescheidene Plattensammlung setzte. Mittlerweile hatte er scheinbar Klavierspielen gelernt und dieses gegen seine Schrammelgitarre getauscht, so daß dieses Album sich ein klein wenig melancholischer anhört. Es blieben jedoch die sehr gut eingesetzten Bläser und der eingängige Gesang (wiederum völlig sinnbefreit). Fast gleichzeitig erschien ein weiteres Album von Haircut 100, die aber ohne Heyward leider völlig substanzlos war, woraufhin sich die Band (hoffentlich?) auflöste.
    Von Nick Heyward kam neben einigen Singles dann Jahre später noch "From Monday To Sunday" heraus, die mir aber etwas zu traurig und zu sehr dem Zeitgeist entsprechend vorkommt.
    Es wird mir jedoch ein ewiges Rätsel bleiben, warum all meine Freunde, Bekannte und Verwandte immer nur ein müdes Lächeln für ihn übrig haben, handelt es sich doch um hervorrragende Musik.

  2. #2
    Stopft Schokoladenherzen in Zigarettenautomaten Avatar von beatlebum
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    Mein bester Freund hatte damals die Pelican West und es war sehr erfrischende Musik. Mir fallen in diesem Zusammenhang noch Tears For Fears ein, die mir allerdings schon nach kurzer Zeit zu gefällig klangen.
    Sinnbefreite Texte hat schon fast wieder etwas philosophisches. Also endlich jemand der die Texte aus der Gefangenschaft des Sinns befreite und allein dafür gebührt ihm ein Ehrenplatz. :D

  3. #3
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    Ich habe diese Platte auch, sie war damals als sie erschien echt ein Knaller, HappyGoLucky-Musik ohne besonderen Tiefgang aber mit sehr viel besitzergreifendem Charme. Leider legte sich die Begeisterung doch sehr schnell bei mir, wurde sie bald leid. Vor einigen Monaten hörte ich noch mal wieder rein und fragte mich, was ich jemals daran gefunden habe. Eine typische 80er-Jahre-Platte, leider eine von der Sorte mit geringer Halbwertszeit.

  4. #4
    Jokerman Avatar von dr.music
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    Habe mir die "Pelican west" gestern in den Warenkorb gelegt, nachdem ich meine einzige Heyward/Haircut 100-Platte (= Dein avatar-Bild) diese Woche nach 4-5 Jahren wieder gehört habe...und sie mir überraschend ganz gut gefiel.
    Da ja nur ganze 4 Songs von "Pelican west" drauf sind, rentiert sich für mich die 93er Neuauflage mit gleich 5 Bonustracks.

    Hoffe, sie wird für mich eine der guten 80er Pop-Scheiben wie ABC´s "The lexikon of love" (übrigens im selben Jahr erschienen).

  5. #5
    Zaghaft durchs Gebüsch gebrochen
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    die erste single "favourite shirts" war damals der knaller auf jeder party. erschien übrigens zeitgleich mit der ersten abc-single "Tears are not enough", soweit ich mich erinnern kann waren die beiden im november 1981 die beiden "singles des monats" in der sounds mit einem hauchdünnen vorsprung für abc.

  6. #6
    Stopfte einen Apfel in eine sowieso schon gestopfte Trompete Avatar von Windmill
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    Habe mir die "Pelican west" gestern in den Warenkorb gelegt, nachdem ich meine einzige Heyward/Haircut 100-Platte (= Dein avatar-Bild) diese Woche nach 4-5 Jahren wieder gehört habe...und sie mir überraschend ganz gut gefiel.
    Da ja nur ganze 4 Songs von "Pelican west" drauf sind, rentiert sich für mich die 93er Neuauflage mit gleich 5 Bonustracks.
    Hey Dr., ich hoffe, sie gefällt Dir so gut, daß wir die Bläserparts beim nächsten Treffen gemeinsam mitpfeifen können. Mich würde auch sehr interessieren, wie Du die Bonustracks bewertest, denn meine Original-Vinyl ist ja schon recht mitgenommen und ich spiele mit dem Gedanken, sie mir nochmal zu besorgen. (Obwohl sie sich ohne das Knistern erstmal recht ungewohnt anhören wird. )

    ABC zählen seltsamerweise (?) auch zu meinen Favoriten aus jener Zeit, wenngleich es ein völlig anderer Stil ist. Beim ersten Hören dachte ich (und andere Freunde auch), daß es sich bei dem Sänger um einen Schwarzen (so der damalige pc-Ausdruck) handeln *muss*. Leider fielen die "Alphabet City" und die mit den Comics aufn Cover (Komm nicht auf den Namen) im Vergleich schon ziemlich deutlich ab, sind aber trotzdem hörenswert. Man kann Ihnen eigentlich auch keinen Vorwurf machen, immerhin haben sie sich von Album zu Album weiterentwickelt. Ob zum Guten, bleibt dem Geschmack überlassen...

    Und Tears für Fears fand ich zwar auch ganz gut, kann es aber janz und jar nicht mit Haicut 100 unter einen Hut bringen, ausser, daß es ugf. zur gleichen Zeit war. Und, daß es die (heute oft übersehene) grosse Bandbreite der guten Musik Anfang der achtziger aufzeigt.
    Jedenfalls durfte ich meinem (damals New-Romantic) Kumpel die Haircut 100-Platte nicht mal von weitem zeigen, er hätte mich gewürgt.

  7. #7
    A new career in a new town Avatar von Dennis Blandford
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    "Pelican West" ist wirklich eine feine Platte u. m.E. ziemlich typisch für das Jahr 1982 u. Releases aus UK.
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  8. #8
    634-5789 Avatar von pinch
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    Zitat Zitat von Dennis Blandford Beitrag anzeigen
    "Pelican West" ist wirklich eine feine Platte u. m.E. ziemlich typisch für das Jahr 1982 u. Releases aus UK.
    Den Nachfolger "Paint and Paint" fand/finde ich ebenfalls sehr gut, obwohl Nick Heyward nicht mehr dabei war. Anschließend war dann ja leider Schluss mit der Band.

  9. #9
    The Beat Goes On! Avatar von songbird
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    Das erste Heyward Album gehört auch in jeden Haushalt.

  10. #10
    634-5789 Avatar von pinch
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    Zitat Zitat von songbird Beitrag anzeigen
    Das erste Heyward Album gehört auch in jeden Haushalt.
    Absolut!

  11. #11
    A new career in a new town Avatar von Dennis Blandford
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    Ich habe noch das hier von Nick:
    http://www.discogs.com/Nick-Heyward-...d/master/48892
    Und ehrlich gesagt ist die Single "The World" langweilig.
    Die erste Soloplatte werde ich mir aber auch noch zulegen.
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  12. #12
    Singles Liebhaber Avatar von Joshua Tree
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    North Of A Miracle gefällt mir sogar einen kleinen Tick besser mehr als Pelican West. Auch das zweite Soloalbum (Postcards from Home) hat seine Stärken.

    Live waren Haircut 100 übrigens sehr unterhaltsam, im Gegensatz zu vielen anderen 82er Pophelden.
    Red Hot and Blue!

  13. #13
    The Beat Goes On! Avatar von songbird
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    Von Nick´s Homepage:

    Haircut 100 in the recording studio for a couple of days next week. All singing, all dancing. Lovers of pop/funk. Purveyors of happiness.

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