Wildflowers – New York Jazz Loft Sessions der Siebzigerjahre

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  • #10062943  | PERMALINK

    abnicker

    Registriert seit: 01.01.2017

    Beiträge: 24

    Nabend zusammen,

    ich bin gerade sehr interessiert an der New Yorker Loft Szene der 70/80er Jahre + den Übergang zu MBase. Ich habe die Wildflower -Platten und wollte euch fragen ob euch noch andere empfehlenswerte Sampler /Werkschauen aus dieser Zeit bekannt sind. Über die Künstler habe ich mir einen relativen Überblick verschafft…ein bisschen mehr Musik könnte ich noch gebrauchen; (obwohl ja Wolf Kampmann in seinem neuen Buch schreibt, daß diese Zeit schlecht dokumentiert ist).

    Danke +freundliche Grüße

    Wolfgang

     

     

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    #10063337  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

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    ohne mich hier schrecklich gut auszukennen: Wildflowers war in irgendeiner Weise ein mutiger Schritt. Es sagt: Keiner will unser Zeug hören, geschweige denn als Album veröffentlichen, aber für eine Multi-Album Werkschau, in der jede Band besser ist als die andere, haben wir mehr als genug Material. Werkschauen wie diese hat es im Jazz (oder auch sonst) nicht so furchtbar oft gegeben. Einzelne Alben waren die Regel. Eine konkrete Empfehlung für den nächsten Schritt ist Saga of the Outlaws von Charles Tyler, das aus den gleichen Sessions stammt (iirc) aber einzeln veröffentlicht wurde, weil es so super ist (und man kann es auch leicht auf CD kaufen).

    Wenn es unbedingt ein Sampler sein soll, ist eine gebrauchte Version des Buch „The Dark Tree“ von Steve Isoardi (ab 10 Euro) nicht schlecht – damit gehst du in der Geschichte nochmal einen halben Schritt zurück (in die kalifornische Szene der Mitt70er aus der Leute wie Blythe, Murray, Crouch kamen) und hast neben der CD auch noch ein ganz respektables Buch gekauft.

    zuletzt geändert von gypsy-tail-wind

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    #10063529  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    Biomasse

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 61,834

    „Saga of the Outlaws“ war auch das erste, woran ich dachte … ist ja nur ein Track, keine Ahnung, warum der bei den Wildflower-Releases fehlt ;-)

    Die 3CD-Box von Jemeel Moondoc (NoBusiness) wäre eine schöne Ergänzung, wegen des Booklets auch (die Musik hätte auch auf zwei CDs Platz). Kaufen sollte man das aber nur, wenn man mit Moondocs Ton klarkommmt.

    Dann gibt es noch die Rashied Ali-Alben, die bei Knitting Factory auf CD vorgelegt wurden (wohl alle vergriffen). Ansonsten würd ich halt den Leuten auf den Wildflowers-Scheiben nachgehen, die gefallen. Weitere Compilations aus dem Umfeld kenne ich nicht (oder komme grad nicht drauf, @vorgarten dürfte mehr wissen).

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #10063531  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

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    :idea: „Saga Of The The Outlaws“ JAWOHL ….

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #10063885  | PERMALINK

    atom
    Moderator

    Registriert seit: 10.09.2003

    Beiträge: 20,385

    @abnicker: Ich habe es noch nicht gelesen, aber vielleicht bietet dir Michael C. Hellers Buch „Loft Jazz: Improvising New York in the 1970s“ einen weiteren Einblick in die Szene.

    Loft Jazz
    Improvising New York in the 1970s
    Michael C. Heller (Author)
    Paperback, 272 pages
    ISBN: 9780520285415
    December 2016
    $29.95, £24.95

    The New York loft jazz scene of the 1970s was a pivotal period for uncompromising, artist-produced work. Faced with a flagging jazz economy, a group of young avant-garde improvisers chose to eschew the commercial sphere and develop alternative venues in the abandoned factories and warehouses of Lower Manhattan. Loft Jazz provides the first book-length study of this period, tracing its history amid a series of overlapping discourses surrounding collectivism, urban renewal, experimentalist aesthetics, underground archives, and the radical politics of self-determination.

    --

    Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...
    #10063893  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

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    abnicker
    ich bin gerade sehr interessiert an der New Yorker Loft Szene der 70/80er Jahre + den Übergang zu MBase. Ich habe die Wildflower -Platten und wollte euch fragen ob euch noch andere empfehlenswerte Sampler /Werkschauen aus dieser Zeit bekannt sind. Über die Künstler habe ich mir einen relativen Überblick verschafft…ein bisschen mehr Musik könnte ich noch gebrauchen; (obwohl ja Wolf Kampmann in seinem neuen Buch schreibt, daß diese Zeit schlecht dokumentiert ist).

    herzlich willkommen, wolfgang. wenn ich das richtig sehe, gibt es nur 2 serien von gebündelten loftaufnahmen, eben WILDFLOWERS (hier mal eine etwas komplettere übersicht über die rivbea-aufnahmen) und rashied alis survival records. FLOWERS FOR ALBERT von david murray aus dem ladie’s fort gibt es auch mittlerweile komplett.

    sicherlich eine sehr spannende und schlecht dokumentierte zeit, aber ob man da von einem „übergang zu m-base“ sprechen kann? steve coleman kam 1978 nach new york, war bestimmt oft im rivbea, aber auch direkt in der jones/lewis-big-band. ganz sicher hat er graham haynes in der loftszene getroffen, das kann man dann wohl schon als gründungsmoment bezeichnen. aber eigentlich war das ja die schlussphase der lofts, aus rivers/holland/ellington entstand das dave holland quartet, wo dann schnell coleman dabei war, aber eigentlich gab es ja eher die entwicklung zum neuen konservativismus und als reaktion darauf würde ich no wave und die zorn-szene interpretieren – und die m-base leute waren ja dann eher in brooklyn aktiv. kannst du genauer beschreiben, wie du das mit dem übergang meinst?

    zuletzt geändert von gypsy-tail-wind

    --

    #10063897  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 9,795

    atomIch habe es noch nicht gelesen, aber vielleicht bietet dir Michael C. Hellers Buch „Loft Jazz: Improvising New York in the 1970s“ einen weiteren Einblick in die Szene.

    da tauchen aber die m-base leute z.b. gar nicht im register auf.

    --

    #10063967  | PERMALINK

    abnicker

    Registriert seit: 01.01.2017

    Beiträge: 24

    Erstmal sehr herzlichen Dank für Auskünfte und Empfehlungen. Dark Tree ist bestellt, Loft Jazz ist auf der Liste…. . (CD´s und Vinyl werden dann dem Geldbeutel entsprechend folgen ).

    Den Übergang von Loft Jazz zu M-Base hab ich ,als Laie mal aus dem Kampmann-Buch geschlossen. Er schreibt hier von einem Übergang zunächst zu Free Funk hin, mit einer ersten Welle um Colemann, J.B. Ulmer und Shannon Jackson über Threadgill, Tacuma etc. und hier parallel  James Chance, Defunkt, Lounge Lizards etc….  Und hieraus erfolgte dann eine Entwicklung zu Zorn etc. einerseits und die M-Base Szene anderseits.

    So hab ich es zumindest verstanden, aber ich „forsche“ da gerne weiter, ….

    Übrigens , so ein Mist. Ich war noch im Sommer in New York und besuchte da auch die Downtown Music Gallery. Da hätte ich natürlich den Rucksack vollpacken können mit den Tips, zumal der Betreiber erwähnte bei den Loft-Aufnahmen zugegen gewesen zu sein.

    Freundliche Grüße

    Wolfgang

    --

    #10064233  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 9,795

    abnicker
    Den Übergang von Loft Jazz zu M-Base hab ich ,als Laie mal aus dem Kampmann-Buch geschlossen. Er schreibt hier von einem Übergang zunächst zu Free Funk hin, mit einer ersten Welle um Colemann, J.B. Ulmer und Shannon Jackson über Threadgill, Tacuma etc. und hier parallel James Chance, Defunkt, Lounge Lizards etc…. Und hieraus erfolgte dann eine Entwicklung zu Zorn etc. einerseits und die M-Base Szene anderseits.
    So hab ich es zumindest verstanden, aber ich „forsche“ da gerne weiter, ….

    danke. ich glaube ja, dass free funk da ein bisschen der falsche dampfer ist, um die frühen entwicklungen von coleman und haynes zu erklären. am anfang ging es da wohl eher um die drum chants (milford graves, doug hammond), blackwell spielte wohl eher für haynes eine wichtige rolle. das wäre dann aber auch ein direkter loft-bezug. aber personelle überschneidungen gab es mit defunkt natürlich auch.

    was mir noch eingefallen ist, wären zwei filme, die ziemlich gute dokumente der späten loft-szene sind, aber eben auch filmisch faszinierend sind. beide interessanterweise für das deutsche fernsehen entstanden. RISING TONES CROSS hat charles gayle und peter kowald als protagonisten, daneben tauchn u.a. brötzmann, die zorn-szene, david ware, irene schweizer und charles tyler auf. und SPEAKING IN TONGUES heftet sich an die fersen von david murray, um die psychosomatischen refernezen des spiels von milford graves zu erklären. da gibt es massenhaftes tolles früh-80er-new-york-material zu sehen.

    --

    #10064295  | PERMALINK

    soulpope
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    Würde IMO thematisch auch passend erscheinen …. :

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #10064351  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    „The Grip“ ist toll! (Und „Metamorphosis“, das ich nicht kenne, wohl die Uridee der ganzen hatOLOGY-Cover von Hat Hut?)

    --

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    #10067025  | PERMALINK

    abnicker

    Registriert seit: 01.01.2017

    Beiträge: 24

    Ja, vielen Dank nochmal. Ich wühl mich gerade durch die Szene und stelle fest , daß es ja vielleicht auch Künstler gab, die nicht in dem Loft-Rahmen auffällig wurden,aber dennoch eine Rolle in dieser Musikentwicklung spielten.

    So höre ich gerade diese Platte ; (hoffe das Bild ist zu sehen):

    ( Billy Hart: Enchance)

    Freundliche Grüße

    Wolfgang

    --

    #10067045  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 61,834

    Das Bild ist zu sehen … als ich von der Existenz dieses Albums erfuhr, musste es sofort her (was für ein Line-Up!) – aber seit wohl einem Dutzend Jahren bemühe ich mich darum, das Album mehr zu mögen, als es der Fall ist :-(

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #10067163  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 9,795

    gypsy-tail-windDas Bild ist zu sehen … als ich von der Existenz dieses Albums erfuhr, musste es sofort her (was für ein Line-Up!) – aber seit wohl einem Dutzend Jahren bemühe ich mich darum, das Album mehr zu mögen, als es der Fall ist

    ich habe bisher einen vorsichtigen bogen darum gemacht, weil OSHUMARE mit vergleichbar absurder besetzung (frisell plus eubanks, coleman plus branford m. usw.) eine ziemliche enttäuschung war. ich bin jetzt aber nach ein paar antestern bei ENCHANCE positiv überrascht.

    --

    #10069719  | PERMALINK

    soulpope
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    Beiträge: 45,668

    vorgarten

    „Rainbows“ noch immer ein genialer Beleg, wie ein Sam Rivers Trio Konzerterlebnisz damals Ende 70er/Anfang 80er so ablief ….

    --

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