Trixie Whitley

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  • #87135  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 50,455

    Ich bin eigentlich nicht der richtige, um einen solchen Thread zu öffnen. Die Worte, um Pop-Singles zu besingen oder zu verkaufen, finde ich nicht. Aber dass es hier im Forum bisher keinen einzigen Thread über Trixie Whitley gibt, möchte ich doch gerne ändern.

    Vor ein paar Monaten erschien ihr Debut-Album „Fourth Corner“ und ich mag es sehr gerne. Ihre Stimme gefällt mir ausserordentlich gut. Zum ersten Mal in den Bann gezogen hat sie mich, als ich den tollen Auftritt von Black Dub am Montreux Jazz Festival am Fernsehen sah. Inmitten der drei grossartigen Musiker diese blonde, kleine, engelhafte Gestalt … die mit einer unglaublichen Stimme zu singen beginnt. Definitiv ein Gänsehaut-Moment, als ich sie das erste Mal hörte *und* sah (die Black Dub CD finde ich deutlich weniger gelungen – schade eigentlich, es scheint, als hätten sie entweder ihr Potential im Studio nicht ausschöpfen können oder aber als wären sie viel zu früh ins Studio – es gibt jedenfalls sehr viel fesselnderes Live-Material von der Gruppe).

    Whitley hat zwei EPs herausgegeben, die erste ist recht stark von Black Dub geprägt und mit der Hilfe einiger Musiker eingespielt worden, „The Engine“. Die zweite EP, „Live at Rockwood Music Hall“, hat sie dann ganz alleine gemacht.

    Was ihre Musik in meinen Ohren auszeichnet – neben der phantastischen Stimme -, ist das Nebeneinander von einer grossen Zartheit und Zerbrechlichkeit mit einer Härte und Ruppigkeit, die zugleich so starke und so fragile Stimme, die sich über schroffe Gittarenlicks und Rhythmen erhebt. Ein Balanceakt ist das, Musik einer Suchenden. Selten klang Sehnsucht so schön.

    Hörproben auf Soundcloud:
    https://soundcloud.com/trixie-whitley

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #104: Goin' West: Lee Konitz in Kalifornien, tba | Slow Drive to South Africa, #6: tba | No Problem Saloon, #19: Klassikstunde #2, tba
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    #8844083  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Sie ist die Tochter von Chris Whitley, der leider viel zu früh verstoben ist und dessen Debüt auf Music on Vinyl gerade wiederveröffentlicht worden ist. Sollte Dir gefallen!
    Ich kenne ihre Platten noch nicht, sondern nur ihre Kinderstimme, die Chris Whitley auf eine seiner Aufnahmen eingefügt hat. Ich werde es mir anhören.

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    #8844085  | PERMALINK

    inuit

    Registriert seit: 24.03.2012

    Beiträge: 415

    ‚Fourth Corner‘ ist sehr empfehlenswert. Gute und abwechslungsreiche Songs und dazu ihre tolle Stimme, da passt einfach alles.

    --

    #8844087  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 4,740

    Danke, ein interessanter Tipp!

    Ja, die Stimme ist wirklich eine, da muß man aufmerken, „Breathe You In My Dreams“ hat mich auch sofort fasziniert, was für die anderen, auf Soundcloud angebotenen Titel, nicht so zutrifft, hier mangelt es für mich etwas an der Ausgestaltung der Songs, es hätte m.E. mehr Sorgfalt auf die Arrangements und Ausführung gelegt werden können, die Atmosphäre fällt hinsichtlich Spannung doch ab zum erstgenannten Song. Diese Stimme hat mehr verdient hinsichtlich der musikalischen Umgebung. Nun gut, ich kenne den Rest der Platte nicht, der Anreiz zur näheren Beschäftigung ist nun aber gegeben.

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    #8844089  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    Biomasse

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 50,455

    Bei mir wächst die Scheibe kontinuierlich – der erste Eindruck war ähnlich: etwas unfertig, hätte man etwas vorsichtiger gestalten können. Aber inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass gerade im Ausgesparten ein grosser Reiz der Musik liegt. Die schroff dahingerotzten, einfachen Gitarrenriffs, ein paar raffinierte Beats – und das reicht auch schon.

    Bgigli, von ihrem Vater kenne ich bisher noch gar nichts – muss ich gelegentlich wohl ändern, scheint ein interessanter Musiker gewesen zu sein!

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    #8844091  | PERMALINK

    inuit

    Registriert seit: 24.03.2012

    Beiträge: 415

    Chris Whitley war ein sehr vielseitiger und interessanter Musiker, der leider viel zu früh von uns gegangen ist.

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    #8844093  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 4,740

    nicht lange gezögert, hier bestellt zum guten Preis:

    http://www.grooves-inc.de/whitley-trixie-fourth-corner-unday-cd-album-pZZa1-1898011233.html

    Ich werde nach Erhalt berichten….

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    #8844095  | PERMALINK

    dr-music

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 70,287

    Wen es interessiert: Morgen kommt im DLF um 15:05 Uhr – 16 Uhr eine Sendung zu ihr.
    Der DLF dazu:[TABLE=“class: vorschau-tabelle“]
    [TR]
    [TD=“class: linke-spalte“]
    [TD=“class: rechte-spalte“]Gefühle im Quartett – Die amerikanische Songschreiberin Trixie Whitley
    Von Jörg Feyer

    “Liebe, Wut, Freude und Einsamkeit – das, sagt Trixie Whitley, seien die vier Emotionen, die sie menschlich und musikalisch immer wieder beschäftigen. Also auch auf ihrem aktuellen Album mit dem programmatischen Titel ‚Fourth Corner‘. Dass die 25-jährige Sängerin und Songschreiberin nun doch noch ihr Solo-Debüt veröffentlichen konnte, ist nicht so selbstverständlich wie man angesichts ihrer Herkunft vermuten könnte. Als Tochter des leider schon 2005 verstorbenen Gitarristen Chris Whitley schien ihr die Musik zwar in die Wiege gelegt zu sein. Doch war die in Belgien geborene Wahl-New Yorkerin schon drauf und dran, ihre eigene Bühnenlaufbahn zugunsten einer College-Ausbildung zurückzustellen, als ein Exemplar ihrer EP ‚Strong Blood‘ den Weg zu Daniel Lanois fand. Begeistert engagierte der renommierte Produzent sie als Sängerin für sein Projekt ‚Black Dub‘, das Trixie Whitley 2010/11 erstmals in eine breitere Öffentlichkeit brachte. Warum Lanois nicht auch für ‚Fourth Corner‘ im Studio war, welche Spuren ihrer kreativen Ausflüge als Schauspielerin, Tänzerin und DJ heute noch nachwirken und wie sie aktuell mit dem Vermächtnis ihres Vaters klarkommt – fragte Jörg Feyer, als er Trixie Whitley vor einem Konzert in Hamburg traf.“

    --

    Jetzt schon 62 Jahre Rock 'n' Roll
    #8844097  | PERMALINK

    dr-music

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 70,287

    Schönes, langes Interview von Jörg Feyer. Interessante Einblicke der jungen Dame, die in Belgien (Gent) zur Welt kam. Die Stimme durchaus ausdrucksstark. 4 Songs von ihrem Debut und einige andere (von ihrer EP??). Auch bereits gut gereift als Songwriterin. Werde mir ihr Album mal vormerken.:-)

    --

    Jetzt schon 62 Jahre Rock 'n' Roll
    #8844099  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 50,455

    Danke für den Hinweis, hab mir die Sendung vorhin angehört (gestreamt leider nur, am Radio gab’s mehrere Ausfälle).

    Ganz gute Sendung, fand ich – bloss die Unsitte, dass am deutschen Radio die Übersetzung stets direkt über den O-Ton gelegt wird, fand ich mal wieder enorm nervig. Erst recht, wenn man eine glatte Sprecherin hat, statt einer Whisky-Stimme ;-)

    dr.music4 Songs von ihrem Debut und einige andere (von ihrer EP??). Auch bereits gut gereift als Songwriterin. Werde mir ihr Album mal vormerken.:-)

    „Morelia“, „Gradual Return“, „Fourth Corner“ und „Breathe You In My Dreams“ sind vom Album (wobei „Breathe You“ gab’s auf der zweiten EP auch schon).
    „I’d Rather Go Blind“ ist von der ersten EP, „Strong Blood“ ist von der zweiten EP, und ob „Pieces“ von der ersten EP oder dem Album kam, kann ich nicht mehr sagen, hab die EP-Version grad gar nicht präsent und das Album neulich zwar öfter gehört, aber immer nur im Hintergrund oder unterwegs.

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    #8844101  | PERMALINK

    inuit

    Registriert seit: 24.03.2012

    Beiträge: 415

    „Pieces“ ist auch auf dem Album „Fourth Corner“.

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    #8844103  | PERMALINK

    skipper

    Registriert seit: 22.03.2013

    Beiträge: 356

    Kam heute im Deutschlandfunk. Ganz ganz großes Kino und eine Mörderstimme.

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    #8844105  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    Biomasse

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 50,455

    Inuit“Pieces“ ist auch auf dem Album „Fourth Corner“.

    Und? Du meinst, die heute in der Sendung gespielte Version sei die vom Album? Denn dass der Song schon zweimal eingespielt worden ist, hatte ich ja gerade geschrieben.

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    #8844111  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    Biomasse

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 50,455

    Am Mittwochabend verzauberte Trixie Whitley ein grosses Publikum mit ihrem Konzert im Pavillon in Luzern, einer der kleinen Bühnen des Blueballs-Festival. An einem wundervollen Sommerabend am See spielte zuerst Sol Ruiz eine für mein Gefühl etwas zu einfache Musik, die immer nach dem gleichen Schema funktionierte und in ihrer Mischung aus Funk, Punk und Rap sowie einer Prise Canzioni zwar Spass machte aber wenig ergiebig war (ich hörte davon etwa die letzten zwanzig Minuten).

    Die äusserst zierliche Trixie Whitley stakste auf hohen roten Keilschuhen, ganz in schwarz, auf die Bühne, griff sich eine ihrer Gitarren – da stand überhaupt ein Sammelsurium schöner alter Fendergitarren herum, dazu ein Fender Bass und ein Wurlitzer E-Piano – und legte los: karge Riffs, mit der ganzen Hand auf die Gitarre geschlagen und dann die Stimme, die schon in den ersten Takten in den Bann zog. Ihre Band bestand aus einem Gitarristen, einem Bassisten und einem Drummer, Whitley selbst hatte drei Gitarren dabei (eine akustisch) und setzt sich für ein paar Songs hinter das Wurli mit seinem geilen Sound.

    Das Konzert wurde unglaublich intensiv und nach einer Dreiviertelstunde kochte das Publikum auf dem offenen Platz vor dem kleinen Betonpavillon. Die Musik war – wie ich mir erhofft hatte – viel intensiver, als sie es auf Platte je sein könnte. Die Rhythmiker machten einen phantastischen Job (der Bassist übrigens mit einem Gips um den rechten Unterarm, nur Zeige- und Mittelfinger waren betriebstüchtig, aber das hielt ihn nicht zurück), der Gitarrist war mir streckenweise etwas zu sehr in simplen Rock-Klischees verfangen, aber insgesamt vermochte auch er zu überzeugen. Whitley selbst steuerte oft die brachialen Riffs bei, die ihren einstigen Lehrmeister Daniel Lanois verrieten. Lanois‘ Einfluss schien mir auch beim Sound der Band überhaupt anzuklingen – die Feinarbeit, die die Rhythmusgruppe immer wieder verrichtete, war aussergewöhnlich (auch wenn Brady Blade nochmal ein anderes Kaliber ist, ganz klar).

    Aber im Zentrum stand Whitley mit ihrer so verletzlichen und zugleich so starken, voluminösen Stimme (umso erstaunlicher, bei einer so zarten Person) – ich muss da fast an den berühmten cry der Jazzmusiker denken. Das Konzert dauerte lange, endete mit drei Zugaben, von denen die zweite ein Song war, den die Gruppe noch nie gespielt hatte – was aber gar kein Problem war. Die letzte Zugabe war dann wieder Whitley allein, sie brauchte mehrere Anläufe, die Gitarre verstimmte sich immer wieder (kein Wunder, so wie sie sie traktierte … eine gerissene Saite gab’s zwischendurch auch mal noch … wie Fingernägel sowas überleben können grenzt jedenfalls an ein Wunder) und sie entschuldigte sich beim Publikum, mit dem sie sich schon zuvor gut unterhalten hatte – es war das letzte Konzert vor einer kleineren Pause und die Band hatte sichtlich selbst Spass am Geschehen. Ein begeisterndes Konzert und eine grossartige Künstlerin, von der wir hoffentlich noch einiges zu hören kriegen werden!

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    #8844113  | PERMALINK

    dackelblut

    Registriert seit: 05.08.2013

    Beiträge: 1

    Da möchte ich doch auch noch meinen Senf dazugeben :-)
    Der Bassist war Alan Gevaert, sonst bei dEUS (und der Onkel von Trixie Whitley), den Schlagzeuger Ray Rizzo http://rayrizzo.tv/ mit Brian Blade zu vergleichen ist irgendwie Apples and Oranges, ich fand Ray absolut grossartig, ungeschliffen und heavy, aber trotzdem voll unter Kontrolle. An der Gitarre war Scotty Metzger http://scottmetzger.com/
    Ich bekam schon beim ersten Stück eine heftige Gänsehaut, Trixie erinnerte so dermassen an ihren Vater (von dem sie die alte Martin und die Silvertone wohl auch geerbt hat – und sie auch auf sehr ähnliche Art und Weise „malträtiert“) – von dort hat sie sicherlich ganz viel mitbekommen, einige Zeit vor Daniel Lanois also.

    Dem Fazit kann ich mich nur anschliessen, ein absolut grossartiges Konzert, ich wünsche mir einen Bootleg davon… und von allen anderen auch, da anscheinend immer wieder andere Musiker zum Einsatz kommen.

    Ich freue mich schon auf den Herbst, dann kommt sie wieder.

    Arne

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