Tindersticks

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  • #99073  | PERMALINK

    neiliebly

    Registriert seit: 11.02.2007

    Beiträge: 1,448

    Ich finde „Ypres“ schon sehr beeindruckend. Ursprünglich nur gekauft um die Sammlung komplett zu halten, bleibt die Feststellung das dieses Werk von mir wohl öfters aufgelegt werden wird als die typischen Tindersticks-Soundtrackalben.

    Hier mal eine der wenigen deutschsprachigen Rezensionen:

    Im Ersten Weltkrieg zählte Ypern zu den meistumkämpften Städten an der Westfront. Die drei großen Schlachten dort gingen als erste, zweite und dritte Flandernschlacht in die Geschichte ein. Die Stadt wurde während des Krieges fast völlig zerstört, Hunderttausende von Menschen starben und wurden unter anderem auf den zahlreichen Soldatenfriedhöfen in der Nähe beerdigt.

    2011 beauftragte das Flanders Fields Museum TINDERSTICKS mit der Musik für eine Dauerausstellung über die Schrecken dieser Zeit. Die Soundscapes, die Stuart A. Staples und Dan McKinna daraufhin erschufen, finden sich nun auf „Ypres“, die so beklemmend, intensiv und erschüttend ausgefallen ist, wie es sich bei einem Aufeinandertreffen dieser Thematik und diesen Künstlern erwarten ließ.

    Dabei fängt alles ganz still an – eine blecherne Totenglocke läutet „Whispering Guns“ ein, dessen massive Soundwände erst nach und nach ihre Melodiebögen erkennen lassen. Die Spannung ist fühlbar, die unheilverkündende Atmosphäre steigert sich über die zwölf Minuten stetig, und geschickt binden Staples und McKinna das Geheul einschlagender Granaten in die Orchester-Arrangements ein. Dabei hat „Ypres“ mit seinen wie eine Spirale in die Tiefe ziehenden Endzeitstreichern in jeder Minute den typischen TINDERSTICKS-Sound, auch wenn die Platte, ihrem Zweck entsprechend, rein instrumental bleibt und Staples’ charakteristische Stimme fehlt.

    Stilles Abwarten prägt „Ananas Et Poivre“, während „La Guerre Souterraine“, der auf das ausgedehnte Höhlensystem Bezug nimmt, mit dem die Stadt und die Umgebung während des Krieges untertunnelt wurden, die Angst in der Dunkelheit mit ihren Klopfgeräuschen großartig in Töne kleidet – weniger sinfonisch, aber ebenso unheimlich. Wieder anders „Gueules cassées“, das sich den entstellten und verstümmelten Soldaten widmet, die ihren musikalischen Ausdruck hier in reduzierten, an eine tiefe Bassflöte erinnernden Tönen finden, einsam und nackt. Der folgende „Sunset Glow“ mag einen Hauch verzweifelter Romantik in sich bergen, wie er auch andere TINDERSTICKS-Werken prägt, schlägt dann aber im zwanzigminütigen, finalen Epos „The Third Battle Of Ypres“ in schaurige Dramatik um.

    „Ypres“ funktioniert auch ohne die Bilder, für die sie geschaffen wurde, indem sie eigene entstehen lässt. Es ist eine mächtige Platte geworden, eine von denen, gegen deren stimmungsverändernde Wirkung es keine Gegenwehr gibt, die aber über die Emotionen, die sie weckt, auch Unerlebtes erfahrbar macht. Hören auf eigenes Risiko – aber trotzdem durch und durch empfohlen.

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    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #10726879  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 4,430

    Gerade auf rollingstone.de gesehen: ein neuer Tindersticks-Track aus Stuart Staples Soundtrack für den Film High Life von Claire Denis.

    Der am Donnerstag veröffentlichte neue Song „Willow“ ist in der letzten Szene des Films zu hören. Es ist ein echtes Tindersticks-Stück und wurde mit den Vocals von Schauspieler Robert Pattinson aufgenommen. Das Video zu „Willow“ zeigt einige Szenen aus „High Life“.

    Langsam, sparsam, atmosphärisch, ein Blick in den Sternenhimmel ohne viel Bewegung – und Pattinsons dünne Stimme passt durchaus in dieses Klangbild.

    Tindersticks – „Willow“ feat. Robert Pattinson

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    To Hell with Poverty
    #10727117  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

    Beiträge: 29,198

    Ja, sehr faszinierend. Robert hat ja selbst auch ein paar Tracks aufgenommen, die durchaus in Ordnung gehen.

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    Hold on Magnolia to that great highway moon
    #10734819  | PERMALINK

    kornkreis

    Registriert seit: 29.10.2018

    Beiträge: 68

    go1Gerade auf rollingstone.de gesehen: ein neuer Tindersticks-Track aus Stuart Staples Soundtrack für den Film High Life von Claire Denis.

    Der am Donnerstag veröffentlichte neue Song „Willow“ ist in der letzten Szene des Films zu hören. Es ist ein echtes Tindersticks-Stück und wurde mit den Vocals von Schauspieler Robert Pattinson aufgenommen. Das Video zu „Willow“ zeigt einige Szenen aus „High Life“.

    Langsam, sparsam, atmosphärisch, ein Blick in den Sternenhimmel ohne viel Bewegung – und Pattinsons dünne Stimme passt durchaus in dieses Klangbild. <iframe src=“https://www.youtube.com/embed/8xNSN6Kd8rI?feature=oembed“ width=“500″ height=“281″ frameborder=“0″ allowfullscreen=“allowfullscreen“></iframe> Tindersticks – „Willow“ feat. Robert Pattinson

    Aber auch ein bisschen sehr glatt und beliebig. Wie so ein typischer Soundtrack halt.

    zuletzt geändert von kornkreis

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    #10735055  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 4,430

    „Glatt“ mag sein, das gehört hier zur Ästhetik, aber „beliebig“ sicher nicht: Es ist ein Song der Hauptfigur Monte (gespielt von Robert Pattinson) an seine Tochter Willow (gespielt von Jessie Ross).

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    To Hell with Poverty
    #10737529  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 4,430

    Der jetzt gesperrte User kornkreis hat zu diesem Thema noch per Status-Update eine Antwort hinterlassen:

    Betrifft Tindersticks Soundtrack: Ich meinte mit beliebig, dass der Titel etwas charakterlos ist, da fehlen mir etwas die Ecken und Kanten oder das Überraschungsmoment. Schlecht ist der Song aber nicht. Ich mag ihre Platten sehr gerne.

    Das verstehe ich schon, aber auch bei dieser Wortwahl kann ich nicht zustimmen. Den Charakter des Stücks („Willow“) habe ich ja kurz zu beschreiben versucht; dazu gehört auch das Statische.

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    To Hell with Poverty
    #10922553  | PERMALINK

    neiliebly

    Registriert seit: 11.02.2007

    Beiträge: 1,448

    Zum Hören war leider noch keine Zeit, aber das schick ausgestanzte Vinylcover von „No Treasure But Hope” allein ist schon den Kaufpreis wert!!!  :heart:

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