The Kills

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  • #946165  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

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    Mehr Attitude als musikalische Substanz in meinen Augen. Platte ist schon wieder verkauft.

    --

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    #946167  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

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    Ich glaube ich muss hier mal eine Lanze für THE KILLS brechen: Ich habe und kenne nur das Album NO WOW, das ich gekauft habe, nachdem ich das Titelstück im Soundtrack des großartigen Films KNALLHART (von Detlef Buck) gehört hatte. Und das, obwohl ich mich eigentlich seit Jahren nicht mehr besonders für sogenannten Indie-Rock interessiere. Ich finde die Platte klasse! Bis auf Haut und Knochen runtergestrippter R&R. Im wesentlichen Gesang, zwei-drei verzerrte Akkorde auf der E-Gitarre und eine billige Beat-Box. Do It Yourself-Attidüde und Lo Fi-Ästhetik. Unbedingter Wille zum Trotz mit Tendenz zur Selbstzerstörung. Boheme + Heroin-Chique. Als hätten sich der ganz frühe Elvis, Suicide und The Jesus & Mary Chain nachts im Keller im Übungsraum getroffen. Und die Sängerin ist ja wohl the sexiest person alive!

    Und ich bitte Euch: Verglichen mit THE KILLS klingen die White Stripes doch geradezu barock und mainstream …

    F.

    --

    "I said a hip-hop, the hippie, the hippie / To the hip, hip-hop and you don't stop the rockin' / To the bang-bang boogie, say up jump the boogie / To the rhythm of the boogie, the beat" (The Sugarhill Gang)
    #946169  | PERMALINK

    latho
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    Beiträge: 35,094

    Die letzte Platte fand ich etwas schlechter als den Vorgänger, aber komplett ohne Substanz sind die Kills nicht, im Gegenteil. Den Erstling kenne ich allerdings noch nicht.

    --

    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #946171  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,289

    songbirdMehr Attitude als musikalische Substanz in meinen Augen.

    Ein Urteil, ebenso vernichtend wie pauschal, leider aber ohne wenigstens ein – zwei erläuternde Worte überhaupt nicht nachvollziehbar. Schade eigentlich. Willst Du nicht doch ein bisschen was dazu erzählen?

    lathoDie letzte Platte fand ich etwas schlechter als den Vorgänger, aber komplett ohne Substanz sind die Kills nicht, im Gegenteil.

    Auch nicht unbedingt besonders aussagekräftig, finde ich. Was ist es denn, was Du besser oder schlechter findest? Und was meint Ihr mit „Substanz“?

    Neugierige Grüße,

    Friedrich

    --

    "I said a hip-hop, the hippie, the hippie / To the hip, hip-hop and you don't stop the rockin' / To the bang-bang boogie, say up jump the boogie / To the rhythm of the boogie, the beat" (The Sugarhill Gang)
    #946173  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    FriedrichEin Urteil, ebenso vernichtend wie pauschal, leider aber ohne wenigstens ein – zwei erläuternde Worte überhaupt nicht nachvollziehbar. Schade eigentlich. Willst Du nicht doch ein bisschen was dazu erzählen?

    Ich habe bei „Midnight Boom“ wenig gute Songs entdecken können. Der Platte geht es wohl eher um die Vermittlung eines bestimmten Sounds, auf Dauer ist mir das aber zu wenig und langweilt mich. Lo-Fi-Ästhetik hat sich mir nicht offenbart, bei näherem Hinhören erscheint mir zumindest dieses Album alles andere als billig produziert und mir geradezu auf Clubtauglichkeit getrimmt. Wenn solch eine Platte in Verbindung mit schicken schwarz-weiss-Fotos erscheint, in jeder story die Verbindung zu einem Super-Model serviert wird, werde ich schnell skeptisch.
    Ich bin anfangs aber auch darauf hereingefallen, sonst hätte ich die Platte ja nicht gekauft.

    --

    #946175  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,289

    songbirdIch habe bei „Midnight Boom“ wenig gute Songs entdecken können. Der Platte geht es wohl eher um die Vermittlung eines bestimmten Sounds, auf Dauer ist mir das aber zu wenig und langweilt mich. Lo-Fi-Ästhetik hat sich mir nicht offenbart, bei näherem Hinhören erscheint mir zumindest dieses Album alles andere als billig produziert und mir geradezu auf Clubtauglichkeit getrimmt. Wenn solch eine Platte in Verbindung mit schicken schwarz-weiss-Fotos erscheint, in jeder story die Verbindung zu einem Super-Model serviert wird, werde ich schnell skeptisch.
    Ich bin anfangs aber auch darauf hereingefallen, sonst hätte ich die Platte ja nicht gekauft.

    Jetzt verstehen wir uns schon besser.

    MIDNIGHT BOOM kenne ich nicht und kann mich daher nicht dazu äußern.

    Es ist wohl kaum abzustreiten, dass The Kills die Posen des R&R-Lifestyles kennen und auf ihre Art stilisieren. Finde ich nicht nur okay, sondern gefällt mir hier sogar sehr gut. Ich denke, dass die schon sehr genau wissen, was sie da tun. Und was wäre R&R ohne Attitude und Posen?

    Mit Kate Moss ist der Gitarrist als Mitglied eines doch eher randständigen Rockduos natürlich vergleichsweise weit oben in der Liga der Models eingestiegen. Mick Jagger könnte neidisch werden! Aber eigentlich interessiert mich solch Klatsch weniger.

    NO WOW finde ich nach wie vor gut. Die Musik hat ihre eigenen Qualitäten und fügt sich mit dem Styling sehr gut zusammen. Solch einen spröde-polternden, minimalistischen Sound muss man sich auch erst mal trauen und die Tatsache, dass die Songs dabei markant und knackig klingen, spricht nur für sie.

    Bester Gruß,

    F.

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    #946177  | PERMALINK

    tokyoeye

    Registriert seit: 22.10.2008

    Beiträge: 1,819

    Der hatte was mit Kate Moss? Dass die auf Junkie-Style steht ist ja nun bekannt aber das ist krass. Naja, wahrscheinlich bin ich nur neidisch (auf ihn *räusper*).

    Muss mal ne Lanze brechen für Midnight Boom. Finde die Platte genauso gut wie No Wow. Was ist schlimm an Clubtauglichkeit? Ich weiß ja nicht in welche Clubs du gehst songbird…

    Und wegen einer Boulevard Geschichte skeptisch zu werden in Bezug auf die Musik ist stereotyp. So kann man Musik nicht ernsthaft beurteilen. Mozart war auch ein Weiberheld.

    --

    #946179  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,289

    Ein großer Unterhaltungselektronikmarkt am Berliner Alexanderplatz verramschte letzte Woche das in CD-Format gebrannte Gesamtwerk von The Kills zu einem Einzelpreis von maximal € 6,99 pro CD. Ich wollte eigentlich was anderes kaufen, fand es aber nicht und so entwich ein locker sitzender Geldschein meinem Geldbeutel und ich erwarb die drei noch nicht in meinem Besitz befindlichen Alben von The Kills. Ein guter Anlass ein paar Zeilen zu schreiben.

    Neben ein paar positiven Einschätzungen („eine Chance geben“, „recht gut“, „total gelungen“, sogar „genial“) gibt es hier im Thread aber auch einige sehr entschiedene Schmähungen („uninspiriert“, „benötige ich nicht“, „Mehr Attitude als musikalische Substanz, Platte ist schon wieder verkauft“). Als Künstler würde ich mich über solch kontroverse Äußerungen freuen! Seit einiger Zeit herrscht hier im Thread jedoch völlige Funktstille, und dass obwohl The Kills inzwischen vier Alben veröffentlicht haben, das letzte im Jahr 2011.

    Im Herbst 2012 war außerdem in der Zeitschrift ELECTRONIC BEATS ein Interview mit Jamie Hince und Alison Mosshart aka The Kills abgedruckt, in dem sie sich zu Vergangenheit und Zukunft von R’n’R, Attitüden und Codes äußern.

    Was weiß ich noch über The Kills? Nicht viel. Der Brite Jamie Hince und die Amerikanerin Alison Mosshart hatten unabhängig voneinander in den 90ern in verschiedenen Bands gespielt und liefen sich 2000 eher zufällig über den Weg. Sie beschließen ihre Vergangenheit abzuschütteln, erfinden sich als Hotel (Jamie) und VV (Alison) neu und gründen das Duo The Kills. Jamie (Jahrgang 1968) und Alison (1978) liegen vom Lebensalter 10 Jahre auseinander. Die beiden sind privat auch kein Paar. Um es vorwegzunehmen – es wurde hier im Thread aber auch schon erwähnt – Jamie Hince ist seit 2007 mit Supermodel Kate Moss liiert und seit 2011 mit ihr verheiratet. Klassisches Rockstar Rollenverhalten à la Mick Jagger und Bryan Ferry, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau.

    Das Debutalbum von The Kills erschien 2003:

    KEEP ON YOUR MEAN SIDE

    Hotel: vox, guitars, drums, organ, harmonica, electric viola, drum machine. VV: vox, guitars, dictaphone

    Die Besetzung und Instrumentierung lässt erahnen, dass wir es hier mit einer sehr heruntergestripten Version von Rock zu tun haben. Einen Bass gibt es überhaupt nicht, und auch die Drums sind auf das allernötigste reduziert – wenn sie nicht sogar durch eine sehr simpel klingende drum machine ersetzt werden. Umso mehr im Vordergrund steht dafür eine kratzige E-Gitarre, die meist nicht mehr als auf ein paar Akkorde reduzierte, aber umso effektivere Riffs produziert. Dazu singt VV mit ebenso zickiger wie sexy Stimme, hier und da aber auch Hotel.

    Ein paar Vorbilder sind nicht zu überhören: Insbesondere bei den monotonen guitar drones von KISSY KISSY haben wohl Velvet Underground Pate gestanden, bei den gnadenlos wiederholten Riffs und dem bloßen Stampfen auf der bassdrum von PULL A U, FRIED MY LITTLE BRAINS oder HITCHED fühlt man sich fast an archaischen Electric Blues aus den 50ern erinnert, Captain Beefheart mit seinen Blues-Grotesken scheint nicht weit zu sein und wenn man sich den schlampigen und zerschlissenen, auf 8-track aufgenomenen Sound anhört und das collagierte booklet ansieht, auf dem sich das Duo im heroin chique präsentiert, könnte einem sogar EXILE ON MAIN STREET in den Sinn kommen. Was The Kills bei all diesen Rückbezügen aus der Retro-Ecke rausreißt, ist die gnadenlose Reduktion ihrer Musik auf Haut und Knochen. Da spielen sicher auch Punkeinflüsse mit einer do-it-yourself-Attitüde eine Rolle und auch The Jesus & Mary Chain scheinen den Kills keine Unbekannten zu sein, vor allem wirkt die Musik dadurch aber sehr entschlackt, direkt und – man möchte fast sagen – garstig. Irgendwie fies.

    Klar, da werden viele R’n’R-Klischees verarbeitet – und ich gehe davon aus, dass The Kills das sehr bewusst tun -, aber in dieser reduzierten Art ist das großartig und je weiter The Kills sich von dem üblichen guitar, bass and drums-Sound entfernen, desto besser sind sie. Ein tolles Debut.

    CAT CLAW: http://www.dailymotion.com/video/x2k21l_the-kills-cat-claw_music#.UPxS8KXL9d0

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    #946181  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 35,094

    Das Debut ist sehr gut (gerade das Vinyl im Plattenschrank gefunden). Deine Frage von 2008 kann ich erst benatworten, wenn mir einfällt, was ich damals gemeint habe…

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    #946183  | PERMALINK

    stef1205

    Registriert seit: 12.08.2009

    Beiträge: 444

    FriedrichEin großer Unterhaltungselektronikmarkt am Berliner Alexanderplatz verramschte letzte Woche das in CD-Format gebrannte Gesamtwerk von The Kills zu einem Einzelpreis von maximal € 6,99 pro CD.

    Eigentlich sollte man den großen Unterhaltungselektronikmarkt am Berliner Alexanderplatz für so etwas niederbrennen.
    Aber Glück für Dich, denn THE KILLS sind definitv 1A und werden in diesem Haushalt oft und laut gespielt.

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    #946185  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,289

    lathoDas Debut ist sehr gut (gerade das Vinyl im Plattenschrank gefunden). Deine Frage von 2008 kann ich erst benatworten, wenn mir einfällt, was ich damals gemeint habe…

    Freut mich, dass The Kills bei Dir auf soviel Anklang stoßen. Wie ordnest Du das Debut denn so ein? Bei mir löst das ja gleich einige Konnotationen aus, so dass ich eine ganze Reihe Zusammenhänge herstelle.

    An 2008 erinnere ich mich überhaupt nicht mehr … ;-)

    Ich habe das Debut von The Kills – wie alles andere von ihnen auch – erst nach dem zweiten Album NO WOW kennengelernt. Von KEEP YOUR MEAN SIDE bin ich positiv überrascht. Sehr stringent, sehr entschieden und auch durchgängig auf einem sehr hohem Niveau, erst recht für ein Debut. Auch wenn die Vorbilder hier noch recht deutlich herauszuhören sind. Aber es sind ja nicht die schlechtesten. Auf den danach folgenden Alben werden The Kills eigenständiger, entfernen sich musikalisch auch etwas von diesen „R’nR-Klischees“ (sexy Frauenstimme bzw. coole Männerstimme + verzerrte Gitarre + drums etc. ff.) und werden für mich dadurch eigentlich noch interessanter. Aber dazu später.

    In ELECTRONIC BEATS Herbst 2012 wird Jamie Hince gefragt: „Do you hear new r’n’r, or is it a genre that resists updating? Do you think of yourself as genre innovators or more as artists working within rock’s established confines?“

    Antwort: „(…) I don’t generally think new things can happen, really. That’s why r’n’r is fucking dead, or at least dying – because it can’t be renewed. People say there’s nothing good happening in r’n’r and that’s probably because there’s nothing left happening in r’n’r. And why uphold the idea that there is?“

    Dennoch spielt er weiterhin E-Gitarre.

    stef1205Eigentlich sollte man den großen Unterhaltungselektronikmarkt am Berliner Alexanderplatz für so etwas niederbrennen.
    Aber Glück für Dich, denn THE KILLS sind definitv 1A und werden in diesem Haushalt oft und laut gespielt.

    Das gäbe ein schön großes Feuerwerk! Aber das wollen wir uns dann doch lieber nicht wünschen.

    Ich verstehe die Preispolitik der Unterhaltungsindustrie und deren Händlern ja auch nicht. Sobald eine CD nicht mehr ganz neu ist und wohl nicht mehr ganz so gut verkauft, rutscht sie oft ganz schnell ins Billigsegment ab, in die Stapelware, und wird verramscht. Völlig unabhängig von der Güte der Musik. Einerseits schön für mich, weil ich viel tolle Musik für wenig Geld bekomme. Andererseits: Was sagt denn das über den Wert eines Tonträgers und der darauf enthaltenen Musik aus? Man nimmt eine Platte mal eben im Vorübergehen auf dem Weg vom Büro nach hause mit und schenkt möglicherweise der Musik kaum noch Aufmerksamkeit. Lohnt ja kaum. Hat ja nichts gekostet, ist schnell gekauft, schnell gehört und möglicherweise genauso schnell wieder vergessen und weggeworfen. Musik auf Tonträger ist offenbar nicht mehr viel wert. Aber vielleicht bin ich als jemand, der sich in seiner Jugend jede Platte vom eigenen Taschengeld abgespart hat und sie zuhause mit zitternden Händen aus der Hülle zog, einfach nur nostalgisch. Und damals hätte ich mir natürlich auch gewünscht, dass die Musik billiger zu haben gewesen wäre …

    In einem Haushalt, in dem viel und laut The Kills gehört wird, können keine schlechten Menschen leben! Interessanterweise werden sie von anderen hier im Forum aber übel gedisst oder schlicht ignoriert.

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    #946187  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 35,094

    FriedrichFreut mich, dass The Kills bei Dir auf soviel Anklang stoßen. Wie ordnest Du das Debut denn so ein? Bei mir löst das ja gleich einige Konnotationen aus, so dass ich eine ganze Reihe Zusammenhänge herstelle.

    Ja, das Album höre ich näher an Vorbildern, dieser einheitlich Sound der späteren Platten ist da noch nicht so präsent. Aber die Songs fand ich zum Teil sehr gut.

    Friedrich
    An 2008 erinnere ich mich überhaupt nicht mehr … ;-)

    Ich auch nicht…

    Friedrich
    Ich habe das Debut von The Kills – wie alles andere von ihnen auch – erst nach dem zweiten Album NO WOW kennengelernt. Von KEEP YOUR MEAN SIDE bin ich positiv überrascht. Sehr stringent, sehr entschieden und auch durchgängig auf einem sehr hohem Niveau, erst recht für ein Debut. Auch wenn die Vorbilder hier noch recht deutlich herauszuhören sind. Aber es sind ja nicht die schlechtesten. […]

    Zustimmung

    Friedrich
    […] Andererseits: Was sagt denn das über den Wert eines Tonträgers und der darauf enthaltenen Musik aus? […]

    Das war einer der Gründe, warum ich wieder zurück zu Vinyl bin, der Wertverfall der CD.

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    #946189  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,289

    Wird höchste Zeit, hier mal weiter zu machen.

    NO WOW (2005)
    Alison Mosshart alias „VV“, Jamie Hince alias „Hotel“: vocals, instruments

    „Bei KEEP ON YOUR MEAN SIDE haben wir die Musik auf Haut und Knochen reduziert. Bei NO WOW haben wir auch die noch weggelassen.“ Ein Satz, von dem ich mir wünsche, er wäre mir selber eingefallen. Gesagt hat ihn aber Jamie Hince, die eine Hälfte von The Kills. Treffender kann man das zweite Album der Kills nicht beschreiben.

    Ich meine mal gelesen zu haben, dass Jamie und Allison ursprünglich vorhatten, nur mit einem Moog Synthesizer und einer rhythm box ausgerüstet ins Studio zu gehen. Der Moog ging aber kaputt, Ersatz war auf die Schnelle nicht zu beschaffen und so musste man auf die bewährte Kombination der rhythm box mit E-Gitarre zurückgreifen. Schade eigentlich, denn das Ergebnis des ursprüngliche Vorhabens hätte man gerne gehört. Dennoch scheint das ursprünglich vorgesehene Konzept auf NO WOW Spuren hinterlassen zu haben, denn die Platte klingt im Vergleich zum Vorgänger deutlich reduzierter und abstrakter, ja elektronischer. Auf dem Titelstück knattert Anfangs nur eine primitive rhythm box, die The Kills vermutlich irgendwo auf dem Flohmarkt aufgetrieben haben, und auch die minimalistisch eingesetzte Gitarre klingt eher wie ein loop. „You’re gonna have to step over my dead body / before you walk out that door“ singt VV mit cooler trotziger Stimme. Eine Weile wird man durch dieses Understatement auf die Folter gespannt. Dann explodiert dieses Stück aber mit einer reinkrachenden E-Gitarre. Dieser nackte, karge, kratzige Sound, irgendwo zwischen Garagenrock und frühem Elektropop à la Suicide, prägt die ganze Platte. Keine Verzierungen, keine Gefälligkeiten. RODEO TOWN ist da mit seiner süßen Melodie und Country-Anklägen (!) (“If I’m so evil / why are you satisfied?“) fast nett geraten. Meist klingt das aber wie eine Demoaufnahme, die später noch ausgeschmückt werden soll – aber gerade das tun The Kills nicht, sondern lassen das schmucklose Gerüst so stehen wie es ist und geben NO WOW damit einen ganz eigenen Klang mit harten Kanten, holzschnittartigen Riffs und monotonen Rhythmen.

    NO WOW klingt wie Kratzen, Beißen, Haareziehen auf engstem Raum. Da muss man ein bisschen aufpassen, dass man sich beim Hören keine blauen Flecken, Schürfwunden oder andere Blessuren holt. Das wirkt arty, asketisch und agressiv zugleich, mehr cool und zickig als spaßig. Aber das ist hier in seiner spröden Konsequenz beeindruckend.

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    #946191  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 35,094

    Friedrich[…]

    NO WOW klingt wie Kratzen, Beißen, Haareziehen auf engstem Raum. […]

    Yep, gut formuliert.

    --

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    #946193  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,289

    lathoYep, gut formuliert.

    Thx!

    Hier noch nachgetragen das ultra mega coole hippe fiese Video zu NO WOW:

    http://vimeo.com/2534573

    Das war der erste Song, den ich von The Kills gehört habe.

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