Return of the GrievousAngel: Persönliche Schätze aus der weiten Welt der Kunst

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  • #11671011  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Wie neulich an anderer Stelle angekündigt, möchte ich im neuen Jahr wieder etwas regelmäßiger in die Tasten hauen und hier so manchem Gedanken eine kleine Bühne bereitstellen. Gerne würde ich in diesem Thread persönliche Favoriten vorstellen, die aus unterschiedlichen Bereichen der Kunst stammen. Auch wenn hier den Kunstformen keine Grenzen gesetzt sind, gehe ich davon aus, dass der Fokus auf Musik, Film und Anime liegen wird, wobei ich vielleicht auch mal einen geliebten Roman oder ein Lieblingsspiel ins Rampenlicht stellen könnte.

    Ich hoffe, dass Muse und Zeit mir hold bleiben und sich in den kommenden Monaten einige Beiträge hier sammeln werden. Selbstverständlich würde ich mich auch über nahezu jegliche Art der Rückmeldung freuen. Vielleicht fällt mir ja auch beizeiten ein besserer Thread-Titel ein. :)

    Im neuen Jahr geht es dann los…

    Musik:
    THE BEACH BOYS – Holland (1973)
    NEKO CASE – Fox Confessor Brings the Flood (2006)
    GEORGE HARRISON – All Things Must Pass (1970)
    HIM – Razorblade Romance (2000)
    MY CHEMICAL ROMANCE – The Black Parade (2006)
    MICHAEL NESMITH – The Prison (1974)
    ANGEL OLSEN – Half Way Home (2012)
    ANGEL OLSEN – Big Time (2022)
    GRAM PARSONS – GP (1973)
    RAMONES – Too Tough to Die (1984)
    THE SHANGRI-LAS – Shangri-Las-65! (1965)
    JAMES TAYLOR – Sweet Baby James (1970)
    KANYE WEST – My Beautiful Dark Twisted Fantasy (2010)

    Film:
    Cruising (1980)
    Donnie Darko (2001)
    Licorice Pizza (2021)
    Ms. 45 (1981)
    Night and the City (1950)
    Prince of the City (1981)
    The Swimmer (1968)
    Two-Lane Blacktop (1971)
    Wendy and Lucy (2008)

    Disneys „Meisterwerke“-Reihe:
    1. Snow White and the Seven Dwarfs (1937)
    2. Pinocchio (1940)
    3. Fantasia (1940)

    4. Dumbo (1941)
    5. Bambi (1942)

    6. Saludos Amigos (1942)
    7. The Three Caballeros (1944)

    8. Make Mine Music (1946)
    9. Fun and Fancy Free (1947)
    10. Melody Time (1948)
    11. The Adventures of Ichabod and Mr. Toad (1949)

    12. Cinderella (1950)
    13. Alice in Wonderland (1951)
    14. Peter Pan (1953)
    15. Lady and the Tramp (1955)
    16. Sleeping Beauty (1959)
    17. One Hundred and One Dalmatians (1961)

    18. The Sword in the Stone (1963)
    19. The Jungle Book (1967)
    20. The Aristocats (1970)

    Anime:
    Hyōtan suzume (1959)
    Urusei yatsura (1981-1991)
    Ginga eiyū densetsu (1988-1997)
    Monster (2004-2005)

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    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #11671057  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

    Beiträge: 30,799

    Yeah :yahoo:

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    Hold on Magnolia to that great highway moon
    #11671083  | PERMALINK

    ford-prefect
    Feeling all right in the noise and the light

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 8,374

    Kunst und Kultur durch den persönlichen Filter des schwermütigen Engels … her damit.

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    An old beat-up guitar just sounds better
    #11671187  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 35,290

    Ich werde mitlesen!

    --

    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #11671189  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 44,149

    Gerne! Finde das eine Super-Idee!

    --

    Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
    #11671191  | PERMALINK

    jesseblue
    viertnick.

    Registriert seit: 14.01.2020

    Beiträge: 3,171

    „Return of the GrievousAngel“ klingt wie ein Zombiestreifen aus den 80ern, damit hast du mich. Werde hier auch gern reinschauen.

    --

    #11671211  | PERMALINK

    punchline
    Nothing Specific

    Registriert seit: 15.12.2019

    Beiträge: 3,419

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    #11671227  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 80,115

    grievousangel
    Im neuen Jahr geht es dann los…

    Man darf gespannt sein.:)

    --

    #11671473  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Vielen Dank für eure lieben Rückmeldungen! Ich hoffe, ich kann dem dann einigermaßen gerecht werden.  :heart:

    --

    #11675119  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Das neue Jahr ist angebrochen, die Restfettn – wie man bei uns sagt – längst abgeklungen. Zeit für den ersten Eintrag hier. Ich wüsste nicht, was sich dafür besser eignen könnte, als eine Würdigung dessen, was mich am längsten begleitet (und glücklicherweise im Forum überhaupt nicht stattfindet): die Filme aus der Hauptreihe der Walt Disney Animation Studios.

    Damit der Auftakt gleich ein ambitioniertes Projekt lostreten kann, werde ich das mittlerweile schon 60 Werke fassende Oeuvre chronologisch anpacken und meine kurzen Besprechungen in hoffentlich halbwegs regelmäßigen Intervallen fortführen. Wohlan.

    Snow White and the Seven Dwarfs (David Hand et al.; 1937)

    Der Film, mit dem sehr viel angefangen hat, mit dem das Studio seinen Wirkungsradius von short cartoons zu abendfüllenden Spielfilmen erweiterte und mit dessen überraschenden Erfolg der Grundstein für ein späteres Imperium gelegt werden konnte. Man muss sich nicht erst Making Of’s anschauen um nachvollziehen zu können, wie viel Pionierarbeit und Liebe in diesem Werk steckt. Wie viele Stunden und Hirnzellen aufgewendet werden mussten, um an der Umsetzung jedes technischen Aspekts von der Animation selbst über Ton und Spezialeffekte zu forschen. Sich vorzustellen, wie die Zeichner im Studio die Bewegungen von Schauspielern studierten um die Bewegungen realistischer zu machen als in den bisherigen Cartoons, nötigt mir bereits riesigen Respekt ab. Dieser Film sollte eben ein Spielfilm sein, lediglich ein animierter, der aber nicht zu nahe an der Realität dran sein durfte. Unter den einigen hundert Mitarbeitern, die an dem Film arbeiteten, waren auch schon die legendären „nine old men“, die den künstlerischen Kurs für die nächsten Dekaden vorgeben und wirklich leben sollten.

    Ich finde Schneewittchen in vielerlei Hinsicht herausragend. Nicht nur, dass diese neue Art des Spielfilms bereits bei seinem Debüt so nahe an der Formvollendung gelandet ist, auch unter vollständiger Nichtberücksichtigung, dass die beteiligten Personen aus der Erfahrung von dutzenden short cartoons plötzlich ein Werk dieser Güte aus dem Hut zaubern konnten, tun sich hier Welten der Schönheit auf. Die herrlichen Hintergründe, die liebevollen Charakter-Animationen (allein jedem einzelnen Zwerg distinktive Charaktermerkmale zu verpassen) und die Musik. Neid, Liebe, Horror, Aufopferung und noch vieles mehr, was die Crew aus diesem alten Märchen holen und auf die Leinwand projizieren konnte. Auch 85 Jahre nachdem die Leute ihren Augen nicht trauen konnten und tatsächlich im Kino wegen einem Zeichentrickfilm weinen mussten, hat Schneewittchen nichts von seinem bzw. ihrem Charme eingebüßt.

    Der Erfolg gab Walt recht. Er hatte der Häme Hollywoods getrotzt und der Filmgeschichte einen dicken Stempel aufgedrückt. Meine VHS habe ich als Kind und Jugendlicher zur Unspielbarkeit ausgenudelt, auf Blu Ray ist das (wie etliche andere aus der Reihe) immer noch zumindest einmal im Jahr Pflicht.

    Pinocchio (Ben Sharpsteen et al.; 1940)

    Wer kennt sie nicht, diese liebe und naive Puppe aus Pinienholz, die von einem Schlamassel in den nächsten gerät und dabei die Abgründe der Leute schonungslos aufdeckt? Speaking of Formvollendung. Ist es schon unglaublich beeindruckend, über die Entstehung, die Existenz an sich und das Vermächtnis von Snow White nachzudenken, so ist das zweite Werk vor allem eines: Eine Verbesserung auf jeder erdenklichen Ebene. Nach dem Überraschungserfolg waren mehr Ressourcen vorhanden, gerade in technischer Hinsicht ist Pinocchio einen ordentlichen Schritt weiter. Mit dem erstmaligen Einsatz der Multiplan-Kamera konnte man eine ungekannte räumliche Tiefe einfangen und mit Walts weder Kosten noch Mühen sparenden Vorstellung, den Mitarbeitern möglichst viel Zeit für die Produktion einzuräumen, wurde am Ende ein Spielfilm geboren, dessen Liebe für das Detail überwältigenden Ausmaßes ist. Man braucht sich nur anschauen, wie detailliert jede einzelne der Uhren in Gepettos Haus ausgearbeitet ist oder wie herrlich der Wal Monstro animiert wurde. Und das ist ja erst der technische Aspekt… Über den emotionalen brauche ich bei diesem Werk gar nicht viel zu erzählen, nicht zuletzt die für den Film in den Fokus gerückzte Figur der Grille Jiminy ist immer wieder ein Fels in der Brandung, zu dem man immer wieder für Trost und Rat zurückkehren kann.

    Spannend ist für mich nach wie vor auch zu sehen, wie verstörend der Film wirkt. Ich persönlich sehe Zeichentrick- und Animationsfilme zwar nicht als Kinderfilme, selbstverständlich ist das aber auch eine riesige Zielgruppe. In der Welt von Pinocchio wird man für seine Tugendhaftigkeit zwar belohnt, das Böse aber nicht bestraft. Heute könnte wohl kein Film mehr gedreht werden, in dem unartige Jungen in Eseln verwandelt und nach Nicaragua verschifft werden. Der eine hat seine Lektion zwar gelernt, für die anderen war es das aber.

    Obwohl ich auch diesen Film und seine Figuren seit meiner Kindheit glühend verehre und wie einige andere auch locker 80 Mal gesehen habe, habe ich in den letzten Jahren noch eine neue Perspektive auf die Qualitäten von Pinocchio bekommen. Besonders die Fortschritte in den drei Jahren nach Snow White and the Seven Dwarfs sind bemerkenswert und was u.a. die „nine old men“ Milt Kahl, Marc Davis, Frank Thomas, Eric Larson, Ollie Johnston, Wolfgang Reitherman, Les Clark, Ward Kimball und John Lounsbery hier geleistet haben, ist nicht weniger als atemberaubend. Obgleich man nach dem ersten Kassenschlager schon sehnsüchtig auf den Nachfolger gewartet hatte, war Pinocchio in seinem ersten Run kein ähnlicher Erfolg gegönnt und wurde – in Zeiten von WWII – zum schmerzlichen Verlustgeschäft für das Studio.

    Fantasia (Samuel Armstrong et al.; 1940)

    Nicht viel billiger in der Produktion, aber noch schlechter an den Kinokassen lief der erste Kinostart für Disneys nächstes höchstambitionierte Projekt. Zur Musik des von Leopold Stokowski dirigierten Philadelphia Orchestra versammelt Disney mehrere Kurzfilme unterschiedlichster Stimmungsart, die den zentralen short „The Sorcerer’s Apprentice“ ummanteln, mit dem Walt den allmählich an Beliebtheit einbüßenden Mickey Mouse eine neue Bühne bieten wollte.

    Wie das bei zwei Stunden klassischer Musik und zwischenzeitlicher Narration aus dem Off so ist, bietet Fantasia zwar durchaus eine emotionale, viel mehr aber noch eine intellektuelle Reise durch Raum und Zeit. Die Symbiose aus der Musik von Bach, Tchaikovsky oder van Beethoven funktioniert, die Bilder, die wir sehen, reichen von abstrakter Fingerübung über intensive Weltentstehungsepik bis hin zum ergreifenden Finale am Bald Mountain, dessen düstere Nacht sich schließlich in zurückgekehrter Hoffnung und dem Licht des Ave Maria auflöst.

    Fantasia hatte ich mir als Kind in der Videothek ausleihen dürfen, war nachhaltig verstört, aber irgendwie auch fasziniert von dem, was da vor meinen Augen passierte. Kurze Zeit später ließ ich mir dann eine VHS (DVDs waren da gerade erst im Anrollen und mir noch kein Begriff) besorgen und nudelte auch die weiter tot. Wenn ich mich nicht gerade chronologisch durch das Disney-Werk schaue, hebe ich mir Fantasia mittlerweile aber für die seltenen und richtigen Momente auf, in denen ich mich der Atmosphäre des Filmes lieber hingeben würde, als jeder anderen auf der Welt.

    --

    #11675131  | PERMALINK

    stormy-monday
    verdreckter Hilfssheriff

    Registriert seit: 26.12.2007

    Beiträge: 17,131

    Das geht ja gut los!

    --

    Hellhounds in my passway
    #11675147  | PERMALINK

    snowball-jackson

    Registriert seit: 09.11.2008

    Beiträge: 2,978

    Geht gut los mit Walt Disneys Filmklassikern. Habe ich ebenso in meiner Kindheit geliebt und verehrt wie Du aber lange nicht mehr geschaut. Am fasziniertesten bin ich immer von „Alice im Wunderland“ gewesen. Die Reise in den Hades. Als kleiner Steppke war ich davon völlig verstört. „Pinocchio“ habe ich ich bestimmt seit 40 Jahren nicht mehr geschaut. Wird mal wieder höchste Zeit.

    --

    you can't win them all
    #11675199  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Danke für die Rückmeldungen!  :bye:

    Die Disney-Filme sind tatsächlich ein riesiger Teil meiner DNA, haben mir das Interesse an der Animations-Kunst irreversibel aufgebürdet und auch in moralischen Fragen sicher nicht so wenig zu meiner Entwicklung beigetragen. Vielleicht mache ich am Ende ja sogar ein Gesamt-Ranking, daran habe ich mich bei Disney noch nie versucht.

    snowball-jackson
    Wird mal wieder höchste Zeit.

    Absolut! :)

    --

    #11675201  | PERMALINK

    dengel

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 67,394

    Demnach dürfte ja meiner Frau Lieblingsdisney „Dumbo“  bald dran sein…

    --

    #11675655  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 80,115

    Hi ho, ein eindrucksvoller Start für ein noch eindrucksvolleres Vorhaben! Zu meiner Zeit (oh Gott … ;)) hatten wir auch noch keine VHS-Cassetten zum Abnudeln, Disney-Filme im TV (oder Kino) waren was Besonderes für die Feiertage. Umso überraschter bin ich, wie vertraut einem trotzdem die einzelnen Figuren sind, vor allem die böse Stiefmutter ist eine visuelle Ikone.:) Und beim Wiedersehen nach vielen Jahren fällt einem sofort der enorme Einfluss auf, denn der Film auf so vieles gehabt hat, was später kam, die Zwerge als Vorbilder der Schlümpfe und der Bewohner des kleinen gallischen Dorfs, das Verhalten der Waldtiere, das mich stark an den (tschechischen) „Kleinen Maulwurf“ erinnert usw.

    Was Pinocchio angeht, ist meine Kindheitserinnerung doch stärker geprägt von der italienischen TV-Serie von 1972 mit eindringlichen und tatsächlich auch verstörenden Bildern, die zugleich faszinierten und anzogen. Der Stoff hat tatsächlich beunruhigendes Potential (die bekanntere japanisch-deutsche Animeserie von 1976 habe ich dagegen als harmlos in Erinnerung).

    Von „Fantasia“ habe ich immer wieder gelesen, auch schon als Kind (keine Ahnung mehr, wo – in der „Micky Maus“?), kann mich aber nicht erinnern, den Film tatsächlich gesehen zu haben.

    Bin natürlich gespannt wie es weiter geht, insbesondere mein erstes Kinoerlebnis, das „Dschungelbuch“. Und es wird auch einige aus heutiger Sicht, wie sagt man so gerne: „problematische“ Momente zu besprechen geben („Song Of The South“ u.ä.).

    --

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