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  • #10425695  | PERMALINK

    gruenschnabel

    Registriert seit: 19.01.2013

    Beiträge: 4,987

    clasjazDas sage ich nur beiseite: Nach Gadamers Einsatzvielhundertseitenwerk ist ein Blick in R. G. Collingwood so sehr angenehm. „Horizonterweiterung“, mehr gab’s bei Gadamer nicht. Ist nicht wirklich viel. Komisches Gerede über Hölderlin, Heidegger und Celan.

    Weniger beiseite: „Bisschen“ mehr als Horizonterweiterung gab’s schon für mich, obwohl es ja nicht sooooo umfangreich ist. Von Horizontverschmelzung will ich gar nicht reden, das wäre vermessen. Grins.

    Aber Hölderlin und Celan? Was sagt Gadamer denn zu denen??? Kann mich an nichts erinnern.

    Heidegger, klar, der ist wirklich substanziell wichtig für Gadamer. Du meinst, Gadamer habe ihn nicht verstanden, oder findest du Heidegger selbst auch komisch? Gerade die Wendung, die er mit Heidegger vollzieht, finde ich grandios.

    Und Hegel natürlich. So eine Art späte Wiederberufung auf die „Phänomenologie“, würde ich sagen. Damit kommt Gadamer über Schwierigkeiten hinweg, die im Denken Schleiermachers und Diltheys nicht bewältigt wurden. Aber Hegel im Original habe ich nie mehr als 20 Seiten am Stück gelesen, ebensowenig wie Heidegger.

    Ganz davon abgesehen, dass ich gerade Gadamers Auseinandersetzung mit anderen Denkern mangels Kenntnis meist nur hinnehmen kann, empfinde ich sein Konzept von Verstehen als sehr lebendig – und schön. In gewissem Sinne auch optimistisch, ja.
    Das mit der Überbetonung tradierter „Überlieferung“ hingegen bleibt für mich weiter problematisch – aber wohl eher graduell denn grundsätzlich. Jedenfalls: Vorsicht.

    Sehr lesenswert in jedem Fall auch seine Gedanken zur Sprache, zum Wort, im letzten Teil. Für ihn eine Notwendigkeit, um seine Hermeneutik auf die Füße zu bringen. Für mich aber auch als Abhandlung im Sinne ihrer pragmatischen Sprachorientierung ein echtes Licht.

    clasjaz
    Viel Vergnügen bei Bernhard!

    Danke!

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    #10425697  | PERMALINK

    doc-f
    Manichäer

    Registriert seit: 26.08.2006

    Beiträge: 3,263

    mozzaIrgendwie finde ich es abwegig, Literatur zu besternen. Kann aber nicht wirklich begründen, warum das so ist. Generell bin ich der Überzeugung, dass man alles in eine (mehr oder weniger) schlüssige Reihenfolge bringen und somit auch einstufen, bewerten kann.

    Ich sehe da keinen Unterschied zu den Top 50 oder 100 Listen der besten Alben hier im Forum. Du hast natürlich prinzipiell Recht mit Deiner Kritik.

    --

    "We must all have the right to disappear."
    #10426059  | PERMALINK

    lauster

    Registriert seit: 31.01.2016

    Beiträge: 1,116

    1. J. W. Goethe – Faust I & II (1808/32) *****
    2. Franz Kafka – Sämtliche Erzählungen (1913-1924) *****
    3. Thomas Mann – Der Zauberberg (1924) *****
    4. Bertolt Brecht und – Die heilige Johanna der Schlachthöfe (1931)
    5. Theodor Fontane – Frau Jenny Treibel (1892) *****
    6. Hugo von Hofmannsthal – Blicke. Essays. (1891-1929) *****
    7. Thomas Bernhard – Holzfällen (1984) *****
    8. Anna Seghers – Transit (1944) *****
    9. Stefan George – Gedichte (1890 – 1928) *****
    10. Anna Seghers – Das Siebte Kreuz (1942) *****
    11. W.G. Sebald – Die Ringe des Saturn (1995) *****
    12. Thomas Mann – Betrachtungen eines Unpolitischen (1918) *****
    13. Robert Walser – Jakob von Gunten (1909) *****
    14. Robert Walser – Geschwister Tanner (1907) *****
    15. Heinrich von Kleist – Die Hermannsschlacht (1808) ****
    16. Stefan Zweig – Schachnovelle (1941) ****
    17. Carl Sternheim – Die Hose (1911) ****
    18. Günter Grass – Im Krebsgang (2002) ***

    (*****) Meisterwerk, (****) kleines Meisterwerk, (***) gut, (**) mittelmäßig, (*) schlecht

    zuletzt geändert von lauster

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    #10426145  | PERMALINK

    lauster

    Registriert seit: 31.01.2016

    Beiträge: 1,116

    Kurt Tucholsky: Was wir brauchen (1926)

    Tucholsky schreibt:
    Es gibt zwei Mächte in Europa, die durchgesetzt haben, was sie wollten: der Faschismus und die Russen. Das entscheidende Moment ihrer Siege war eine tapfere Unbedingtheit.
    Die Antwort auf die Titelfrage, was die republikanischen Kräfte bräuchten, lautet dann:
    Den revolutionären, unnachgiebig, intoleranten und klassenkämpferischen Erfolg.

    Barbarei pur. Man achte mal darauf, auch in essayistischen Versuchen von Ernst Jünger oder Walter Benjamin . Diese explizite Abkehr von allen überkommenen Werten und das Postulat einer neuen Barbarei in den 1920er und 1930er Jahren. Nicht nur bei der politischen Rechten, sondern auch bei der Linken.

    zuletzt geändert von lauster

    --

    #10426245  | PERMALINK

    jimmydean

    Registriert seit: 13.11.2003

    Beiträge: 1,535

    bin gerade auf einem „klassische-krimis“-trip, teilweise noch in 2017 gelesen

    1. Marco Denevi – Rosaura kam um zehn ****
    2. Cyril Hare – Selbstmord ausgeschlossen ***1/2
    3. Margery Allingham – Überstunden für den Totengräber ***
    4. Wilkie Collins – Die Frau in Weiss ***

    --

    i don't care about the girls, i don't wanna see the world, i don't care if i'm all alone, as long as i can listen to the Ramones (the dubrovniks)
    #10426371  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    aquoiboniste

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 42,935

    lauster
    Man achte mal darauf, auch in essayistischen Versuchen von Ernst Jünger oder Walter Benjamin . Diese explizite Abkehr von allen überkommenen Werten und das Postulat einer neuen Barbarei in den 1920er und 1930er Jahren. Nicht nur bei der politischen Rechten, sondern auch bei der Linken.

    Ja ja … aber Jünger willst Du jetzt nicht allen ernstes der wahrhaft und wirklich schlimmsten und verheerendsten Strömung des 20. Jahrhunderts (äh, die Linke natürlich) zuordnen?

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #76: Leonard Bernstein & Jazz, 25.10, 20:00; #77: Hommage an Randy Weston, 1.11., 21:00-23:00 | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #9: Leonard Bernstein, 20th Century Renaissance Man, 20.10., 22:30 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #10426561  | PERMALINK

    lauster

    Registriert seit: 31.01.2016

    Beiträge: 1,116

    Nein, Jünger war Nationalist (bzw. Nationalbolschewist).

    zuletzt geändert von lauster

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    #10426921  | PERMALINK

    lauster

    Registriert seit: 31.01.2016

    Beiträge: 1,116

    Hans-Georg Gadamer.  Woran ich mich erinnere: Der große Bewahrer bürgerlicher Tradition. Für ihn ist das Zeitalter der Aufklärung lange vorbei und das Zeitalter der Aufführungen angebrochen. Wenn wir auch nicht mehr zu den ganz großen Schöpfungen fähig sind, so gehört uns doch ein unerschöpflicher kultureller Reichtum – so wir Geld haben, um uns eine Theaterkarte zu kaufen.

    zuletzt geändert von lauster

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    #10429465  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Update

    01. Charles Bukowski – Das Schlimmste kommt noch oder Fast eine Jugend *****
    02. Marcel Proust – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 7: Die wiedergefundene Zeit ****1/2
    03. Max Goldt – Die Radiotrinkerin ****1/2
    04. Charles Bukowski – Kaputt in Hollywood. Stories ****1/2
    05. Wolf Haas – Brennerova ****(+)
    06. Roland Topor – Memoiren eines alten Arschlochs ****
    07. Charles Bukowski – Ein teuflischer Weiberheld. Stories ****
    08. Herbert Achternbusch – Du hast keine Chance, aber nutze sie. Band 2: Die Alexanderschlacht. Schriften 1963-1971. ****(-)
    09. Marc-Uwe Kling – QualityLand Hell/Dunkel [Hörbuch] ****(-)
    10. Craig Bartholomew Strydom/Stephen „Sugar“ Segerman – Sugar Man: Leben, Tod und Auferstehung des Sixto Rodriguez ****(-)
    11. David Sedaris – Sprechen wir über Eulen – und Diabetes ****(-)
    12. Torsten Sträter – Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben ***1/2(+)
    13. John Niven – Music from Big Pink ***1/2(+)
    14. Jenny Erpenbeck – Wörterbuch ***1/2(+)
    15. Matt Ruff – Bad Monkeys ***1/2(+)
    16. Ulf Erdmann Ziegler – Nichts Weißes ***1/2(+)
    17. Pola Kinski – Kindermund ***1/2
    18. Hans Magnus Enzensberger – Josefine und ich. Eine Erzählung ***1/2(-)
    19. Jack Ketchum – Blutrot ***(+)
    20. Stephen King/Owen King – Sleeping Beauties ***(+)
    21. Paul Maar – Ein Sams für Martin Taschenbier ***
    22. Thomas Leif – Angepasst & Ausgebrannt: Die Parteien in der Nachwuchsfalle ***

    23. Johann König – Kinder sind was Wunderbares **1/2(+)

    --

    #10429639  | PERMALINK

    lauster

    Registriert seit: 31.01.2016

    Beiträge: 1,116

    Lektüre: Robert Walser. Gedichte. Ganz nett. Bei Robert Walser war das Gefühl für Morgen und Abend, für Dunkelheit und Helle, für Sommer und Winter einst noch weitgehend intakt, er konnte noch den Morgenstern besingen.

    Morgenstern

    Ich mache das Fenster auf,
    Es ist dunkle Morgenhelle.
    Das Schneien hört schon auf,
    Ein großer Stern ist an seiner Stelle.

    Der Stern, der Stern
    Ist wunderbar schön
    Weiß von Schnee ist die Fern‘
    Weiß von Schnee alle Höhn.

    Heilige, frische
    Morgenruh in der Welt.
    Jeder Laut deutlich fällt;
    Die Dächer glänzen wie Kindertische.

    So still und weiß:
    Eine große, schöne Einöde,
    Deren kalte Stille jede
    Äußerung stört; in mir brennt’s heiß.

    zuletzt geändert von lauster

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    #10429841  | PERMALINK

    lauster

    Registriert seit: 31.01.2016

    Beiträge: 1,116

    1. J. W. Goethe – Faust I & II (1808/32) *****
    2. Franz Kafka – Sämtliche Erzählungen (1913-1924) *****
    3. Thomas Mann – Der Zauberberg (1924) *****
    4. Bertolt Brecht und – Die heilige Johanna der Schlachthöfe (1931)
    5. Theodor Fontane – Frau Jenny Treibel (1892) *****
    6. Hugo von Hofmannsthal – Blicke. Essays. (1891-1929) *****
    7. Thomas Bernhard – Holzfällen (1984) *****
    8. Anna Seghers – Transit (1944) *****
    9. Stefan George – Gedichte (1890 – 1928) *****
    10. Anna Seghers – Das Siebte Kreuz (1942) *****
    11. W.G. Sebald – Die Ringe des Saturn (1995) *****
    12. Ernst Jünger – In Stahlgewittern (1920) *****
    13. Heinrich Mann – Professor Unrat (1905) *****
    14. Thomas Mann – Betrachtungen eines Unpolitischen (1918) *****
    15. Robert Walser – Jakob von Gunten (1909) *****
    16. Robert Walser – Geschwister Tanner (1907) *****
    17. Heinrich von Kleist – Die Hermannsschlacht (1808) ****
    18. Stefan Zweig – Schachnovelle (1941) ****
    19. Theodor Storm – Aquis Submersus (1876/1877) ****
    19. Carl Sternheim – Die Hose (1911) ****
    20. Günter Grass – Im Krebsgang (2002) ***

    (*****) Meisterwerk, (****) kleines Meisterwerk, (***) gut, (**) mittelmäßig, (*) schlecht

    zuletzt geändert von lauster

    --

    #10430505  | PERMALINK

    lauster

    Registriert seit: 31.01.2016

    Beiträge: 1,116

    Der Mob schimpft, aber Tatsache ist – in keinen anderthalb Dezennien der deutschen Literaturgeschichte sind so viele große Bücher erschienen wie in den vierzehn bewegten Jahren der Weimarer Republik.
    Döblins Berlin Alexanderplatz zum Beispiel – ein nicht nur für die deutsche Literatur enorm wichtiges, bahnbrechenden, zeichensetzendes, maßgebliches Buch. In der Lyrik: Rainer Maria Rilkes Duineser Elegien, Bertolt Brechts Hauspostille, Gottfried Benns Weltanschauungslyrik, Stefan Georges letzter Gedichtband Das Neue Reich; in der Dramatik: Georg Kaisers Gas, Karl Kraus‘ Die letzten Tage der Menschheit, Bertolt Brechts Dreigroschenoper, Ödon von Horvaths Geschichten aus dem Wiener Wald, Hugo von Hofmannsthals Turm; in der Epik: Thomas Manns Der Zauberberg, Franz Kafkas Das Schloß, Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften, Hermann Brochs Die Schlafwandler, Hermann Hesses Der Steppenwolf, Joseph Roths Radetzkymarsch, Ernst Jüngers In Stahlgewittern, Lion Feuchtwangers Erfolg, Erich Kästners Fabian etc.
    Die Nachkriegsliteratur – gemessen an Kafka, Mann und Rilke nur mittelmäßiges Phrasendreschwerk, wenig bis gar keine Substanz dahinter.

    zuletzt geändert von lauster

    --

    #10431579  | PERMALINK

    doc-f
    Manichäer

    Registriert seit: 26.08.2006

    Beiträge: 3,263

    UPDATE:

    Hilary Mantel „Wolf Hall“ *****
    Marcel Proust „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Im Schatten junger Mädchenblüte“ *****
    Marcel Proust „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Unterwegs zu Swann“ *****
    Thomas Bernhard „Wittgensteins Neffe“ ****
    George R. R. Martin „Fevre Dream“ ****
    Paul Whitelaw „Belle and Sebastian: Just a Modern Rock Story“ ***1/2
    Stephen King „Der Turm“ ***1/2
    Thomas Nagel „Geist und Kosmos“ ***
    Richard Harris „Conclave“ ***

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    "We must all have the right to disappear."
    #10432905  | PERMALINK

    everyman

    Registriert seit: 19.05.2010

    Beiträge: 3,987

    1. Friedrich Schiller – Maria Stuart * * * *
    2. Matthew Weiner – Alles über Heather * * * 1/2
    3. Navid Kermani – Ungläubiges Staunen * * * 1/2
    4. Frank Goosen – Liegen lernen * * *
    5. Robert Harris – Konklave * * *
    6. Lucia Berlin – Was ich sonst noch verpasst habe * * *
    7. Anna Seghers – Transit * *
    8. Bohumil Hrabal – Ich habe den englischen König bedient *

    --

    Radio StoneFM, "Tower Of Song"
    #10432983  | PERMALINK

    wa

    Registriert seit: 18.06.2003

    Beiträge: 21,829

    @harry-rag

    Danke für die Erwähnung von „Music From The Big Pink“. Buch und Autor waren mir völlig unbekannt. Habe es jetzt nachgeholt. Sehr guter Roman.

    --

    It used to go like that, now it goes like this.
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