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  • #3181603  | PERMALINK

    anne-pohl

    Registriert seit: 12.07.2002

    Beiträge: 5,439

    Heute in der Süddeutschen Zeitung:
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/666/55611/

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    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #3181605  | PERMALINK

    atze-matze

    Registriert seit: 11.06.2005

    Beiträge: 429

    @ filmstyle
    Lass mal schön den Simon in Ruhe. Du schreibst dich da in Rage, aber das führt zu nichts, weil du hier einfach nicht die erreichst die du scheinbar erreichen willst. Deshalb hat der Simon schon Recht, wenn er sagt das dein Post hier an der falschen Stelle ist. Denn das ROLLING STONE-Forum wird gerade mal von einer Handvoll Aggro-Fans frequentiert. Also hör auf, hier so rumzugeifern. Du prügelst mit Simon jedenfalls auf den Falschen ein. Ich denke, er ist wesentlich objektiver und besser informiert als du, was die ganze Rap-Berlin-Sache angeht. Nazis sind scheisse. Aber sprachliche Amokläufe wie das was du hier machst, sind auch nicht grade die feine Englische.
    PS: Warum er sich sido nennt, könnte ich dir verraten aber ich tu’s nicht. Es ist jedenfalls nicht ganz so abwegig wie du vielleicht glaubst, wenn du wüsstest wie er im richtigen Leben heisst. Soweit ich weiss, heisst der andere sido, der aus´m TV, nicht wirklich „Würdig“ mit Nachnamen. Paul stimmt wohl, aber ist auch egal. Glaub was du willst.

    @ Anne Pohl
    Cooles Interview. Sehr informativ. Mich hat’s nur gewundert, daß der Hannes von Anarchist Academy (long time ago…) sich mit so einem Honk wie Bushido zusammen hingesetzt hat. Oder umgekehrt. Depending on your politics. Trotzdem danke für den Link. :)

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    Cassa und sido feiern sich selbst[/font][/b]
    #3181607  | PERMALINK

    atze-matze

    Registriert seit: 11.06.2005

    Beiträge: 429

    Neues Volksblatt

    „Gangsta-Rapper“-Opfer in Lebensgefahr
    Tritte gegen Kopf: Bushido weiter in Untersuchungshaft

    LINZ — Der deutsche Rap-Musiker Bushido sitzt nach einem tätlichen Angriff auf einen 20-jährigen Linzer weiter in U-Haft. Der Berliner (26), für den die Unschuldsvermutung gilt, steht im Verdacht, nach einer Hiphop-Veranstaltung den Linzer gemeinsam mit zwei Leibwächtern lebensgefährlich verletzt zu haben. Weil sie ihn verdächtigten, zwei Reifen seines 7er-BMW zerstochen zu haben, sollen die drei auf den jungen Mann losgegangen sein. Laut Zeugen traktierten die Männer den, wie sich später herausstellte, unschuldigen 20-Jährigen mit Fußtritten gegen Kopf und Körper. Nach dem Vorfall sei der Linzer heimgewankt. Erst zwei Tage später wurde er in die Linzer Landesnervenklinik Wagner-Jauregg eingeliefert. Diagnose: Schädel-Hirn-Trauma und Gehirnblutung. Bushido (bürgerlich Anis Ferchinchi) wurde in einem Linzer Hotelzimmer verhaftet. Der Rapper bestreitet den Vorfall. Doch: „So wie es aussieht, hat der Rapper die Tritte gegen den Kopf des Mannes gesetzt“, so Sicherheitsdirektor Alois Lißl.

    Dazu fällt uns jetzt erstmal nichts ein. Trotzdem bitten wir schon ma um Stellungnahmen.

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    Cassa und sido feiern sich selbst[/font][/b]
    #3181609  | PERMALINK

    whole-lotta-pete

    Registriert seit: 19.05.2003

    Beiträge: 17,435

    Atze &Dazu fällt uns jetzt erstmal nichts ein. Trotzdem bitten wir schon ma um Stellungnahmen.

    Du willst Stellungnahmen dazu von uns? Das geht ins Auge. Warte lieber ab, bis der Mann bzw. seine Plattenfirma schön sauber abstreitende offizielle Stellungnahmen abseiert. Damit gehts dir sicher besser ;)

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    RadioStoneFm.de[/URL][/SIZE][/COLOR][/SIZE]
    #3181611  | PERMALINK

    atze-matze

    Registriert seit: 11.06.2005

    Beiträge: 429

    Whole Lotta PeteDamit gehts dir sicher besser ;)

    Ey Pete, wir sind Aggro-Fans, nicht von Ersguterjunge. Du kannst also loslegen und über Bushido vom Leder ziehen – solange du nichts gegen unsern Jiggy Siggy, den Arschfickmann, sagst. :)

    --

    Cassa und sido feiern sich selbst[/font][/b]
    #3181613  | PERMALINK

    atze-matze

    Registriert seit: 11.06.2005

    Beiträge: 429

    Hier noch mal ein etwas ausführlicherer Bericht zum Tathergang:

    Kleine Zeitung

    Rapper Bushido verhaftet – Linzer in Lebensgefahr

    Der deutsche Rap-Musiker Bushido ist in Linz verhaftet worden. Er soll einen 20-jährigen Linzer mit zwei Leibwächtern halb tot geprügelt haben, weil er ihn verdächtigte, Reifen seines 7er-BMW zerstochen zu haben. Das berichteten am Samstag die „Oberösterreichischen Nachrichten“. Die Polizei bestätigte der APA Samstagnachmittag, den 26-jährigen Berliner Rapper am Donnerstag verhaftet zu haben.

    Bushido, bürgerlich Anis Ferchichi, hatte vergangenen Samstag eine Linzer HipHop-Veranstaltung als Zuseher besucht. Als jemand zwei Reifen seines 7er-BMW zerstach, sei der – wie er sich selbst bezeichnet – „Gangsta Rapper“ wütend geworden, berichteten Augenzeugen. Ein Jugendlicher habe mit dem Finger auf einen 20- jährigen Linzer gezeigt und gerufen: „Der war’s!“

    Der 26-jährige Berliner und seine beiden Leibwächter holten den davon laufenden Konzertbesucher rasch ein und rissen ihn zu Boden. Laut Augenzeugen traktierten die drei Männer den, wie sich später herausstellte unschuldigen, 20-Jährigen mit Fußtritten gegen Kopf und Körper. Ein Leibwächter soll auf seinem Kopf eine Glasflasche zerschmettert haben. Nach dem Vorfall sei der Linzer heimgewankt.

    Er hatte seiner Mutter zunächst nichts von der Attacke erzählt. Erst zwei Tage später habe der junge Mann über starke Kopfschmerzen geklagt. In der Linzer Landesnervenklinik Wagner-Jauregg sei ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Gehirnblutung festgestellt worden. Der 20-Jährige wurde in lebensgefährlichem Zustand in die Intensivstation gebracht.

    Am Donnerstag wurde Bushido in einem Linzer Hotelzimmer verhaftet. Seine beiden Leibwächter waren zu diesem Zeitpunkt bereits nach Deutschland abgereist. Der deutsche Rapper hat seine Rechtsanwälte eingeschaltet und bestreitet den Vorfall. Er sagt, er sei attackiert worden. Die Staatsanwaltschaft und das Landesgericht Linz ermitteln.

    Bushido, dessen Künstlername „Wege des Kriegers“ bedeutet, ist bekannt für frauenfeindliche und gewaltverherrlichende Songs. Er steht in Deutschland wegen Jugendgefährdung auf dem Index. Auf der offiziellen Homepage des Rappers wurde Bushidos Haft nicht kommentiert.

    --

    Cassa und sido feiern sich selbst[/font][/b]
    #3181615  | PERMALINK

    natsume

    Registriert seit: 24.07.2005

    Beiträge: 5,564

    In Teilen entspricht dieses Zitat den Tatsachen (oder auch nicht):

    http://www.kingbushido.de Wie in den Medien bereits veröffentlicht, wurde Bushido in der letzten Woche in Linz verhaftet. Er hielt sich dort zu Aufnahmen für sein neues Album auf.

    Die in den Medien dargestellten Einzelheiten des Zwischenfalls entsprechen allerdings in Teilen nicht den Tatsachen. Dadurch, dass sich der Vorfall in Österreich zugetragen hat, erweist sich die Klärung leider als kompliziert.

    Wir verstehen, dass ihr über den aktuellsten Stand informiert sein wollt. Mit Rücksicht auf das laufende Verfahren kann eine Stellungnahme von Bushido zu den Geschehnissen aber erst nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen erfolgen.:

    --

    #3181617  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    .

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    #3181619  | PERMALINK

    sido

    Registriert seit: 22.03.2005

    Beiträge: 1,678

    interview mit sido aus´m stern. für alle die´s noch net kennen:

    Stern
    Der Erfolgsrapper Sido über krasse Konflikte mit der Frauenheit, den Unterschied zwischen Kiffen und Jägermeister und seinen Drang zu „Wetten, dass…?“

    Herr Würdig, haben Sie ein Problem mit Frauen?
    Ich schere nicht alle Frauen über einen Kamm, weißt du, aber mit dem größten Teil der Frauenheit gibt es krasse Konflikte: mit meinem Wunschdenken von der perfekten Frau und den Frauen auf der Welt und so.

    Welche Konflikte?
    Weißt du, die meisten Frauen, die ich gerade treffe, bei denen läuft es so: Treffen. – Ficken. – Mal hier und da telefonieren. – Ficken. – Telefonieren. – Ficken. – Nie wieder sehen! Ich kann wohl nicht erwarten, dass ich eine Frau finde, die mich mag, weil ich ich bin, nicht weil ich Sido bin, weißt du. Wenn mir die Frau von Anfang sagen würde: „Hey, nur deswegen, du bist berühmt und so, da stehe ich voll drauf“, dann wären ja gleich geklärte Fronten. Aber so sind Frauen nicht.

    Sondern? Wie sind Frauen?
    Leider gibt es viele Frauen, die haben keine Würde und keinen Respekt. Über die rede ich viel.

    Warum singen Sie nicht mal über Ihre Freundin?
    Ich habe keine Freundin.

    Oder über Frauen, die Ihre Freundin sein könnten.
    Das ist doch langweilig.

    Aus Frust über die Frauen haben Sie dann den „Arschficksong“ geschrieben.
    Nee, das ist Punkertum. Weißt du, viele Leute haben uns, bevor der Song entstand, vorgeworfen, wir würden nur über Arsch-fixierte Sachen reden. Fand ich nicht. Also habe ich denen aus reinem Punkertum einen ganzen Song darüber gemacht. So, da hatten die einen Grund, darüber zu reden.

    In dem Song beschreiben Sie Sex mit einer Minderjährigen.
    Nee, nee, ich selbst war 13. Egal, wie alt sie war. Ich war 13! Weißt du, sie kann auch schon 20 gewesen sein. Das habe ich offen gelassen. Das ist nicht kinderpornografisch, das ist authentisch. Ich weiß, es ist ein heikles Thema, da kann man viel falsch verstehen.

    Würden Sie so einen Text heute noch mal schreiben?
    Nee, weil – weißt du, ich habe jetzt meine Klientel gefunden. Viele Leute, die mich hören, lesen „Bravo“. Haben vielleicht das erste Haar am Sack. Die kriegen noch eine Latte davon, wenn sie das Wort „Muschi“ hören oder „Arsch“ oder so.

    Da muss man aufpassen.
    Genau. Dafür ist der Song nicht gemacht. Der soll niemanden erregen, weißt du. Der soll nur entertainen.

    Vor Schmerzen schreiende Frauen, blutiger Sex – das soll unterhalten?
    Mann, 2001 war mein Leben aussichtslos. Ich dachte, nächste Woche bin ich tot, weißt du. Ich habe den Song geschrieben, weil ich dachte, wir müssen Klartext reden. Ich dachte, das wird nicht so ’ne große Sache. Ist er aber nun mal geworden. Weißt du, darauf geschissen. Claudia fickt ’nen Schäferhund – haben Die Ärzte gemacht. Und? Ich höre den Song gern.

    Die Ärzte haben gesagt, sie hätten das aus gezielter Provokation geschrieben. Um auf sich aufmerksam zu machen.
    Bei uns in Berlin ist es nicht so, dass wir gezielt so Musik machen. Wir wussten ja nie, dass es die breite Masse kriegt. Wir haben es immer nur für wenige Liebhaber gemacht.

    Mit der Folge, dass jetzt auf den Schulhöfen Jungs die Mädchen „Schlampen“ oder „Fotzen“ nennen.
    Wenn die älter werden, kriegen die schon noch ihr ordentlich gehärtetes weltliches Frauenbild.

    Aber schon Siebenjährige hören Ihre Texte.
    Ich bin dafür nicht verantwortlich. Die ganze Gesellschaft heutzutage ist so, weißt du. Das bin ja nicht nur ich. Ich spiegele das nur wider. Ich mache nur darauf aufmerksam, weißt du.

    Sie sehen sich also als Aufklärer.
    Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger. Nur so: Guck mal! So was gibt’s auch! Mein ganzes Album ist so. Oder der Song „Mein Block“. Ich sage ja nicht, sozial schwache Gegenden sind scheiße, sondern ich rede über meinen Block. Und wenn du genau hinhörst, merkst du: Ah, so cool ist es da anscheinend nicht.

    Fühlen Sie sich verantwortlich für Ihre Texte und deren Wirkung?
    Weißt du, ich fühle mich mehr verantwortlich, wenn ich über Kiffen und so was rede. Weil da sind echt auch schon ältere Frauen zu mir gekommen und haben so geweint, ihr Bruder ist gestorben an dem Zeug und so. „Wie kannst du das nur verherrlichen“, fragen die. Darüber mache ich mir Gedanken.

    Verherrlichen Sie das Kiffen?
    Wenn ich es mir anhöre, hört es sich schon an wie: Ja, geil, nehmt mal alle das Zeug, dann geht’s euch gut! Das wollte ich nie sagen, weißt du. Da muss ich schon vorsichtiger sein.

    Warum treten Sie dann bei Stefan Raab mit einem Joint auf?
    Stefan Raab hat selber einen Song gemacht: „Wir kiffen“. 16 Minuten lang, längste Single in Deutschland, weißt du.

    Wir reden über Sie, nicht über Raab.
    Ich sage in einem Song lieber „Ich kiffe“, als dass ich sage: „Ich habe mir wieder eine ganze Flasche Jägermeister reingepfiffen.“ Weil ich die Folgen selber kenne. Ich weiß, dass Leute eher einen Absturz kriegen auf Alkohol. Ich habe alles durchgemacht. Ich habe alles genommen. Ich weiß, wovon ich rede, weißt du. Meine Einstellung ist: Probiert es aus und macht euch selber ein Bild davon.

    Wenn Sie also die Brutalität des Lebens beschreiben wollen, wo ist die Grenze? Einige Ihrer Rapper-Kollegen besingen eine Vergewaltigung.
    Du musst Rap so als Entertainment sehen wie eine Videothek. Du gehst da rein und suchst deinen Lieblingsfilm aus. Im Mafia-Film, da erzählen dir alle „Mafia hier, Mafia da“, aber es ist nur ein Film. Das ist Rap auch. So machen das Hengzt und Orgi …

    … die Berliner Rapper Bass Sultan Hengzt und King Orgasmus One …
    … die haben sich ein Image angeeignet. Natürlich sind die nicht Mörder, Killer und Vergewaltiger.

    Also sind Rapper nicht authentisch, obwohl das alle von sich behaupten.
    Rap ist Kunst, aber auch authentische Kunst. Orgi redet nur über Ficken und Pornos, aber er dreht auch Pornos, weißt du. Das ist authentisch, da kannst du sagen, was du willst.

    Ist Sido eine Kunstfigur?
    Sido ist eine krasse Kunstfigur, ein krasser Charakter. Natürlich spricht er mir aus der Seele.

    Gibt es einen Unterschied zwischen der Kunstfigur und dem privaten Sido?
    Der private Sido hat gern seine Ruhe und chillt. Der Kunst-Sido ist immer mitten- drin in der Action, weißt du. Der fährt sogar im Wok die Bobbahn runter. Das hätte der private Sido nicht gemacht.

    Was ist das Ziel von Sido?
    Weißt du, „Wetten, dass..?“ ist immer noch meine Sendung aller Sendungen.

    Auf die Couch zu Gottschalk?
    Spielen bei Gottschalk reicht auch, Killer! Nur einen Song, Killer!

    Sie haben einmal eine Ausbildung im Sozialbereich angefangen. Nehmen wir an, Sie sind Erzieher, und Ihre Kinder sehen Sido bei Gottschalk im Fernsehen. Was machen Sie?
    Ausmachen!

    Aha.
    Weißt du, ich habe einen Sohn. Der ist fünf. Der soll meine Musik auch nicht hören. Der ist Juli-Fan. Das finde ich gut.

    --

    ich verhandle nicht mit psychopathen[/b]
    #3181621  | PERMALINK

    sido

    Registriert seit: 22.03.2005

    Beiträge: 1,678

    hier des neueste in sachen Bushido:

    laut.de
    Bushido: Gegen Kaution auf freiem Fuß

    Der Hip Hopper muss satte 100.000 Euro hinlegen, wenn er das Gefängnis verlassen möchte.

    Linz (mma) – Gegen eine Kaution von 100.000 Euro entließ das Linzer Landesgericht Bushido vorläufig wieder auf freien Fuß. Das meldet die Bravo, die beim Haftprüfungstermin anwesend war. Der Rapper saß seit zwölf Tagen hinter Gittern, weil er unter Verdacht steht, einen 20-Jährigen lebensgefährlich verletzt zu haben. Eine Prüfung, ob die Untersuchungshaft weiter erforderlich ist, erfolgt nach 14 Tagen im Gefängnis automatisch.
    Bushido habe den Verhandlungssaal mit gesenktem Kopf betreten und wieder verlassen, berichtet die Pressemitteilung der Teenie-Postille. Dabei zeigte er keinerlei Gefühlsregung und gab keinen Kommentar ab. Ungeachtet der vorläufigen Freilassung arbeitet die Linzer Staatsanwaltschaft weiter an der Untersuchung des Vorfalls. Die Beweissammlung soll in drei bis fünf Wochen zu ihrem Abschluss kommen. Anschließend wird sich Bushido vor Gericht wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung verantworten müssen.

    --

    ich verhandle nicht mit psychopathen[/b]
    #3181623  | PERMALINK

    sido

    Registriert seit: 22.03.2005

    Beiträge: 1,678

    artikel aus DIE ZEIT, 34/2005

    Avantgarde der Härte
    Berliner Rapper schocken mit obszönen und blutigen Texten. Wie gefährlich sind sie?
    Von Thomas Groß

    Am Tag, als die Berliner Härte öffentlich-rechtlich wurde, war der Grusel groß. Zur späten Abendstunde, die Kleinsten schliefen bereits, flackerte zwischen den neuesten Arbeitslosenzahlen und den von Hurrikan Dennis angerichteten Verwüstungen ein Gespenst über den Bildschirm, dem nur mit moderatorischen Extremmaßnahmen zu begegnen war. Lange habe die Redaktion diskutiert, ob man sich dem Thema überhaupt nähern wolle, aber totschweigen – geht das denn? Im Folgenden öffnete sich ein Ausschnitt von eineinhalb Minuten, in dem gezeigt wurde, wie ein großflächig tätowierter Mann im Luxusschlitten durch die Stadt fuhr, wüste Dinge von einer Bühne herabschrie und sich dafür von den Teenagern im Publikum feiern ließ. Nachdem der Spuk vorbei war, lockerte sich die versteinerte Miene von heute-journal-Moderator Claus Kleber ein wenig, und er wagte, gleichsam als Moral der Geschichte, so etwas wie einen Rap. »Bushido lacht sich bestimmt krank« – Kunstpause – »auf seinem Weg zur Bank.«

    Der Mann, von dem die Rede war, saß unterdessen zu Hause auf seiner Riesenpornocouch für 8.000 Euro vor seinem Superplasmabildschirm für 5000 Euro – und lachte sich tatsächlich krank. Bushido, der »King of Kingz«, Rapper aus Berlin-Tempelhof, Vater Araber, Mutter Deutsche, berüchtigt für seine jugendverderberischen Texte, live im ZDF – und dann trifft der Fernsehtyp auch noch den Nagel auf den Kopf! Gern würde Bushido dem Menschen mal die Hand schütteln und sagen: Coole Sache, Alter. Damit er merkt, was jeder merkt, der ihm gegenübersitzt: dass Anis Mohammed Yussuf Ferchichi, wie Bushido bürgerlich heißt, ein angenehmer und gebildeter Gesprächspartner ist, solange man ihm mit Respekt begegnet. Keineswegs muss er 24 Stunden am Tag den Charakter nach außen kehren, den er in seinem jüngsten Hit Carlo Cokxxx Nutten 2 verkörpert: einen Wortkrieger aus der Berliner Halbwelt mit enormen Qualitäten als Beischläfer und Drogenverticker. Ganz ohne Schrecken allerdings geht es nicht. »Ich spiel damit, auch mit diesem Buh-Effekt.« Schließlich ist die Härte der Reime das Berliner Markenzeichen. Und einen guten schlechten Ruf zu verlieren hat man auch.

    Der Buh-Effekt ist das kostbarste Kapital, das derzeit in der frisch gekürten Rap-Metropole zirkuliert. Lange Zeit schien gar nichts zu gehen, werkelte die Szene ausschließlich im Verborgenen vor sich hin. Die musikfernsehende Welt schaute nach Stuttgart oder Hamburg, wo die Gymnasiasten das Sagen hatten, allenfalls ein paar besprühte U-Bahn-Züge und schlecht produzierte Tapes zeugten vom Treiben im Untergrund. Dann stieß Sido an die Oberfläche, der Mann mit der Maske, der zu einem Streifzug durchs Märkische Viertel lud, wo die Stütze-Empfänger wohnen und die Häuser 16 Stockwerke haben (ZEIT Nr. 32/04: Der Bauch Berlins). Dealer, Eckensteher und Pitbull-Halter geisterten durch das Video zu seiner gerappten Sozialstudie Mein Block, und plötzlich war es, als habe sich die Tür zu einer Unterwelt geöffnet, in der Gestalten namens King Orgasmus One, Prinz Porno oder Der Soziopathe ihr Unwesen treiben. Rapper, die zuvor niemand zur Kenntnis nahm und die wohl auch weiterhin niemand zur Kenntnis genommen hätte, stünden sie nicht plötzlich in enormer medialer Vergrößerung vor den Kinderzimmern und machten: Buh!

    Inzwischen ist eine unübersichtliche und für viele profitable Gemengelage entstanden. Bürgerliche Teenager, die sich von echten Kerlen aus dem Problemkiez mit Gruseln über dunkle Geschäfte und bizarre Sexualpraktiken aufklären lassen, während mehr oder weniger berufene Instanzen die Stirn runzeln – wann hat es das zuletzt gegeben? Eine Musik steht zur Verhandlung, die nicht gecastet ist, sondern polarisiert, Verrohungsdebatten und Indizierungen inklusive. Kamerateams rücken an und stöbern in dunklen Ecken Berlins nach noch härterem Stoff, die Elite des bösen Rap provoziert unterdessen weiter den Mainstream. Seit auch noch Fler, der Jüngste der Bösen, mit Frakturschrift und Reichsadler eine »Neue Deutsche Welle« ausrief und die gesamte Szene in den Verdacht geriet, die fünfte Kolonne des Rechtsextremismus zu sein, kommen sogar Beobachter aus dem Ausland, um in der alten Frontstadt nach dem Rechten zu sehen. Bei Bushido hat sich ein Reporter der New York Times angesagt. Die Sache sei extrem wichtig, sagt Bushido und fährt mit der Hand über sein strichdünnes Backenbärtchen: Morgen früh muss er unbedingt noch zum Friseur.

    Erster Befund auf der Suche nach einem Milieu: Die Heimkinder und Migrantensöhne, die den harten Kern von Berlins HipHop-Szene bilden, genießen das Interesse der Offizialkultur. So viel Aufmerksamkeit wurde ihnen in ihrem gesamten bisherigen Leben nicht zuteil. Rasant haben sie dazugelernt und wuchern mit ihrem Pfund, wenn immer neue Delegationen aus Politik und Fernsehen eintreffen. Was die Bundesprüfstelle anbelangt – soll sie doch weiter indizieren, das belebt das Geschäft! Aggro Berlin, die unabhängige Plattenfirma, die die Härte zum Markenzeichen machte, bekam im laufenden Jahr zweimal Gold; Bushido, der bei der siechen Industrie gelandet ist, kurvt mittlerweile im 7er BMW durch den Kiez. Jetzt gilt es, am Image zu feilen, ohne sich dabei zu verrenken. Denn manchmal wirken die Helden des Härte-Raps bereits wie Darsteller in einer Reality-Soap: Sido, der Lustige, Bushido, der Gentleman-Provokateur, Fler, der hässliche Deutsche. Was zum zweiten Befund führt: Der böse Rap ist eine Welt der Rollenspiele und wundersamen Verwandlungen. Im einen Moment verschwinden die Protagonisten in ihrer Kunstfigur. Im nächsten sind sie wieder nette Jungs aus der Nachbarschaft.

    Zum Beispiel Robert Davis alias B-Tight: Das Cover seiner CD Der Neger (in mir) zeigt einen muskelbepackten Ghetto-Gangster in extremer Aktion. Die Tür seiner hübsch eingerichteten Wohnung im Stadtteil Wedding öffnet ein eher feingliedriger junger Mann mit Brille und flaumigem Bärtchen. »Künstlerische Freiheit«, findet B-Tight, Sohn einer Deutschen und eines Afroamerikaners – man muss auch ein bisschen übertreiben dürfen. Er führt ins »Ghetto-Zimmer«, wo Tony D gerade Ego-Shooter spielt. Tony D ist halber Libanese, ein paarmal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, »das Übliche eben«, nichts wirklich Ernstes. Dass er momentan ein Fußleiden kuriert, hindert ihn nicht daran, als Rapper zum »Damager« zu werden, der alle Konkurrenten von der Platte putzt.

    »Ficken« wird das in den Texten des Härte-Rap ebenso durchgängig wie unermüdlich genannt, »Ich fick dich«, »Ich fick dich zurück«, »Jetzt fick ich dich aber erst recht«, eine Praxis, die nicht nur auf persönliche Rivalitäten begrenzt ist. Die eine Gang fickt die andere, der Wedding fickt Lichtenberg, Lichtenberg Schöneberg, Schöneberg Tempelhof, Berlin insgesamt den ganzen Rest, der Extremfick ist der »Kopfschuss«: Peng, du bist tot. Im Hauptstadt-Rap sei das nichts Besonderes, finden Tony und BTight, der Witz liegt für sie in Pose, Variante und Steigerung. Übertreibungen stellen sich automatisch ein, wenn man sich auf der Straße durchsetzen muss, Autoritäten anflehen gilt als »schwul«. Das, noch ein Befund, ist den meisten Berliner Rappern gemeinsam: Sie sind in einem Umfeld groß geworden, in dem jeder Konflikt untereinander geregelt wird. Im Zweifelsfall behält der die Oberhand, der das größere Maul hat. Oder den krasseren Cousin.

    Das Drohpotenzial, das diese Kultur von unten für die Majorität entfaltet, liegt weniger in der obszönen Sprache als in der Ungewissheit, ob hier Werte der Zukunft generiert werden. Man weiß ja nicht, was alles noch kommen wird in Zeiten von Hartz IV und Alg II. Der Kampf um Status und Jobs hat die Mittelschichten ergriffen, und im Osten versinken ganze Landstriche. Längst ahnen auch die Kinder aus behütetem Hause, dass die Rede von Aufschwung, Vollbeschäftigung, von der Leistung, die sich wieder lohnen muss, selbst nichts anderes ist als ein Durchhalte-Rap, warum also sich nicht gleich dorthin durchschlagen, wo unverhohlen das Recht des Stärkeren gilt? Bushido lädt in sein Stammlokal, eines jener arabischen Cafés, wo Männer bei greller Beleuchtung über Wasserpfeifen und Kartenspielen sitzen und in der Ecke der Fernseher läuft. 800 Jahre Knast seien hier versammelt, sagt Bushido. Nachprüfen lässt sich das natürlich nicht. Doch es ist eine magische Welt der Clans und der Stämme, die in den Szenarien des bösen Rap aufscheint, eine Welt, in der der Männerbund Wärme spendet, während nach außen hin nur eine Moral gilt: Nimm dir, was du kriegen kannst.

    »Die Situation wird sich weiter verschärfen«, sagt Specter, »bald kommen die Waffen.« Es klingt, als habe er das schon oft gesagt. Specter, bürgerlich Eric Remberg, ist die treibende Kraft hinter Aggro Berlin. Dass der frühere Kunsthochschüler bei der Ausgestaltung der furchterregenden Aggro-Charaktere etwas nachgeholfen hat, gilt in der Szene als offenes Geheimnis. Jetzt sitzt er im Konferenzzimmer des in Kreuzberg gelegenen Firmenimperiums und beschwört amerikanische Verhältnisse. Sozialstaat? Augenwischerei! Man muss sich doch nur mal umsehen: überall Desintegration, Überlebenskampf, gewalttätige Jugendliche – »das sind Leute, die sind nicht gesellschaftsfähig«. Deutschland sei ein Land der Träumer, sagt Specter, das Ghetto längst Wirklichkeit, und wie gerufen kommt Fler hereingeschneit. Fler beschwert sich über die ungerechte Berichterstattung in eigener Sache, kann aber jede Schlagzeile auswendig: Viel Feind, viel Ehr. Ob er in diesem Artikel auch wieder als Rechtsradikaler dastehen werde, fragt er und zeigt seine muskulösen Unterarme. Nein, sagt man, aber als jemand, der mit der Angst spielt. Da lehnt Fler sich zufrieden zurück und wird wieder zu Patrick Decker, dem gehänselten Heimkind. Die Angst der anderen ist gut, sie bedeutet in seiner Welt Respekt.

    Zur Verunsicherung trägt bei, dass selbst die, die an den Schulen Basisarbeit leisten, der Faszination des Bösen ratlos gegenüberstehen. Rapper Gauner etwa kann sich »schon vorstellen«, dass die Beschallung jugendlicher Hirne mit FWörtern auf die Dauer »’ne beschiss’ne Wirkung« hat. Andererseits ist die Pubertät eine Zeit der Experimente, und vieles wird in den Medien übertrieben. Rapper Gauner zieht mit dem HipHop-Mobil, einer staatlich geförderten Einrichtung, über Berliner Schulhöfe. Zuerst kommt eine halbe Stunde Frontalunterricht zur Geschichte des Hiphop, wie die Kultur einmal übergreifend hieß, dann sollen die Schüler ein Erfolgserlebnis mit einem selbst geschriebenen Text machen – die rollende Kreativwerkstatt sozialdemokratischer Prägung. Als Pädagoge oder gar Sozialarbeiter sieht Gauner, ein Mann mit langen Rastalocken, sich trotzdem nicht. Zum einen weiß er, dass man das Gegenteil erreicht, wenn man Jugendlichen in schwierigen Übergangssituationen ihre Idole schlechtzureden versucht. Zum anderen fühlt er sich als langjähriger Aktivist, der auch Platten herausbringt, selbst der Szene zugehörig. Leider seien in der Zwischenzeit einige Werte verloren gegangen.

    Gauner hat das Kommen und Gehen der Helden am lebenden Objekt verfolgt. Vor zehn, fünfzehn Jahren jammte die Gemeinde in finsteren Kellern und fühlte sich den politischen Idealen der alten Schule verpflichtet: Zusammenhalt, Artistik, fairer Wettkampf. Die so genannten Freestyle Battles (Freistilkämpfe) erlebte er als lustige Streitkultur, bei der der eine Rapper den anderen mit geschickt gewählten Worten auszog, ohne ihn gleich kaltmachen zu wollen. »Kennste Savas, kennste Sido, kennste Bushido?«, fragen die Schüler heute und kupfern, was sich mit geübtem Auge sofort erkennen lässt, den einen oder anderen rüden Vers von den neuen Kings der Schulhöfe ab. Eine wirkliche Zunahme der Gewalt, gar rechtsradikale Tendenzen kann Rapper Gauner dabei nicht beobachten, findet aber »diese Ghetto-Identifikation« bedenklich: Die eigene Lage noch schlechter reden, als sie ist, die Bedeutung, die Autos, Geld und Mädchen gewonnen haben, die Alphamännchen-Nummer. Das sei früher einmal anders gewesen. Ansonsten: Man müsste systematisch Interviews führen, wissenschaftlich an die Sache herangehen. Bis es so weit ist, bleibt die Berliner Härte ein Wesen, das sich in der Öffentlichkeit verbirgt.

    Vielleicht ist es im Nordwesten der Stadt zu finden, wo Sami »Ben« Mansour einen schwunghaften Handel mit Hip- Hop-Devotionalien betreibt. Versteckt zwischen Fabrikhallen, voll gesprühten Wänden und Laubenkolonien liegt der kleine Laden, den das frühere Mitglied der Kreuzberger Straßengang »36 Boys« aufmachte, als klar wurde, dass die Sehnsucht nach Härte auch ein Markt ist. Jetzt ist er mit seinen 31 Jahren fast schon ein Veteran, das Geschäft brummt, hinterm Tresen steht seine Urberliner Mutter und fragt die Hereinkommenden: »Was kann ich dir Gutes tun, Großer?« Begehrt sind Leuchtdiodengürtel für 55,90 Euro und Ringe mit eingeprägten Kampfnamen, doch auch die eine oder andere Prinz-Porno-CD geht über den Tresen. Die Kunden, die hier ihren Bedarf decken, wirken nicht verhaltensauffällig, auf Nachfrage entpuppen sie sich als Gymnasiasten aus Wilmersdorf und anderen bürgerlichen Stadtteilen. Das sei die Regel, sagt Mansour, hinter den in Klein- und Kleinstauflagen zirkulierenden Underground-Provokationen steckten nicht selten Söhne aus gutem Hause. Einen Kulthit bescherte ihm kürzlich ein Waldorfschüler, der Sidos Mein Block unter dem Titel Mein Dorf parodierte. Es spricht einiges dafür, dass die, die beschützt werden sollen, zugleich die sind, vor denen gewarnt wird.

    »Hiphop ist ein Mantel, den du dir umhängst«, sagt Mansour, »was der Einzelne daraus macht, ist sein Ding.« Nicht einmal ein Kleinpate wie er allerdings kennt seine gesamte Kundschaft, denn der Großteil der Ware geht in den Versand. Draußen, auf dem platten Land, könnte die wahre Avantgarde der Härte wohnen, in den Käffern Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns, wo die Leuchttürme einsam in der Gegend herumstehen und sonst keinerlei Orientierung geboten wird. Oder in Großstädten des Ostens wie Leipzig, Dresden und Halle. Schon jetzt kursieren in der Berliner Szene wilde Geschichten: von Neunjährigen aus der Platte, die an der Wodkaflasche hängen und nach Konzerten ihr Messer aufblitzen lassen. Die Frage ist, was passieren wird, wenn der Trend zum Gangster-Rap anhält und eine anonym gewordene Industrie Leute unter Vertrag nimmt, die keinen Sinn mehr für die Ironien des verbalen Kampfsports Rap aufweisen. Wird es dann die ersten deutschen HipHop-Toten geben? »Schwieriges Thema«, sagt Mansour und kratzt sich am Kopf. Der Schrecken, er ist immer woanders.

    Am Abend desselben Tages treffen sich B-Tight, der »krasse Neger« und Tony D, der »Araber« in einem Neuköllner Studio, um letzte Hand an ihren jüngsten Streich zu legen. Die Herbstoffensive aus dem Hause Aggro steht bevor, die beiden sollen zur Ehre der Firma und zur Mehrung des eigenen Ruhms noch einmal allerhärteste Berliner Härte zu demonstrieren. Eine leichte Aufgabe ist das nicht, denn inhaltlich stagniert der Hauptstadt-Rap. »Das ist nur das Vorspiel, am 8.8. wird Deutschland gefickt!«, brüllen B-Tight und Tony D nach Leibeskräften ins Mikro, was folgt, ist die bekannte Suada aus Verwünschungen und Imponiergehabe, bei der das Leitmotiv »Ficken« zum Rammdösigwerden oft wiederholt wird, bevor endlich der Pizzabote kommt und das Abendessen bringt: Auch die Härtesten müssen irgendwann mal Pause machen.

    Als Augenzeuge der Fabrikation der Provokationen fragt man sich, was passieren wird, wenn sich draußen im Land herumspricht, was die wahrscheinlichste Lösung des Suchrätsels Härte-Rap ist: dass die vielen F-Wörter so gewaltsam sind wie die eingebaute Vorfahrt in einem S-Klasse-Mercedes. Dass sie nichts anderes besagen als: Hoppla, hier komm ich! Dass es sich, mit anderen Worten, um eine bloße Form handelt, die die Wünsche und Ängste der Betrachter auf sich zieht und folglich genau jene Macht ausübt, die man ihr zugesteht. Wer nicht an Gespenster glaubt, erlebt den Sprechgesang Berliner Prägung in diesem Herbst nämlich vor allem als heiß gelaufene Ego-Maschine, die unter hoher Lärmentfaltung um die Tatsache ihres eigenen Erfolgs kreist. Es geht nur noch darum, sich so hart zu machen wie die Verhältnisse – nicht um sie zu brechen, sondern um von ihnen zu profitieren. Bis diese Erkenntnis sich durchsetzt, muss das Böse sich selbst anpreisen, um nicht jetzt schon als Ladenhüter zu enden. Heiße Ware heißt der neue Hit in spe von B-Tight und Tony D. Das Album, das in Kürze herauskommt, trägt den neckischen Titel Indexgefährdet.

    Ob die Bundesprüfstelle das unmoralische Angebot annehmen wird, stand bei Redaktionsschluss nicht fest, doch unlängst setzte sich Monika Griefahn mit Sido für die Bravo zu einem »Krisengipfel« zusammen. »Sido, aus dir ist was geworden«, ging die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien in die Offensive. »Mach was draus, und trag dazu bei, dass unsere Gesellschaft und unsere Sprache besser werden!« – »Das tue ich!«, konterte Sido. Erst vor kurzem sei er wieder vor eine Schulklasse getreten, »und ich weiß: Bei diesen Kindern habe ich etwas bewegt!« Der Bock als Gärtner – das hat natürlich wieder ein Riesengewieher hinter den Kulissen gegeben. Sieger nach Punkten in diesem Kampf ist eindeutig Sido, zumal anzunehmen ist, dass Monika Griefahn die hinreißende Komik der Situation entgangen sein wird. So beweist dieser Krisengipfel wenigstens eine verloren geglaubte Wahrheit: Jugendkultur ist, wenn die Erwachsenen es nicht verstehen.

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    ich verhandle nicht mit psychopathen[/b]
    #3181625  | PERMALINK

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    #3181627  | PERMALINK

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    #3181629  | PERMALINK

    thomlahn

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    HerbertIch finde es bemerkenswert, dass ein Knaller wie Westernhagen im gleichen Atemzug genannt wird wie die Rolling Stones und Paul McCartney.

    Nun ja, MMW dürfte in Deutschland immer noch mehr Platten verkaufen als Stones und Macca zusammen. Ist aber natürlich ein kleiner Fauxpas des Autors.

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    #3181631  | PERMALINK

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    aber wenigstens werden Coldplay im richtigen Zusammenhang genannt…

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