Pharoah Sanders

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  • #5575035  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 4,762

    atom
    Kennt jemand die beiden letztgenannten Pharoah & The Underground LPs auf Clean Feed, die in diesem Jahr erschienen sind?

    offensichtlich erscheinen sie noch. es scheint sich auch um material aus ein und demselben konzert zu handeln, das derart auf eine lp und eine cd verteilt sind, dass mehreres doppelt auftaucht, aber in jedem fall auch lücken entstehen, wenn man nicht beides kauft.
    musikalisch ist das so sehr auf vorlieben von mir zugeschnitten, dass ich skeptisch bin. ;-) irgendwie ist die idee, sanders in dieses underground-konzept einzubauen, viel zu naheliegend – da war die kombination exploding star orchestra und bill dixon spannender. aber das ist ja argumentativ ein bisschen gaga – ich werde mir das natürlich besorgen. hörbeispiele, die tatsächlich einen eindruck des materials vermitteln, finde ich im netz nicht.

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    #5575037  | PERMALINK

    atom
    Moderator

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    Jedenfalls liest sich das sehr interessant, was Phil Freeman über die Musik schreibt:

    Most recently, an invitation from cornettist Rob Mazurek has led to multipleperformances and two live recordings featuring Sanders and members of Mazurek’s Chicago and São Paulo Underground groups. On the two volumes of „Pharoah And The Underground“, he’s never the dominant voice, choosing instead to move in and out of the sonic jungle, sometimes duetting with Mazurek and other times reacting to the Africa 70-like bursts of electric piano and layers of rhythm created by the rest of the group. It’s clear that his own back catalogue is a major inspiration to everyone involved, but this is futuristic, not backward-looking, music. It’s the best possible context for Pharoah Sanders in the 21st century – still unique, still adventurous, still capable of surprising listeners, whether screaming or not.

    Die beiden Alben (CD & LP) sind beim Label lieferbar. Bei Clean Feed ist auch immer eine Direktbestellung am sinnvollsten, da sie portofrei liefern.

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    read it in a book or write it in a letter
    #5575039  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 4,762

    das klingt in der tat super. habe die cd bei clean feed bestellt, zumal ich die neue tamarindo ohnehin auch noch brauchte. danke für die hinweise!

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    #5575041  | PERMALINK

    napoleon-dynamite
    Moderator

    Registriert seit: 09.11.2002

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    Nach Lesen des Artikels interessieren mich nun auch die von Bill Laswell produzierten Alben aus den 90ern. Kennt die jemand?

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    Kanye West is blond and gone/ "Life on Mars" ain't just a song
    #5575043  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 4,762

    Napoleon DynamiteNach Lesen des Artikels interessieren mich nun auch die von Bill Laswell produzierten Alben aus den 90ern. Kennt die jemand?

    ja. ich würde eher abraten, weiß aber auch nicht, was bei dir so geht. MESSAGE FROM HOME ist schon in sich sehr stimmig, das erste stück, „our roots“, ganz großartig, in immer gleichen sanders-extase-schlaufen, abgelöst von hamid-drake-breaks, die man sich einzelnd an die wand hängen könnte. aber sanders schwebt halt bei laswell irgendwo drüber, genauso wie graham haynes, und das ist mir persönlich am ende zu wenig.

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    #5575045  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    aquoiboniste

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 47,664

    Verdammt, hab das Heft in der Hektik verpasst. Kann mir vielleicht jemand die Sanders-Strecke scannen oder kopieren?

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #98: Tenor Giants - Paul Gonsalves (1920-1974), 10.3., 22:00; #99: 12.5., 22:00; #100: 9.6., 21:00 (2 Stunden!) | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #13: 28.4., 21:00 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #5575047  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

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    Stichwort Sanders: Ich bin die Tage darüber gestoßen, dass im August ein neues Album mit The Underground erschienen ist. Heißt „Spiral mercury“. Hat es jemand gehört?

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    Hold on Magnolia to that great highway moon
    #5575049  | PERMALINK

    atom
    Moderator

    Registriert seit: 10.09.2003

    Beiträge: 17,490

    gypsy tail windVerdammt, hab das Heft in der Hektik verpasst. Kann mir vielleicht jemand die Sanders-Strecke scannen oder kopieren?

    Ich schicke dir später eine E-Mail

    IrrlichtStichwort Sanders: Ich bin die Tage darüber gestoßen, dass im August ein neues Album mit The Underground erschienen ist. Heißt „Spiral mercury“. Hat es jemand gehört?

    Bisher noch nicht, ansonsten siehe #29.

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    read it in a book or write it in a letter
    #5575051  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

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    Ups, das hatte ich übersehen. Danke :-)

    --

    Hold on Magnolia to that great highway moon
    #5575053  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    aquoiboniste

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 47,664

    atomIch schicke dir später eine E-Mail

    Danke! Als ich am Montag wieder drank dachte, stand natürlich schon überall das Oktober-Heft (das ich dann aber nicht kaufte, es gab eine grössere Rezension, die mir ins Auge stach, ich denke wohl zum neuen Coltrane-Album, aber da die Hektik noch anhält, habe ich auch das schon wieder vergessen – nervt mich langsam selbst, aber das Ende ist absehbar).

    @irrlicht: erstaunlicherweise erinnere ich mich doch noch ab und an an etwas, was nichts mit meinen Prüfungen zu tun hat: vorgarten hat sich zum Album schon geäussert.

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    #5575055  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

    Beiträge: 29,390

    gypsy tail wind@Irrlicht: erstaunlicherweise erinnere ich mich doch noch ab und an an etwas, was nichts mit meinen Prüfungen zu tun hat: vorgarten hat sich zum Album schon geäussert.

    Auf die fleißigen Jazzbienchen ist stets Verlass, Danke. Schade, dass vorgarten offensichtlich nicht allzu begeistert ist.

    P.S. Dir gutes Gelingen weiterhin. :-)

    --

    Hold on Magnolia to that great highway moon
    #5575057  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 4,762

    IrrlichtSchade, dass vorgarten offensichtlich nicht allzu begeistert ist.

    da war ich vielleicht etwas zu hart, mittlerweile höre ich das album ganz gerne. aber es ist ganz klar ein rob-mazurek-underground-album (was ich immer empfehlen kann) und kein sanders-album. der spielt halt ein bisschen mit.

    --

    #10055265  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    aquoiboniste

    Registriert seit: 25.01.2010

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    Sanders does few interviews but I made a pitch to speak with him before the show and, as his manager put it, caught him at the right moment. I knew that he had moved to New York City in 1961 so I asked him about those days which led to his candid remarks about being forced to live on the street for a period when he first arrived. It was powerful testimony that included recollections of doing odd jobs like painting and cooking and even selling pints of blood to earn a few bucks. In his stint as a short-order cook of sorts, he remembered the drummer (who appeared on Sanders’ 1981 album Rejoice) Billy Higgins dropping by and playing the spoons! He mentioned Sun Ra as an important friend of the time and agreed the tipping point was hooking up with John Coltrane with whom he played extensively between ’65 and ’67. Sanders was honored as a 2016 NEA Jazz Master and appeared in, of all things, a GQ spread last month sporting a nifty Nigerian fez.

    http://hollandude.com/pharoah-sanders-recalls-homelessness-at-winter-jazzfest/

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    #10256043  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 4,762

    nachdem ich gestern an TAUHID und IZIPHO ZAM hängen geblieben bin und diesen thread hier gelesen habe, interessiert mich gerade wieder die frühphase von farrell sanders. was ich gerade erst gelesen habe: dass er coltrane schon ende der 1950er in kalifornien kennen gelernt hat (kurze phase zwischen schulzeit in little rock und prekärer anfängerexistenz in new york ab 1961).

    die ersten aufnahmen und musikalischen verbindungen – mit don cherry (der ihm seinen ersten job besorgt – später gibt es eine reunion in cherrys finaler blue-note-phase), mit sun ra (der ihn „pharoah“ tauft und als gilmore-ersatz kurzzeitig in seine band holt) und paul bley. irgendwie gelingt es ihm, aus dem handgelnk noch ein erstes leaderalbum für bernard stollman einzuspielen. dann steigt er bei coltrane ein.

    3.1.1963
    esp-session mit don cherry (tp), joe scianni (p), david izenzon (b), j.c. moses (dm).
    „cocktail piece“ (2 takes), „cherry’s dilemma“, „remembrance“, ein monk-medley.

    eine schöne session mit interessantem material und dichtem playing. das cocktail piece besteht aus wiederholten melodiefragmenten, zu denen izenzon und moses eigene grooves erfinden. sanders spielt etwas schlampig mit, gleichvoll recht inspiriert, der tolle ton ist natürlich von beginn an da, es gibt aber probleme mit dem rohrblatt oder dem horn an sich. im 2. take kommt eine lupenreine sanders-spiritual-phrase hinzu, die nach coltrane und den späteren eigenen sachen klingt. vielleicht hat er das der cherry-komposition spontan beigesteuert. „cherry’s dilemma“ ist eine wilde kollektivimprovisation, „remembrance“ ein tänzerisches cherry-trademark-stück, komplett tonal vom ansatz her, mit tollen kommentaren von sanders und scianni, dessen messerscharfe, modernistische klavierakzente sowieso ziemlich toll sind (eigentlich produzierte er damals klassik für columbia, glenn gould z.b., spielte aber nebenher immer auch jazz, bis hin zu späten aufnahmen mit ivo perelman). das monk-medley ist eigentlich nur ein bisschen spontanes geklimper, aus der erinnerung gespielt, nicht wirklich für eine aufnahme gedacht. wohin das hier alles überhaupt führen sollte, ist nicht ganz klar. cherry war ja damals vor allem mit rollins unterwegs. es scheint nicht so, dass er mit dieser besetzung an seinem ersten leader-album arbeiten wollte.

    25.5.1964
    paul bley session mit carla-bley-material, mit david izenzon (b) und paul motian (dm).
    „generous“ (2 takes), „walking woman“ (2 takes), „ictus“.

    paul bley kompensiert seine minderwertigkeitskomplexe, nachdem ornette das klavier aus seinen bands geworfen hat. „the piano was at risk“. bley sucht nach nicht-tonspezifischen klaviersounds, mit denen saxofonisten, die keine changes spielen wollen, etwas anfangen können. hier allerdings ist das thematische gerüst sehr dicht und kompliziert, und es ist sehr interessant, wie gut sanders damit klar kommt. mehr als ein jahr nach der cherry-session ist aber auch jede schlampigkeit und unsicherheit wie weggeblasen. seine soli sind emanzipiert, rhythmisch flexibel und vor allem dazu gedacht, intensität aufzubauen. bley setzt bei „generous“ währenddessen aus. und jemand wie izenzon findet für beide komplett unterschiedliche begleitansätze. die frage ist ein bisschen, ob es ein saxofon in dieser musik überhaupt braucht. sanders mach das beste daraus und gibt die rampensau, auch im halsbrechend schnell gespielten „ictus“. in den interviews beschreibt sich sanders als stillen beobachter, der versucht, über die runden zu kommen, und mit allen und jedem spielt, ohne zu wissen, wohin er sich eigentlich entwickeln will.

    10.9.1964
    sanders‘ erste leader-session, mit jane getz (p), stan foster (tp), william bennett (b), marvin pattillo (dm).

    dass ich dieses album über alle maßen liebe, ist wohl bekannt. 2 eingängige themen, ein entspannter, trotzdem sehr wacher swing, und lange, inspirierte soli, denen man in aller ruhe bei ihrer entstehung zuhören kann. über stan foster (angeblich sehr jung gestorben), william bennett und marvin patillo (noch aufnahmen mit sonny simmons und barbara donald, ist wahrscheinlich an die westküste gezogen) weiß ich quasi nichts, jane getz macht einen super job, die ausbrechenden ideen von sanders zu unterfüttern und dabei die ganze zeit den flexiblen swing der rhythm section aufrecht zu erhalten. sanders hat hier seinen weg schon gefunden, allerdings auf der selbst gewählten grundlage von soliden hardbop-themen und mit interesse an der balance zwischen in- und outplay. in „bethera“ kommt er auch schon in seinem hymnischen modalen spiel an, hier natürlich noch (oder schon, wenn man an die 1980er denkt) ohne weltmusik-kontext.

    30./31.12.1964
    die judson-hall-konzerte vom sun ra arkestra, mit sanders als ersatz für john gilmore. weitere bandmitglieder: black harold (als zweiter gast an flöte und percussion), art jenkins („space voice“), alan silva und ronnie boykins (b), al evans und chris capers (tp), teddy nance und bernard pettaway (tb), robert northern (french horn), marshall allen und danny davis an flöten und altsaxofonen, robert cummings (bcl), pat patrick (bs) und clifford jarvis (dm).

    sanders wird hier nicht prominent herausgestellt, er verschmilzt mit seinem leicht identifizierbaren ton im kollektiv improvisierenden bläserensemble und nutzt den geringfügigen solo space für exaltierte ausbrüche, die insofern interessant sind, weil sie sich über einen dichten perkussionteppich setzen, was sanders ja in seinen impulse-alben fortführen wird.

    mehr zu den konzerten habe ich hier geschrieben.

    17.6.1965
    ornette colemans CHAPPAQUA-SUITE-session, im trio mit izenzon und charles moffett und von einem von joseph tekula geleiteten orchester begleitet.

    vier albumseitenalange bewegungen durch colemans hybrides material, zu dem vor allem moffett immer wieder etwas neues einfällt, wobei die orchestereinlagen (von ornette komponiert) ein ziemlich konfuses störelement bilden, über das coleman hinwegspielt wie gewohnt. im letzten stück kommt der nuschelnde, recht vorsichtige gastauftritt vom „besten tenorsaxofonisten der welt“, wie coleman sanders bekanntlich genannt hat, fügt der musik aber auch nichts neues hinzu. den film, für dessen soundtrack das ganze eingespielt wurde, hätte man mit einem solchen allerdings gerne mal gesehen (es gibt ja einen vergleichbar schönen beitrag von coleman später zu NAKED LUNCH z.b.).

    keine zwei wochen später, am 28.6., steht sanders dann im line-up von john coltranes ASCENSION. und das ist dann ein anderes kapitel, mit den eckpfeilern LIVE IN SEATTLE, MEDITATION, OM, KULU SE MAMA, LIVE AT THE VILLAGE VANGUARD AGAIN, den neuerdings verfügbaren temple-university-aufnahmen, den japan-konzerten, sowie EXPRESSION, OLATUNJI CONCERT und COSMIC MUSIC. das kann man alles bei @gypsy-tail-wind nachlesen.

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    #10256109  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 4,762

    19.9.1966
    im juli war pharoah sanders mit dem ehepaar coltrane, jimmy garrison und rashied ali in japan, und nach ein paar weiteren konzerten in den usa wird er von don cherry zu dessen aufnahmen für blue note eingeladen – als klangfarbe neben dem festen tenoristen gato barbieri. mit diesem und henry grimes und ed blackwell hatte cherry schon den vorgänger COMPLETE COMMUNION eingespielt. neben sanders sind nun auch ein zweiter bassist (j.f. jenny-clarke) und karl berger (vib, p) dabei. die beiden teile der suite gehen deutlich von coltrane (stand ungefähr MEDITATION) aus, finden über etwas konfuse kollektivimprovisationen zu schönen momenten, die von berger und sanders (spielt im ersten teil ausschließlich piccoloflöte, und das nicht unbedingt auf präzision hin) ins schillern gebracht werden. der zweite teil legt an intensität und auch an hipness zu. sanders bekommt jetzt auch als tenorist soloraum und der wird ordentlich gefüllt. nach dem vergnüglichen blendwerk von barbieri (der darüber hinaus auch noch überdeutlich coltrane kopiert) ist es ganz wohltuend, wenn sanders erscheint und erstmal alles in grund und boden bläst.

    11.11.1966

    angeblich am tag des temple-university-konzerts mit coltrane nahm sanders auch noch das letzte blue-note-album von cherry auf. diesmal hat er barbieri in der band mit grimes und blackwell komplett ersetzt. das material ist ausgesprochen ornette-infiziert und sanders tut sein bestes, um die tonalen melodiefragmente hin und her zu schieben und sich mit cherry einen permanenten schlagabtausch zu liefern. er ist erstaunlich vertraut mit diesem umfeld und sorgt für ordentlich aufladung (grimes macht da sehr gut mit). unter den kurzen stücken ist „there is the bomb“ der höhepunkt, eine komposition, die mehr cherry als coleman ist und zu dem sanders ein ziemlich erdiges tenor hinzufügt (da treffen sich beide in der sentimentalen wertschätzung schöner melodien). auf dem langen „unite“ bringt er seine coltrane-band-erfahrung ein, in den ruhigen passagen greift er wieder zur piccoloflöte. das problem ist allerdings, dass cherry hier wenig emanzipiert scheint vom coleman-konzept. beide, cherry wie sanders, werden schon bald danach weltmusikaspekte in ihre musik integrieren.

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