Olivia Rodrigo – Sour

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  • #11683847  | PERMALINK

    sokrates
    Bound By Beauty

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    beatgenrollJens Balzer vom RS und die oft im DLF auftauchende Jenni Zylka haben das Rodrigo-Album am Samstag im Pop-Jahres-Rückblick 2021 als recht öde/langweilig abgetan.

    Das kann sein. Ich hoffe, Du erwartest nicht, dass mich das Namedropping als solches beeindruckt. Es gehört zum Klischee eines sog. „Kritikers“, dass er sich von dem, was die Masse goutiert, distanziert. Das könnte hier eine Rolle spielen, denn „Drivers License“ war ein größerer Hit.

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    „Weniger, aber besser.“ D. Rams
    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #11683861  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
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    Das wundert mich jetzt nicht (also Balzers und Zylkas Einschätzungen). Insgesamt kam das Album in den Kritikerjahreslisten aber gut weg. Es ist Mainstream Pop, aber sehr gut gemacht, mit memorablen Songs front to back, und Olivia bringt bei diesem Debüt schon eine Menge mit an Singer/Songwriter-Fähigkeiten und Persönlichkeit. Die künftige Taylor Swift der Gen Z?

    Klasse sind die „Live from Austin City Limits“ Performances, die man über YT verstreut findet, u.a.:

    Enough For You

    Traitor

    Favorite Crime

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    #11683869  | PERMALINK

    sokrates
    Bound By Beauty

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    Beiträge: 17,709

    Zustimmung, @herr-rossi. Man hat es ja auch in etlichen Jahresendlisten gesehen.

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    „Weniger, aber besser.“ D. Rams
    #11683889  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
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    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 78,721

    @ sokrates: Also bei Jens Balzer passt Olivias Musik einfach überhaupt nicht ins „Beuteschema“. Den Geschmack von Jenny Zylka kenne ich nicht so genau, aber die Zeiten, in der Kritiker das Erfolgreiche aus Prinzip ablehnte, ist nach meinem Eindruck lange vorbei. Und ich kann ehrlich gesagt auch verstehen, dass man eine 18-jährige, die auf musikalisch eher konventionellen Wegen über den ersten Liebesschmerz und das – für ihre Generation sehr typische – Ringen um ein positives Selbstbild singt, auch langweilig finden kann.

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    #11683911  | PERMALINK

    atom
    Moderator

    Registriert seit: 10.09.2003

    Beiträge: 20,379

    sokrates

    beatgenrollJens Balzer vom RS und die oft im DLF auftauchende Jenni Zylka haben das Rodrigo-Album am Samstag im Pop-Jahres-Rückblick 2021 als recht öde/langweilig abgetan.

    Das kann sein. Ich hoffe, Du erwartest nicht, dass mich das Namedropping als solches beeindruckt. Es gehört zum Klischee eines sog. „Kritikers“, dass er sich von dem, was die Masse goutiert, distanziert. Das könnte hier eine Rolle spielen, denn „Drivers License“ war ein größerer Hit.

    Dein Argument passt hier meines Erachtens nicht, denn beide haben zum Beispiel Lil Nas X in ihren jeweiligen Alben-Top 10s.

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    Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...
    #11684247  | PERMALINK

    jan-lustiger

    Registriert seit: 24.08.2008

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    Wir leben im Zeitalter des Poptimismus. Kulturgüter mit Massen-Appeal wurden von der Kritik wahrscheinlich nie so ernst genommen wie in den letzten ~8 Jahren (was Vorteile und Nachteile hat). Mich hat Sour jedenfalls überhaupt nicht überzeugt, weil ich die Songs schwach finde und die Attitüde auf Albumlänge ziemlich schnell ermüdend. Da finde ich Billie Eilishs Spiel mit der Apathie deutlich spannender.

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    #11684429  | PERMALINK

    sokrates
    Bound By Beauty

    Registriert seit: 18.01.2003

    Beiträge: 17,709

    herr-rossi@ sokrates: Also bei Jens Balzer passt Olivias Musik einfach überhaupt nicht ins „Beuteschema“. Den Geschmack von Jenny Zylka kenne ich nicht so genau, aber die Zeiten, in der Kritiker das Erfolgreiche aus Prinzip ablehnte, ist nach meinem Eindruck lange vorbei. Und ich kann ehrlich gesagt auch verstehen, dass man eine 18-jährige, die auf musikalisch eher konventionellen Wegen über den ersten Liebesschmerz und das – für ihre Generation sehr typische – Ringen um ein positives Selbstbild singt, auch langweilig finden kann.

    atom
    sokrates
    Dein Argument passt hier meines Erachtens nicht, denn beide haben zum Beispiel Lil Nas X in ihren jeweiligen Alben-Top 10s.

    Da mögt ihr beide Punkte haben. Kenne weder Balzer noch Frau Zylka. Mein Anliegen war eigentlich, den Doc darauf hinzuweisen, dass es ein leeres Argument ist, Kritikernamen in den Ring zu werfen.

    --

    „Weniger, aber besser.“ D. Rams
    #11709063  | PERMALINK

    plattensammler
    Dabble In Om - More Oomph! Charmebolzen

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    Elvis is cool! :good:

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    My V is for Vendetta Thought that I'd feel better But now I got a bellyache
    #11760057  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

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    Sour-Tour gestartet

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    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #11760085  | PERMALINK

    shanks
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    Noch 68x schlafen. :heart:

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    Kein Rush, keine Hurry, nur Intimacy
    #11760209  | PERMALINK

    herr-rossi
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    Beiträge: 78,721

    latho<a href=“https://www.nytimes.com/2022/04/06/arts/music/olivia-rodrigo-sour-tour-review.html

    „Complicated“ ist als Cover naheliegend, aber dass sie Veruca Salt covert … Ihre Mutter hat sie ja als Kind auch schon mal mit Motörhead geweckt:

    Olivia Rodrigo on Writing Songs, Visiting the White House, Rolling Stone Cover & Her Album Sour

    Von ihrem Grammy’s-Auftritt gibt es noch keinen Clip, aber das hier hatten wir auch noch nicht, oder?

    Olivia Rodrigo – traitor (Live From The American Music Awards, 11/2021)

    --

    #11763689  | PERMALINK

    shanks
    BCNR Friends Forever

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    In Vancouver gab es als allerletzte Zugabe Katy Perrys „The One That Got Away“.

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    Kein Rush, keine Hurry, nur Intimacy
    #11763809  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
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    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 78,721

    shanksIn Vancouver gab es als allerletzte Zugabe Katy Perrys „The One That Got Away“.

    Toll! Der Song von Katy, der bleibt.

    --

    #11763817  | PERMALINK

    thesidewinder

    Registriert seit: 17.03.2019

    Beiträge: 7,632

    Finde die Dame sehr sympathisch aber konnte bisher keinen Zugang zu ihrer Musik finden, trotz mehrfacher Versuche. Allerdings ging es mir anfangs mit Billie Eilish auch so, also besteht vielleicht noch Hoffnung.

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    #11823083  | PERMALINK

    shanks
    BCNR Friends Forever

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    Beiträge: 14,821

    Eindrücke vom Konzert am vergangenen Montag. Gewünscht von @herr-rossi ;-)

    Die Verti Music Hall gehört nicht gerade zu meinen liebsten Veranstaltungsorten. Seit meinem ersten Besuch konnte ich den Laden zum Glück meiden, jetzt muss ich notgedrungen innerhalb von zwei Wochen gleich dreimal dort hin. Eh clever für die erste Tour nur mittelgroße Hallen zu buchen, um so die Nachfrage noch weiter anzukurbeln, um dann im Herbst, spätestens aber zu Album #2, eine Arenatour hinterher zu schieben.

    Wir sind eine Stunde nach Einlass vor Ort, in der Regel ausreichend, um sich noch entspannt einen guten Platz vor der Bühne zu sichern. Heute reicht stattdessen das Ende der Schlange bis fast hinter die Mercedes Benz Arena. Dort findet ebenfalls eine Veranstaltung statt. Darts oder Basketball, so ganz genau kapieren wir das auch nicht. Ob wir uns denn hier richtig eingereiht haben, für Olivia Rodrigo, frage ich die jungen Frauen in rosa Cowboyhüten vor uns. Sie sind sich auch nicht zu 100% sicher, hoffen aber auf das Beste, zumal viele schnurstracks zum Eingang laufen, dann aber ganz schnell wieder zurückkommen. Irgendwann geht es, zumindest für einen Moment, plötzlich ganz schnell, weil auch viele der schon gut alkoholisierten Sportfreunde merken, sie stehen zwischen zumeist jungen Mädchen ganz falsch, und wir werden von einem gut gelaunten Ordner in Zickzack Reihen aufgestellt. Sehr zum Missfallen eines aufgeputschten DAZN Reporters. Er müsse doch hier seine Arbeit machen, blökt er und meint damit das Interviewen von grölenden jungen Burschen in lustigen Kostümen. Unser freundlicher Ordner auch. Diskussion beendet. Es geht nur noch schleppend voran und so stehen wir noch eine gute Stunde lang rum. Ich fange an, die komplett verrückten TikTok People, die schon am Abend zuvor ihre Schlafsäcke vor der Halle aufgeschlagen hatten, zu verstehen.

    Einige Meter vorm Eingang läuft es auf einmal. Kurzer Zwischenstop beim Merch. Zu hässlich und viel zu teuer, finden wir. Gut für meinen Geldbeutel aber, denn Vortags nach der triumphalen Rückkehr von My Chemical Romance im Velodrom habe ich schon viel zu viel Geld für T-Shirts und anderen Nippes ausgegeben. Also die Treppen rauf und rein in die bereits zu drei Vierteln gefüllte Halle, wo Baby Queen und ihre drei süßen Boys schon „Internet Religion“ spielen. Als sie als Support angekündigt wurde, hab ich mich noch darüber gefreut, sie endlich live zu sehen, jetzt aber merke ich, wie wenig mir ihre neuen Songs eigentlich geben. Außerdem nervt mich ihr ständiges Gefluche. Meine Rufe nach „Online Dating“ werden nicht weiter beachtet oder kommen erst gar nicht auf der Bühne an (später, beim großen „good 4 u“ Finale, als sie sich mit ihren Jungs unters Volk mischt und wir gemeinsam moshen, schließe ich Bella wieder in mein Herz). Ich stehe mit meiner Meinung allerdings alleine da, denn der Auftritt scheint allen zu gefallen und nach einer halben Stunde ist auch der letzte auf Betriebstemperatur. Dann heißt es aber erst mal wieder warten. 45 Minuten um genau zu sein. Reichlich Zeit also, um sich mit den netten Mädels hinter uns anzufreunden, die schon eher unserer Altersgruppe angehören. Ganz hinten erspähen wir den mutigen Teil der heute anwesenden Erziehungsberechtigten, alle anderen vertreiben sich die Zeit draußen im Gastrobereich. Die lange Wartezeit wird auch von einer Reihe Influencer genutzt, die sich inzwischen auf den Rängen niedergelassen haben, um sich von ihrem Fußvolk feiern zu lassen und Goodie Bags in die Menge zu werfen. Unsere neuen Freundinnen wissen über alle bestens Bescheid, Tenor eher abfällig. Ich vergesse die Namen sofort wieder.

    Viertel nach Neun geht das Licht aus und wir hören zunächst, na klar, „Olivia“ von One Direction. Man spürt wie die Aufregung nun ihren Höhepunkt erreicht. Dann endlich erklingen die ersten Takte von „brutal“, der Vorhang öffnet sich und es gibt kein Halten mehr. Die Bühne ist auf einmal kaum noch erkennbar, man blickt auf ein Meer aus Handys (beim Bild oben war es nicht mehr so schlimm). Mein Bierbecher ist und bleibt der einzige, der an diesem Abend durch die Luft fliegt. Die Nachricht kommt glücklicherweise an und viele Mobiltelefone vor uns wandern wieder in die Tasche.
    Beim meinem ersten und bis dato letzten Konzert in dieser schmucklosen Turnhalle war der Sound absolut beschissen, heute klingt alles wunderbar ausbalanciert, vielleicht eine Idee zu leise. Kann aber auch an uns liegen. Bis vor wenigen Wochen dachte ich noch bei Charli XCX das textsicherste und lauteste Publikum meiner Konzertlaufbahn erlebt zu haben. Gegen die versammelten Olivia Ultras können Charlis Angels aber sowas von einpacken. Jede Zeile, jedes Wort, vom ersten bis zum letzten Song, wird lautstark mitgesungen. Von mir natürlich auch. Hat ein bisschen was von Massenkaraoke. Bei „favorite crime“ stehen dann konsequenterweise Teile des Textes auf dem Vorhang hinter der Band und werden an den entsprechenden Stellen beleuchtet. Wenig überraschend stehen alle 11 Songs von „Sour“ auf der Setlist. Früh schon, an dritter Stelle nämlich, gibt es „drivers licence“. Dem Mädchen hinter mir bricht beim ersten Refrain die Stimme. Von der Traurigkeit der Studioaufnahme ist nur wenig übrig, Olivia intoniert den Song heute triumphierend.

    Begleitet wird sie auf dieser Tour von einer all female Band, die sich routiniert, aber mit sichtlich viel Spaß durch den Abend spielt. Damit das Vergnügen nicht schon nach einer halben Stunde vorbei ist, wird so mancher Song einfach etwas verlängert und so Raum für kurze Soloeinlagen geschaffen. Ein Angebot, das vor allem von der Schlagzeugerin gerne angenommen wird. Etwa nach der Hälfte schließt sich der Vorhang wieder und Olivia bleibt alleine mit Akustikgitarre zurück. Spätestens jetzt merkt man ihr an, dass sie noch kein abgewichster Showprofi ist. Wenn sie etwa über die Bühne tanzt wirkt das oft herrlich unbeholfen. Halt wie ein 18-jähriges Mädel, das plötzlich Popstar geworden ist.

    Wir Boomer freuen uns natürlich tierisch über die beiden Coversongs. Avril Lavignes „Complicated“ zum einen, seit Beginn der Tour fester Teil des Sets, und dann im zweiten Teil, als Premiere und allen Ernstes: „All the Things She Said“ von T.A.T.u. Wir rasten komplett aus. Bei den Jüngeren kommen beide Exkurse überraschend gut an. Dass der Gig keine Springsteen’schen Ausmaße annehmen wird, war zwar von vornherein klar, dennoch bin ich etwas traurig, als nach etwas mehr als einer Stunde und einem explosiven „good 4 u“ als Zugabe inkl. Konfetti- und. Papierschmetterlingregen auch schon das Saallicht angeht.

    Trotz der kurzen Dauer: Es war ein Riesenspaß und beim Rausgehen sieht man ausschließlich glückliche Gesichter (und vor der Halle besorgte Eltern). Unsere neuen BFF treffen wir dann bei unserem Lieblingsaraber am Kotti wieder und geraten noch mal ins Schwärmen, was zu dem Zeitpunkt für alle nur noch im Flüsterton möglich ist. ;-)

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