Musik im Wandel der Zeit: Wie Musik sich verändert

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  • #10621257  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
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    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 65,871

    go1
    War das so? Nun ja, ein Autor kann sich seine Rezeption nicht aussuchen.

    Das stimmt. Zumal ja meist nicht das Buch selbst rezipiert wurde, das tatsächlich differenzierter ist, sondern das in den Medien verbreitete Surrogat. Für seine These hatte er ja auch Belege, aber man muss manche Prämissen auch über das Buch hinaus in Frage stellen, zum Beispiel, ob sich Innovationen und Wandel wirklich immer in neuen Genres und Stunde-Null-Momenten zeigen müssen. Er zeigt das ja selbst in seinem Artikel zu Auto-Tune – welcher Schlüsselmoment „Believe“ war, erweist sich erst heute, 20 Jahre später.

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    #10621291  | PERMALINK

    gruenschnabel

    Registriert seit: 19.01.2013

    Beiträge: 5,112

    herr-rossi(…)aber man muss manche Prämissen auch über das Buch hinaus in Frage stellen, zum Beispiel, ob sich Innovationen und Wandel wirklich immer in neuen Genres und Stunde-Null-Momenten zeigen müssen.

    Ist ‚Innovation‘ als Begriff nicht nur dann sinnvoll, wenn der Begriff ‚Wandel‘ für eine Entwicklung nicht mehr ausreicht? Und braucht es für Ersteres nicht dann schon sowas wie einen belegbaren substanziell neuen künstlerischen Gestaltungsaspekt, der grundsätzlich dann auch einen „Stunde-Null-Moment“ haben muss?

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    #10621479  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 3,574

    lathoIch meinte, Reynolds hatte mich schon in Rip It Up etwas damit genervt, dass Musik „neu“ sein müsse.

    Danke. So verstehe ich Dich (obgleich wir anscheinend unterschiedliche Definitionen von „Kulturpessimismus“ haben). Mir war der Bezug rätselhaft, weil Rip It Up… und Retromania sehr verschiedene Bücher sind – aber klar, Reynolds Wertesystem, was Musik angeht, hat sich nicht verändert.

    herr-rossi

    go1
    War das so? Nun ja, ein Autor kann sich seine Rezeption nicht aussuchen.

    Das stimmt. Zumal ja meist nicht das Buch selbst rezipiert wurde, das tatsächlich differenzierter ist, sondern das in den Medien verbreitete Surrogat. Für seine These hatte er ja auch Belege, aber man muss manche Prämissen auch über das Buch hinaus in Frage stellen, zum Beispiel, ob sich Innovationen und Wandel wirklich immer in neuen Genres und Stunde-Null-Momenten zeigen müssen. Er zeigt das ja selbst in seinem Artikel zu Auto-Tune – welcher Schlüsselmoment „Believe“ war, erweist sich erst heute, 20 Jahre später.

    Wie gruenschnabel denke ich auch, dass man zwischen Neuerung und Veränderung/Wandel unterscheiden muss. In Retromania schreibt Reynolds ja auch vom „Wandel“ innerhalb der Popkultur: im Sinne einer Bewegung innerhalb fixer Koordinaten, die nirgendwo hinführt, im Unterschied zu jenem Aufbruch ins Unbekannte, jener Erschließung von Neuland (neuen Gestaltungsaspekten), die er aufregend findet. Wahrscheinlich müsste man das aber an Beispielen diskutieren und nicht abstrakt. 2011 war es für ihn noch eine offene Frage, was denn die klangliche „Signatur unserer Zeit“ im 21. Jahrhundert sein könnte, und diese Frage hat er jetzt beantwortet. Aber vielleicht war auch nicht absehbar, dass sich dauerhafte künstlerische Praktiken um Auto-Tune herum etablieren würden (der Hersteller selbst hat es jedenfalls nicht vorhergesehen).

    --

    To Hell with Poverty
    #10621961  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 29,717

    go1
    Danke. So verstehe ich Dich (obgleich wir anscheinend unterschiedliche Definitionen von „Kulturpessimismus“ haben). Mir war der Bezug rätselhaft, weil Rip It Up… und Retromania sehr verschiedene Bücher sind – aber klar, Reynolds Wertesystem, was Musik angeht, hat sich nicht verändert.
    […]

    Rossi schrieb, dass das Buch sich von den damals veröffentlichten Essays unterscheidet. Das kann ich nicht beurteilen, da ich Retromania selber nicht gelesen habe, nur die Essays, die ungefähr zeitgleich zu dem Thema herauskamen.

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    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #10622041  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 65,871

    gruenschnabelIst ‚Innovation‘ als Begriff nicht nur dann sinnvoll, wenn der Begriff ‚Wandel‘ für eine Entwicklung nicht mehr ausreicht? Und braucht es für Ersteres nicht dann schon sowas wie einen belegbaren substanziell neuen künstlerischen Gestaltungsaspekt, der grundsätzlich dann auch einen „Stunde-Null-Moment“ haben muss?

    Ohne Innovationen kein Wandel, aber Innovationen können auch erst wirken, wenn die Zeit reif ist, wenn sie auf fruchtbaren Boden fallen. Bedingt sich beides also wechselseitig. Als „Stunde-Null-Moment“ würde ich bezeichnen, wenn sich eine lokale oder regionale Szene in dem Bewusstsein und mit dem Willen bildet, etwas oder alles anders machen zu wollen als das, was die Musiklandschaft gerade dominiert. UK 1976/77 ist sicher das Beispiel, an das die meisten dabei sofort denken. Oder Bad Salzuflen Mitte der Achtziger Jahre, die DIY-Szene um das zu seinerzeit kaum bemerkte „Fast Weltweit“-Label, die dann ganz wesentlich die „Hamburger Schule“ der Neunziger mitprägte.:)

    (Aber bitte, bitte, bitte an dieser Stelle nicht schon wieder die „Punk“-Debatte, lasst uns in der Gegenwart bleiben …)

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