Musik im Wandel der Zeit: Wie Musik sich verändert

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  • #11725031  | PERMALINK

    august-ramone
    Ich habe fertig!

    Registriert seit: 19.08.2005

    Beiträge: 58,926

    herr-rossi

    stormy-mondaySpannende Frage, ob es zu Billie in ein paar Jahren eine Umfrage gibt. Und wie viele dann teilnehmen.

    Wieso treibt einen eigentlich so sehr die Frage um, was in Zukunft sein wird? Ich habe das noch nie verstanden, für mich findet Musik erstmal im Hier und Jetzt statt. Wenn man Musik nur noch in Kategorien von Langzeitwirkung hört, wo bleibt da die Gegenwart? Hast Du Dir 1969 schon einen Kopf darum gemacht, ob man das alles auch noch in 50 Jahren toll und wichtig finden wird, was Dich damals begeisterte?
    Bei den Umfragen hier gilt der Erfahrungswert – je altvertrauter der Künstler oder die Band, desto mehr Teilnehmer. Das hat aber wiederum schlichte biographische Gründe. Warum wird dieser Aspekt in Euren Argumentationen grundsätzlich außer Betracht gelassen? Da ist „die Musik“ immer eine fixe Größe, losgelöst von Raum und Zeit, von persönlichen Biographien und kommunikativen Zusammenhängen.
    Hat 1969 irgendwen interessiert, ob für die damaligen 50-/60-somethings diese „Musik für junge Leute“ wichtig und bedeutend war? Hat sich Dein Dad oder Dein Opa gedacht, „hach, Erdbeerfelder für immer“? Wahrscheinlich hast Du jetzt die eine Ausnahme erwischt, aber 99% der Älteren kannten damals selbst von den Beatles doch maximal „Yeah Yeah Yeah“ und „Yesterday“ und dachten sich „lass mich bloß in Ruhe mit dieser Hottentottenmusik“. Von den Stones, Dylan usw. mal ganz abgesehen. Aber heute verlangen „Oldies“, dass ihnen immer noch aktuelle Songs von links und rechts um die Ohren fliegen sollen, die für sie ohne eigene Anstrengung des Auf-dem-Laufenden-bleiben als ground breaking identifizierbar sind, und von denen ihnen sofort jugendliche Ekstase in die Knochen fahren soll. Quasi akustisches Viagra. Ist das nicht ein seltsamer Anspruch?

    Der Boomer ist jetzt vorläufig mal raus, will ja nicht stören.

    Ach was. Ich habe nur das Gefühl, dass die Diskussion immer wieder am Nullpunkt beginnt. Da kann man lange Argumente und Differenzierungen austauschen, aber am Ende ist der nächste Klickbait-Artikel auf irgendeinem Nachrichtenportal, wonach amerikanische Wissenschaftler jetzt rausgefunden haben, dass Kühe mehr Milch geben, wenn man ihnen Musik von 1972 statt von 2022 vorspielt, dann doch das, wo viel Wahres dran ist.:)

    Gute Gedanken.

    In den 70ern/80ern wartete ich auch täglich auf neue Musik, die nächste Single, der nächste Track, die nächste Band. Irgendwann hat das dann aufgehört bzw. es reduzierte sich auf wenige Acts und Songs. Heute warte ich da auf nichts mehr. Sicher ein Fehler, aber ich habe so viel Gewohntes noch zu hören (und zu entdecken), siehe auch meine Sendungen auf Radio Stone FM.
    Ich kümmere mich nicht aktiv um neue Musik, höre allerdings gerne zu wenn zufällig was auf mich zukommt.

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    http://www.radiostonefm.de/ Wenn es um Menschenleben geht, ist es zweitrangig, dass der Dax einbricht und das Bruttoinlandsprodukt schrumpft.
    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #11725119  | PERMALINK

    onkel-tom

    Registriert seit: 23.02.2007

    Beiträge: 39,664

    Abseits der Charts gibt es für mich auch heute noch viel interessante Musik. Aber von den Top100 sind für mich meist maximal 20 Titel anhörbar.

    --

    Gewinnen ist nicht alles, gewinnen ist das einzige.
    #11725139  | PERMALINK

    krautathaus

    Registriert seit: 18.09.2004

    Beiträge: 24,734

    Welche Charts?

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    “It's much harder to be a liberal than a conservative. Why? Because it is easier to give someone the finger than a helping hand.” — Mike Royko
    #11725145  | PERMALINK

    onkel-tom

    Registriert seit: 23.02.2007

    Beiträge: 39,664

    Ägypten?

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    Gewinnen ist nicht alles, gewinnen ist das einzige.
    #11725157  | PERMALINK

    pheebee
    den ganzen Tag unter Wasser und Spaß dabei

    Registriert seit: 20.09.2011

    Beiträge: 28,668

    krautathausWelche Charts?

    Die, die Heino Wirth von der Polydor immer „Hitparade“ nannte, wenn er die neuesten Charts gemeint hat.

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    Ever tried. Ever failed. No matter. Try Again. Fail again. Fail better. Samuel Beckett
    #11771723  | PERMALINK

    stormy-monday
    verdreckter Hilfssheriff

    Registriert seit: 26.12.2007

    Beiträge: 17,142

    Snoop Dog mit eigener Streaming- App

    zuletzt geändert von stormy-monday

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    Hellhounds in my passway
    #11771727  | PERMALINK

    dustcrawling
    braucht kein hashtag

    Registriert seit: 15.03.2013

    Beiträge: 647

    @stormy-monday ich glaube das ist kein Tippfehler, ca. 70% des Gewinns gehen an die 3 größten Plattenfirmen, hatte kürzlich sowas gelesen, ich suche  mal die Quelle….

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    a dime a dozen aren't we just? - but a dozen dimes will buy a crust of garlic bread - Jetzt schon mehr als 600 Qualitätsposts
    #11771729  | PERMALINK

    stormy-monday
    verdreckter Hilfssheriff

    Registriert seit: 26.12.2007

    Beiträge: 17,142

    Du hast Recht und ich habe editiert. Andere Quelle:

    Im ‚Drink Champs‘-Podcast erklärte der Star: „Das erste, was ich getan habe, war, all die Musik von diesen Plattformen zu schnappen, die den Leuten traditionell bekannt sind, weil diese Plattformen nicht bezahlen. Diese Plattformen bekommen Millionen von Millionen von Streams und niemand außer den Plattenfirmen verdient damit Geld.“

    Jetzt sucht Snoop – der neben Dre und 2Pac dazu beigetragen hat, den legendären Status des Labels zu sichern – nach anderen Optionen für die Zukunft, denn natürlich will er die Fans nicht einfach ohne die Musik von Death Row stehen lassen. Deshalb hat er sich etwas Besonderes überlegt. Er fügte hinzu: „Was ich also tun wollte, ist, meine Musik wegzuschnappen und eine Plattform ähnlich wie Amazon, Netflix und Hulu zu schaffen. Es wird eine Death Row-App sein und die Musik wird in der Zwischenzeit im Metaversum leben.“

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    Hellhounds in my passway
    #11771733  | PERMALINK

    dustcrawling
    braucht kein hashtag

    Registriert seit: 15.03.2013

    Beiträge: 647

    Hier war die Quelle, ich glaube der link war von einem anderen Fori.  :good:

    --

    a dime a dozen aren't we just? - but a dozen dimes will buy a crust of garlic bread - Jetzt schon mehr als 600 Qualitätsposts
    #11783597  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 80,117

    Touren in der Pandemie – ein unkalkulierbares Risiko. Und Musiker, die offenlegen, dass sie bei Tourneen draufzahlen, erhalten noch Weisheiten wie „Sleep. In. The. Van.“ kostenlos dazu, denn Betten sind ein übertriebener Luxus. Trotz aller Krokodilstränen über die marginalen Margen der Streaming-Dienste sind wir doch zu gerne geneigt, Musikern erklären zu wollen, dass sie zum Leben nicht mehr brauchen als die Musik und bitte unseren inneren Idealismus auszuleben haben.

    Adam Neely: How we almost lost $17,000 on tour

    Wobei auch Neely betont, dass das Glücksgefühl des Spielens vor Publikums der Antrieb für Musiker bleibt. Und er ist einer der Pioniere, die die Chancen des digitalen Zeitalters für Musiker erkannt und neue Geschäftsmodelle entwickelt haben. Ebenso wie seine englische Kollegin Mary Spender, die kürzlich ihre Erfahrungen zusammenfasste:

    Mary Spender: This Simple Advice Changed My Music Career

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    #11783929  | PERMALINK

    plattensammler
    Dabble In Om - More Oomph! Charmebolzen

    Registriert seit: 11.05.2019

    Beiträge: 3,350

    1000 Fans, die alles kaufen, was man raus bringt. Geniales Konzept! :-)

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    My V is for Vendetta Thought that I'd feel better But now I got a bellyache
    #11783969  | PERMALINK

    nicht_vom_forum

    Registriert seit: 18.01.2009

    Beiträge: 4,881

    herr-rossiTouren in der Pandemie – ein unkalkulierbares Risiko. Und Musiker, die offenlegen, dass sie bei Tourneen draufzahlen, erhalten noch Weisheiten wie „Sleep. In. The. Van.“ kostenlos dazu, denn Betten sind ein übertriebener Luxus. Trotz aller Krokodilstränen über die marginalen Margen der Streaming-Dienste sind wir doch zu gerne geneigt, Musikern erklären zu wollen, dass sie zum Leben nicht mehr brauchen als die Musik und bitte unseren inneren Idealismus auszuleben haben.

    Und es ist (leider) nicht neu. Ich habe mich schon vor rund 20 Jahren mit einem befreundeten Musiker unterhalten und der Tenor war, dass nicht-prominente Musiker ein grundlegendes Problem damit haben, von ihren potentiellen Auftraggebern (es ging um Hochzeiten, Weinfeste etc.) angemessen bezahlt zu werden. Die Hauptschwierigkeiten sind wohl erstens, den Unterschied zwischen einem Profi-Musiker (Neely: „It is a job“) und dem gitarrespielenden fünfzehnjährigen Neffen klarzumachen, und zweitens, zu vermitteln, dass es nunmal prinzipbedingt nicht billig ist, vier Leute samt Ausrüstung für einen kompletten Abend zu bezahlen (egal in welchem Beruf).

    --

    Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away.  Reality denied comes back to haunt. Philip K. Dick
    #11784091  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 35,294

    herr-rossi[…]
    Ebenso wie seine englische Kollegin Mary Spender, die kürzlich ihre Erfahrungen zusammenfasste:
    Mary Spender: This Simple Advice Changed My Music Career

     
    Nette Person im übrigen, mit einer Stimme, die mir gefällt:

    oder hier:

    zuletzt geändert von latho

    --

    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #11786261  | PERMALINK

    radiozettl

    Registriert seit: 07.08.2013

    Beiträge: 12,888

    krautathaus Ein springender Punkt wurde in dem Artikel nicht angesprochen: neben der Weigerung großer Labels eine Menge Geld in „unbekannte Terrians“ zu investieren, hat sich die Rezeption von Musik in den letzten Jahrzehnten aufgrund der immer individuelleren und punktgenaueren Verfügung verändert, sodass es zu diesen Massenphänomenen und Millionensellern kaum noch kommt, vor allem nicht mehr auf Albumlänge, da ändern auch die neuen von Adele, Eilish, Sheeran oder ABBA nichts daran. Als Verbraucher hat sich jedenfalls die Rezeptionsmöglichkeit von Musik nicht verschlechtert, ganz im Gegenteil. Nicht daran zu denken, man hätte schon in den 70/80/90er solch einen schnellen und individuellen Zugriff auf Neuveröffentlichungen gehabt, wie heute. Dann hätte man einige erst später entdeckte nicht so bekannte Künstler, in ihrer Prime erleben können.

    Die Weigerung der Labels, Geld in die Popularisierung neuer Nischen zu investieren und stattdessen fast nur noch auf alte Stars zu setzen, gibt es in dieser Form seit den frühen 00er Jahren. Ergebnis: Nischen blieben Nischen, Crossover fand kaum statt und der Mainstream wurde uninteressant für alle, die sich die Mühe machen wollten, stattdessen etwas zu hören, was sie interessant finden.
    Und inzwischen ist das große Geld in der Musikindustrie nur noch im Publishing alter Hits, weil Coverbands überall diese Sachen spielen.
    Zu Tiktok und viralen Videos kann ich nix sagen: es ist mir zu stressig, mithalten zu wollen, was es dort für interessante Musik gibt.
    Algorithmen verhindern effektiv den Crossover zwischen den Subkulturen, die zuhause vor den Screens sitzen. Dein Nachbar könnte die tollste Musik hören, aber nur per Kopfhörer bekommst Du davon nix mit ;-)

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    #11786339  | PERMALINK

    nicht_vom_forum

    Registriert seit: 18.01.2009

    Beiträge: 4,881

    Die Aussagen zum Crossover würde ich so nicht unterschreiben – eher im Gegenteil. Der Mainstream bedient sich hinsichtlich Klangfarben und Rhythmen in allen musikalischen Subkulturen, Künstler haben Gastauftritte quer durch die Stile und die strikte Trennung der Genres wie früher ist bei den Fans im Grunde überholt. Sowas wie „Walk this way“ würde doch heute niemanden mehr überraschen.

    --

    Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away.  Reality denied comes back to haunt. Philip K. Dick
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