Motörhead

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  • #11844335  | PERMALINK

    ford-prefect
    Feeling all right in the noise and the light

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 8,388

    pfingstluemmelWarum wundert man sich, wenn man als Manager/Promoter den Dienstboten für den Künstler machen muss? Das ist die selbstgewählte Aufgabe.

    Ich war nicht dabei, aber wie sich das Interview liest, war wohl die Art und Weise, wie Lemmylein sein Begehren zum Ausdruck brachte, was der Promoterin missfiel.

    Einmal sollen die sich so im Auto der Managerin gefetzt haben, dass sie Lemmy an der Raststätte Lorsch an der A67 (dort in der Nähe wohne ich übrigens) rauswarf und ihn erst wieder mitnehmen wollte, so Dörrie dem Motörhead-Manager gegenüber, wenn sich Lemmy bei ihr entschuldigte. Nach ein paar Stunden fuhr sie zurück zur Raststätte, um den im dortigen Restaurant wartenden Lemmy wieder einzusammeln.

    zuletzt geändert von ford-prefect

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    An old beat-up guitar just sounds better
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    #11844413  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 80,143

    bullittOK, also ich benutze den Begriff noch nach Wikipedia und Duden und nicht nach youtube, vielleicht mein Fehler.

    Ja, gerne, dann lesen wir doch mal kurz den letzten Satz der Einleitung des (insgesamt sehr lesenswerten!) Wikipedia-Artikels: „By 2021, woke had become used almost exclusively as a pejorative, with most prominent usages of the word taking place in a disparaging context.“

    Ich meine natürlich den englischen Artikel: https://en.wikipedia.org/wiki/Woke

    Die Wörterbücher haben „woke“ erst vor kurzem aufgenommen, weil das Wort erst in den vergangenen Jahren in allgemeinen Gebrauch gelangt ist. Die Dynamik des Sprachgebrauchs macht es aber grundsätzlich schwierig bis unmöglich, zu einem solch frühen Zeitpunkt eine „richtige“ – also intersubjektive, allgemein anerkannte – Bedeutung eines Wortes herauszufiltern, die man in einem kurzen Satz zusammenfassen könnte, insbesondere bei einem so politisch aufgeladenen Wort. Insofern halte ich den Duden für eine nicht hilfreiche Adresse, um das Wort zu erklären bzw. zu verstehen (die dort gegebene Etymologie scheint mir auch schlicht falsch zu sein).

    Ernst gemeinte Frage, welches Vokabular schlägst du vor, um radikalen, linke Aktivismus aus den USA zu kritisieren, ohne als Trumpist dazustehen? Das ist nämlich genau das Problem.

    Mein Lösungsansatz wäre ja, sich einfach mal aus der Fixierung auf dieses von Medien und interessierten politischen Kreisen völlig überdimensioniert aufgeblasene Problem zu lösen …

    Um den Bogen zu Lemmy zurückzuschlagen: Ist der ganze Appeal seiner Persona nicht, einen F*** auf das zu geben, was Leute sagen und meinen? Wieso müssen denn jetzt auf einmal alle toll finden, was seinen Lebensstil ausmachte? Braucht der nicht zwingend den Gegenwind? Anders gesagt: Was genau ist in dieser Hinsicht dann so schlimm an (vermuteter) Kritik von „radikalen linken Aktivisten“? Viel Feind, viel Ehr, sagte man früher.

    --

    #11844741  | PERMALINK

    bullitt

    Registriert seit: 06.01.2003

    Beiträge: 20,278

    herr-rossi

    bullittOK, also ich benutze den Begriff noch nach Wikipedia und Duden und nicht nach youtube, vielleicht mein Fehler.

    Ja, gerne, dann lesen wir doch mal kurz den letzten Satz der Einleitung des (insgesamt sehr lesenswerten!) Wikipedia-Artikels: „By 2021, woke had become used almost exclusively as a pejorative, with most prominent usages of the word taking place in a disparaging context.“ Ich meine natürlich den englischen Artikel: https://en.wikipedia.org/wiki/Woke

    Noch besser ist es natürlich, den gesamten Artikel zu lesen, wonach es so ist, wie ich es bereits beschrieben habe. Die Tradition als Selbstbezeichnung ist jedenfalls deutlich  länger als die Reflexion als Spott-Begriff, was hier jetzt mehrfach  bestritten wurde. Dass es letztere auch gibt, ist mir natürlich klar, weil ich die ja bewusst auch so verwende:

    „parts of the political center and right wing in several Western countries were using the term woke, often in an ironic way, as an insult for various progressive or leftist movements and ideologies perceived as overzealous, performative, or insincere. (…).In this pejorative sense, woke means „following an intolerant and moralising ideology.“

    Ich sehe mich im „political center“ und ich sehe die ideologische Züge, wie sie dort beschrieben. Insofern sehe ich keinen Grund, mich von meiner Verwendung zu distanzieren. Wer sich selbst als „erleuchtete“ moralisierenden und missionierenden Instanz inszeniert, darf sich über Spott nicht beklagen. Das ist imo ein fundamentaler Unterschied zum von dir genannten Begriff „Gutmensch“, den man viel eher als „Kampfbegriff“ etikettieren kann, weil er von außen kommt.

    Ich  habe im selben Satz übrigens auch das Gendersternchen ironisch eingesetzt, was ich mir von (Achtung allgemeine Triggerwarnung) Ulf Poschardt abgeschaut habe, der nur dann gendert, wenn er das gendernde Milieu beschreibt. Ist das dann auch eine „konservative Umdeutung“, von der sich dann alle distanzieren? Wäre ja praktisch.

    Ernst gemeinte Frage, welches Vokabular schlägst du vor, um radikalen, linke Aktivismus aus den USA zu kritisieren, ohne als Trumpist dazustehen? Das ist nämlich genau das Problem.

    Mein Lösungsansatz wäre ja, sich einfach mal aus der Fixierung auf dieses von Medien und interessierten politischen Kreisen völlig überdimensioniert aufgeblasene Problem zu lösen …

    Ignorieren fällt zunehmend schwer, weil es dafür zu viele reale Bezugspunkte gibt, wie gerade die Debatte um „Layla“ zeigt. Ich finde es richtig, schon bei Anflügen von Zensur höllisch aufzupassen und es zu thematisieren, egal aus welcher Richtung diese Vorstöße kommen.

    Um den Bogen zu Lemmy zurückzuschlagen: Ist der ganze Appeal seiner Persona nicht, einen F*** auf das zu geben, was Leute sagen und meinen? Wieso müssen denn jetzt auf einmal alle toll finden, was seinen Lebensstil ausmachte? Braucht der nicht zwingend den Gegenwind? Anders gesagt: Was genau ist in dieser Hinsicht dann so schlimm an (vermuteter) Kritik von „radikalen linken Aktivisten“? Viel Feind, viel Ehr, sagte man früher.

    Das sind wir ja vollkommen einer Meinung. Ich bin es ja nicht, der Lemmy hier zum Saubermann erklären will. :)

    --

    #11844805  | PERMALINK

    close-to-the-edge

    Registriert seit: 27.11.2006

    Beiträge: 25,668

    Wenn man der Neuen Rechten gefallen will, muss man ja inzwischen auch ein bisschen „woke“ sein. Ich glaube, der Poschardt macht da inzwischen einen ganz guten Job, verglichen mit Leuten wie Tichy, Broder oder Jörges, die ganz schön verstaubt wirken, seit ihnen die FDP abhanden gekommen ist.

    --

    #11844821  | PERMALINK

    nicht_vom_forum

    Registriert seit: 18.01.2009

    Beiträge: 4,883

    bullitt
    Ich sehe mich im „political center“

    In welchem Land denn? Wenn man die, m. E. hier naheliegende, US-Definition (oder „western countries“ wie Polen und Ungarn) zugrunde legt, wird daraus für hierzulande ja schon „rechtskonservativ“. Ohne Angabe eines Landes ist diese Aussage dagegen ziemlich wertlos.

    der nur dann gendert, wenn er das gendernde Milieu beschreibt.

    Das ist aber auch clever… Von so viel rhetorischer Kunstfertigkeit könnte ja selbst Cicero noch was lernen.

    Ignorieren fällt zunehmend schwer, weil es dafür zu viele reale Bezugspunkte gibt, wie gerade die Debatte um „Layla“ zeigt.

    Das ist doch ein komplettes Sommerlochthema. Mir fällt wirklich schwer, das „wehret den Anfängen“ von Leuten ernstzunehmen, die über solche Stöckchen springen.

    zuletzt geändert von nicht_vom_forum

    --

    Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away.  Reality denied comes back to haunt. Philip K. Dick
    #11844839  | PERMALINK

    fifteenjugglers
    war mit Benno Fürmann in Afghanistan

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 11,322

    nicht_vom_forum

    bullittder nur dann gendert, wenn er das gendernde Milieu beschreibt.

    Das ist aber auch clever… Von so viel rhetorischer Kunstfertigkeit könnte ja selbst Cicero noch was lernen.

     
    :-)

    --

    "Don't reach out for me," she said "Can't you see I'm drownin' too?"
    #11844857  | PERMALINK

    nicht_vom_forum

    Registriert seit: 18.01.2009

    Beiträge: 4,883

    bullittwas ich mir von (Achtung allgemeine Triggerwarnung) Ulf Poschardt abgeschaut habe, der nur dann gendert, wenn er das gendernde Milieu beschreibt.

    Nach nochmaligem Lesen ist es ja fast deprimierend, wie knapp das daran vorbeischrammt, einfach anständig, respekt- und rücksichtsvoll zu sein: Die Leute, denen gendern wichtig ist, spricht man gegendert an, so wie sie es wünschen, und die, denen es egal ist, eben nicht.

    Stattdessen lieber billige rhetorische Tricks, die noch nichtmal auffallen, wenn nicht explizit darauf hingewiesen wird.

    --

    Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away.  Reality denied comes back to haunt. Philip K. Dick
    #11844999  | PERMALINK

    stormy-monday
    verdreckter Hilfssheriff

    Registriert seit: 26.12.2007

    Beiträge: 17,155

    Zum Thema passend diese sehr geile Doku über Schlingensief in der ARD. Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir
    Hart, mehr als 2 Stunden. Jede Sekunde wert, wenn man ihn abkann.

    --

    Hellhounds in my passway
    #11845021  | PERMALINK

    august-ramone
    Ich habe fertig!

    Registriert seit: 19.08.2005

    Beiträge: 58,982

    War sehr gut.

    --

    http://www.radiostonefm.de/ Wenn es um Menschenleben geht, ist es zweitrangig, dass der Dax einbricht und das Bruttoinlandsprodukt schrumpft.
    #11845031  | PERMALINK

    bullitt

    Registriert seit: 06.01.2003

    Beiträge: 20,278

    nicht_vom_forum

    bullittwas ich mir von (Achtung allgemeine Triggerwarnung) Ulf Poschardt abgeschaut habe, der nur dann gendert, wenn er das gendernde Milieu beschreibt.

    Nach nochmaligem Lesen ist es ja fast deprimierend, wie knapp das daran vorbeischrammt, einfach anständig, respekt- und rücksichtsvoll zu sein: Die Leute, denen gendern wichtig ist, spricht man gegendert an, so wie sie es wünschen, und die, denen es egal ist, eben nicht.

    Genau so respekt- und rücksichtsvoll wie umgekehrt eben auch. Da fragt auch keiner nach, was man wünscht. Deshalb kurz andeuten, dass man erfolgreich belehrt wurde, und dann die letzte Abfahrt zur Verächtlichmachung nehmen.🙂👍🏻 Und nein, im Kontext funktioniert das prima ganz ohne Erklärung.

    --

    #11845151  | PERMALINK

    nicht_vom_forum

    Registriert seit: 18.01.2009

    Beiträge: 4,883

    bullitt
    Genau so respekt- und rücksichtsvoll wie umgekehrt eben auch. Da fragt auch keiner nach, was man wünscht.

    Ein Wettbewerb in Kleingeistigkeit und Borniertheit. Play stupid games, win stupid prizes.
    Danke, ich verzichte.

    Deshalb kurz andeuten, dass man erfolgreich belehrt wurde, und dann die letzte Abfahrt zur Verächtlichmachung nehmen.🙂👍🏻

    Wer’s braucht.

    --

    Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away.  Reality denied comes back to haunt. Philip K. Dick
    #11845193  | PERMALINK

    bullitt

    Registriert seit: 06.01.2003

    Beiträge: 20,278

    nicht_vom_forum

    bullitt
    Genau so respekt- und rücksichtsvoll wie umgekehrt eben auch. Da fragt auch keiner nach, was man wünscht.

    Ein Wettbewerb in Kleingeistigkeit und Borniertheit. Play stupid games, win stupid prizes.

    Genau, man passt sich den Gegebenheiten halt so gut es geht an. 👌🏼

    --

    #11846343  | PERMALINK

    ford-prefect
    Feeling all right in the noise and the light

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 8,388

    Über die Diskrepanz, ob man als Feministin gleichzeitig Fan von Motörhead sein kann, schrieb die Female-Punk-Band Half Girl 2013 den Song „Lemmy, I’m a Feminist“. Das Musikvideo dazu drehte Jörg Buttgereit:

    zuletzt geändert von ford-prefect

    --

    An old beat-up guitar just sounds better
    #11846353  | PERMALINK

    wa
    The Horst of all Horsts

    Registriert seit: 18.06.2003

    Beiträge: 23,994

    Wo könnte eine Diskussion über „Wokeness“ besser aufgehoben sein als in einem Thread über die Band eines sexistischen Nazi- Devotionalienensammlers?

    zuletzt geändert von wa

    --

    What's a sweetheart like me doing in a dump like this?
    #11846577  | PERMALINK

    bullitt

    Registriert seit: 06.01.2003

    Beiträge: 20,278

    waWo könnte eine Diskussion über „Wokeness“ besser aufgehoben sein als in einem Thread über die Band eines sexistischen Nazi- Devotionalienensammlers?

    Genau der Post hat mir hier noch gefehlt, danke. 😄🤦🏻‍♂️ Als nächstes zettele ich dann eine Diskussion über „toxische Männlichkeit“ im Stones-Thread an, dann explodiert das Forum.

    ford-prefectÜber die Diskrepanz, ob man als Feministin gleichzeitig Fan von Motörhead sein kann, schrieb die Female-Punk-Band Half Girl 2013 den Song „Lemmy, I’m a Feminist“. Das Musikvideo dazu drehte Jörg Buttgereit:

    2013 ist lange her. 2022 wird eine linke, lesbische Feministin wie Kathleen Stock vom woken Mob gelyncht.

    --

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