Miles Davis und Wayne Shorter …

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  • #12047  | PERMALINK

    julia

    Registriert seit: 31.01.2003

    Beiträge: 169

    …ist das Thema meiner Hausarbeit. Die „wichtige“ Phase von 1964 bis etwa 1968/69.

    Was haltet ihr von der Miles Davis Biografie, Miles‘ Schreibstil?

    Kennt jemand von Euch die Shorter-Bio von Michelle Mercer, wenn ja, wie finder ihr diese?

    Ich habe bis jetzt irgendwie Probleme, das „Wesen“ Wayne Shorters zu erfassen, kann seine musikalische Eigenheit (nicht negativ gemeint!) noch nicht so ganz erfassen.

    Vielleicht ist das ganze Thema auch ein bisschen zu hoch gegriffen.

    Hat sich jemand von Euch schon mal intensiver damit auseinander gesetzt?

    Freue mich über Antworten.

    --

    Bin ich jetzt depressiv, weil ich Popmusik höre oder höre ich Popmusik, weil ich depressiv bin ? ;-) (H.F.)
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    #5579925  | PERMALINK

    atom
    Moderator

    Registriert seit: 10.09.2003

    Beiträge: 17,755

    Julia

    …ist das Thema meiner Hausarbeit. Die „wichtige“ Phase von 1964 bis etwa 1968/69.

    Was haltet ihr von der Miles Davis Biografie, Miles‘ Schreibstil?

    Welche Biographie meinst du? Meinst du die „Autobiographie“ von Davis/Troupe?
    Ich halte nicht besonders viel von dieser „Autoiographie“. Als Hauptschreiber tritt eher Quincy Troupe auf. Dennoch solltest du diese Ausgabe gelesen haben. Zusätzlich empfehle ich dir „Miles Davis. The Defiitive Biography“ von Ian Carr und die Artikelsammlung „The Miles Davis Companion. Four Decades Of Commentary“, welche von Gary Carner herausgegeben wurde. Hier hast du den Vorteil, dass du auf eine Vielzahl von wichtigen Zeitschriftenartikeln zurückgreifen kannst.

    Kennt jemand von Euch die Shorter-Bio von Michelle Mercer, wenn ja, wie finder ihr diese?

    Es gibt leider nicht so viel Literatur über Shorter, so dass du diese für eine Hausarbeit durchaus mit heranziehen solltest. Je mehr du liest und zitieren kannst, desto besser.
    Edit: Für den von dir gesetzten Schwerpunkt ist auch „The Miles Davis Quintet of the mid 60s“ von Todd Coolman sehr empfehlenswert.

    Ich habe bis jetzt irgendwie Probleme, das „Wesen“ Wayne Shorters zu erfassen, kann seine musikalische Eigenheit (nicht negativ gemeint!) noch nicht so ganz erfassen.

    Was kennst du bereits von Shorter? Seine wichtigsten Sessions für Blakey, seine Solo Alben und seine Alben für Davis solltest du mindestens kennen.

    --

    Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...
    #5579927  | PERMALINK

    julia

    Registriert seit: 31.01.2003

    Beiträge: 169

    atomWelche Biographie meinst du? Meinst du die „Autobiographie“ von Davis/Troupe?.

    Ja.

    Was kennst du bereits von Shorter? Seine wichtigsten Sessions für Blakey, seine Solo Alben und seine Alben für Davis solltest du mindestens kennen

    Ich hab die „Night Dreamer“ und „Adam’s Apple“ da. Und von Art Blakey & Jazz Messengers „Like Someone in Love“. Und natürlich alles was die Davis-Shorter-Phase 1964 bis etwa 1969 betrifft.

    --

    Bin ich jetzt depressiv, weil ich Popmusik höre oder höre ich Popmusik, weil ich depressiv bin ? ;-) (H.F.)
    #5579929  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 42,296

    JuliaJa.
    Ich hab die „Night Dreamer“ und „Adam’s Apple“ da. Und von Art Blakey & Jazz Messengers „Like Someone in Love“. Und natürlich alles was die Davis-Shorter-Phase 1964 bis etwa 1969 betrifft.

    „Juju“ und „Speak No Evil“ sind als Soloalben auch essentiell. Es gibt da eine 2-CD best of, Footprints mit Namen. Schau Dir doch mal die Liner-Notes an, vielleicht hilft Dir das weiter. Das gilt natürlich auch für alle anderen Liner Notes.

    Hast Du auch die „Live at the Plugged Nickel“-Box? Die ist natürlich sehr teuer, aber der absolute Höhepunkt des second classic quintets (manche sagen von Miles gesamter Karriere). Absolut fantastisch.

    Zu Davis/Shorter habe ich folgendes zu sagen: Die Ankunft von Wayne Shorter war ja der entscheidende Schub, der zur Bildung des „second classic quintets“ führte. Miles hatte wieder einen Saxophonisten, der seinen Anforderungen genügte, denn George Coleman, Hank Mobley und Sam Rivers konnten seinen Anforderungen dauerhaft nicht genügen. Shorter war ja nicht nur ein brillanter Saxophonist sondern auch ein Komponist der allerersten Güte.

    Shorter machte natürlich auch die Entwicklung zu „Fusion“ mit und spielte auf den entsprechenden Alben bis er Weather Report gründete. WR und viele weitere Fusion-Bands waren ja direkte Ableger der verschiedenen Bands von Miles Davis. Mit anderen Worten der Einfluss der Miles Davis-Jahre war immens, aber das wird dir jeder erzählen, der irgendwann mal mit Miles zusammengearbeitet hat.

    --

    Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
    #5579931  | PERMALINK

    atom
    Moderator

    Registriert seit: 10.09.2003

    Beiträge: 17,755

    Was die Aufnahmen mit Blakey betrifft, so ist das Material ab 1959/60 sehr wichtig für die musikalische Entwicklung Shorters. Hier solltest du dich auch unbedingt um die Livedates aus dem Birdland, die nur wenige Wochen nach dem Material für „Like Someone In Love“ entstanden sind kümmern.

    Um die Entwicklung Shorters als Leader nachzuvollziehen, sind die Alben „Introducing Wayne Shorter“ (1959), „JuJu“ (1964), „Speak No Evil“ (1964) und „The All Seeing Eye“ (1965) noch wichtig, besonders wenn man danach seine Arbeit mit Davis betrachtet, in der er ja zum zweiten Mal als konstanter Sideman in einer festen Band agieren musste.

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    #5579933  | PERMALINK

    atom
    Moderator

    Registriert seit: 10.09.2003

    Beiträge: 17,755

    nail75 Shorter war ja nicht nur ein brillanter Saxophonist sondern auch ein Komponist der allerersten Güte.

    Absolut. Für mich ist das der zentrale Punkt. Davis hat lange Zeit gebraucht, um für sein neues Quintett neues Kompositionsmaterial zu finden, welches perfekt auf die Band zugeschnitten war. Die essenziellsten Kompositionen stammen hier eindeutig von Shorter.

    --

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